Vorwort I

 

Das fast 35jährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft für Ur- und Frühgeschichte (Museumsarbeitsgemeinschaft) und das 25jährige Be­ste­hen des Vereins „Ur- und Frühgeschichtliche Sammlungen Fritzlar e. V.“ – jetzt. Museumsverein – sind Anlaß genug, um zu­rückzublicken auf die Tätigkeit einer kleinen Gruppe von Idealisten, die – oft genug belächelt und in den ersten Jahren sogar angefein­det – innerhalb von drei Jahrzehnten in dem Fritzlarer Museum eine Institution geschaffen hat, die aus der Stadt nicht mehr wegzu­denken ist.

      Idealismus und Beständigkeit einiger weniger waren die Basis für das Museum, dessen Werte die Öffentlichkeit, für die es geschaffen worden ist, kaum ermessen dürfte. Der kulturelle Wert ist längst anerkannt, die wissen­schaft­liche Auswertung der Funde hat zu einer neuen Beurtei­lung der Vor- und Frühgeschichte in Niederhessen bei­getragen. Die volkskundlichen Bestände des Museums gehören in ihrer Vielfalt zu den bemerkenswertesten in Deutschland.

      Diese vorläufige Zusammenstellung von Daten, Fakten und Namen gilt den aktiven Mitarbeitern des Museums in Ver­gangenheit und Gegenwart. Denen, die nicht mehr sind in dankbarem Gedenken, den Heutigen und den Kommenden als Ansporn.

      Dank gebührt auch den Männern und Frauen, den Körperschaften und Institutionen, die Arbeitsgemeinschaft, Ver­ein und Museum geför­dert haben, so dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fritzlar, dem Kreisaus­schuß des Schwalm-Eder-Kreises, dem Land Hessen, dem Hes­sischen Museumsverband, dem ehemaligen Verkehrs- und Ver­schö­ne­rungs­verein Fritzlar, dem Geschichtsverein Fritzlar, dem Amtsgericht Fritzlar, der Staatsanwaltschaft Kassel, den amt­lichen Denkmalpflegern, Wissen­schaftlern zahlreicher Fakul­täten und vielen anderen.

Hans Heintel

 

Vorwort II

Als Hans Heintel im Sommer 1984 seine Museumschronik be­endete, konnten er und seine Mitstreiter, soweit sie noch am Le­ben wa­ren, auf fast 4 Jahrzehnte durchweg erfolg­reiche ehren­amt­liche Tätigkeit in der Heimatforschung und ins­be­sondere der Bo­den­­denk­­mal­pflege zurückblicken. Die Arbeitsge­mein­schaft und der Mu­seumsverein hatten mit ihrem Eifer nicht nur lokales und re­gio­­nales sondern auch internationales wissen­schaftliches  Re­nom­­mee erworben. Daß dabei, wie z. B. durch den Zugang der Sammlung von Richard Guhr, Dresden, auch einmal Grenzen des ei­gent­lich Machbaren überschrit­ten wurden, ist der damaligen po­­­­li­­tischen Situation geschuldet. Andererseits darf man aber die Her­kunft der meisten Gründungs­mitglieder nicht vergessen, die es überwiegend aus dem Osten Deutschlands und dem Sudetenland durch die Kriegs­fol­gen nach Fritzlar und in seine Umgebung „ver­schla­gen“ hatte wo sie sich ei­ne neue „Heimat“ zu schaffen suchten. Die wenigen ein­­­heimi­schen Enthusiasten wie Willi Matthias und Ludwig Köhler galten in der damaligen Ge­meinde eher als „bunte Hunde“; dass sich ein Bäckermeister wie Hans Josef Heer für seriöse Heimat­kunde inte­res­sierte, schien wohl etwas unge­wöhnlich, und Egon Schaberick hat­te lange um Reputation zu kämpfen. Später kamen viele Im­pul­se eher aus der Umge­bung wie z. B. aus Bor­ken, Edermünde, Gu­dens­berg, Jesberg, Nie­den­stein und Wabern. Das war aber ei­gent­lich nichts Neues, denn der Fritzlar Ge­schichts­verein wie das Dom­museum (1914) wurden z. B. bekanntlich auch von dem aus Fulda stam­men­den Dechanten Dr. Wilhelm Jestädt begrün­det.

      Das Problem der Akzeptanz wissenschaftlicher Arbeit über die Stadtmauern hinaus beschäftigte Heintel nicht nur die folgenden 3 Jahre bis zu seiner Berentung und seinem Abschied als Ver­eins­­vorsitzender sondern bis zu seinem Lebens­ende 2012. Die absehbare biologisch bedingte Ausdünnung der „Pio­nier­­­gene­ra­tion“ führ­te 1978-1980 zur Einrichtung der Stiftung Museums Fritzlar, um die Sammlungen gesetzlich zu erhalten und zu si­chern. Das erfolgte unter weitgehender Zu­stim­mung der offiziellen lokalen Politik aus allen Parteien, die damals noch von einem brei­ten Bildungsbürgertum getragen wurden. Es gab aber schon von Anfang an ein „Fremdeln“ gewis­ser Kreise mit den Aktivi­täten der „Museumsleute“, so dass es auch einem enga­gierten Zei­­tungs­mann wie Heintel und seinen Mit­arbeiter trotz aller Be­mühungen um ein vielfältiges Angebot in einem offenen Haus  auch unter sei­ner Nachfolgerin Marianne Schrammel und später Dr. J.-H. Schotten nie wirklich gelang, unter den einflussreichen „Ur­ein­woh­nern“ eine stabile Begeisterung für das Museum auszu­lösen. Diese Nachfolger sahen es mit ihren zahlreichen Mitar­bei­tern, Helfern und Gönnern dennoch als ihre Pflicht, dem über­lieferten Ruf als Heimat-, Kreis- und Regionalmuseum auch unter den er­schwer­­ten Bedingungen permanenter Störung durch Bau­tätig­kei­ten, lokalpolitische Hemmnisse u. a. weiter nachzufolgen und ihn zu stabilisieren. Dabei ist noch anzumerken, daß es durch diese engagierte Arbeit bei nicht wenigen Mitarbeiten auch bisweilen zu Belastungen und Problemen im familiären und privaten Bereich gekommen ist, wo sich die Begeisterung für all diese Anstrengungen, auch bei der Folgegeneration, eher in Grenzen hielt.

Dr. phil.  Johann-Henrich Schotten

    

  Aktivitäten der allmählich entstehenden Arbeitsgemeinschaft, organisatorisch zunächst eine Unterabteilung im Verkehrs­- und Verschönerungsverein:

1950

Inwieweit die Gründung der Arbeitsgemeinschaft für den Dorfschullehrer Heinrich Blum in Lohne einen Anlass bildet, eigene Interessen an der Vorgeschichtforschung zu verfolgen (er war auch bereits am Verkauf des Steinkammergrabes 1936/37 an den Kreis Fritzlar beteiligt, s. o. Vorspiel), ist nicht mehr zweifelsfrei festzustellen. Als er erfährt, daß sich auf dem Gelände des Landwirtes Nieren­köther aus Lohne in der Ge­markung „Auf dem Wehrengrund“ eine Steinsetzung befände, gräbt er dort mit seinen Schülern . Seine illegale Grabung erbringt wenige Befunde und Funde, darunter aber Knochensplitter und ein längliches Steinbeil aus Grünstein, das er während der Festtage zur 1100 Jahrfeier im Folgejahr tatsächlich in der Festschrift (s. Veröffentlichungen) und in der Festschrift beschreibt, anschließend aber wieder schamvoll vergräbt. Es gelangt erst nach seinem Tode 1955 in die Sammlungen.

1950/51 Notbergungen am „Schladenweg“ durch Ludwig Köhler, Wal­ter Knapp und Hans Heintel. Hier beginnen die Baurarbeiten zur Anlage der sog. „Ostlandsiedlung“ für die überwiegende Unterbringung von Flüchtlichen und Vertriebenen aus Schlesien, Pommern, Ostpreussen und dem Sudetenland. Unter dem bisherigen Ackergelände kommt nach und nach ein großes Urnengräberfeld zutage. Zu den Arbeiten am „Schladenweg“ treten begleitende Untersuchungen in der „Fraumünsterstraße“.

1951

Weitere Aktivitäten durch Ludwig Köhler, Willi Matthias, Walter Knapp, Helmut Busch, Hans Josef Heer, später auch durch Fritz Rödde, Hans Heintel, Theo Ziegler. Es entstehen Kontakte mit August Boley, Rudolf Haarberg, Johannes Herdmenger aus Gudensberg und den Mitarbeitern der beamteten Denkmal-pflege unter Dr. Otto Uenze. Letzterer führt den interessierten „Nachwuchs“ mit einem in Fachkreisen berühmten Plakat aus der Vorkriegszeit in die gesetzlich geregelten Grundlagen der amtlichen Bodenforschung ein, die sich nach 1945 nicht geändert haben.

(1. November): Die von Heimatforschern aus Gudensberg (Herdmenger und Hohmann) angeregten ersten Exkursionen und Feldbegehungen führen gleich über die Gemarkungsgrenzen von Fritzlar hinaus und erbringen erste Funde der Stein- und vorchristlichen Eisenzeit. Diese früh erschlossenen Plätze spielen bis heute eine Rolle in der Forschung.

(November) Erstmals wird von der Einrichtung eines Heimat­mu­seums gesprochen, das von der ur- und frühgeschichtli­chen Arbeitsgemeinschaft des Verkehrs- und Verschöne­rungs­vereins betreut werden soll. Für die Arbeit stellt die Stadt Fritzlar zunächst einen Raum im zweiten Stock des (alten) Rathauses zur Verfügung.

Im Arbeitsraum – gelegentlich wird davon gesprochen, dass das „Museum“ hier entstehen soll – werden dann die Urnen vom „Schladenweg“ untersucht, zu-sammengesetzt und aufbewahrt. Erstes Sortie­rungen von Fundma-terial, erste Feldbegehun­gen, da bekannt wird, dass mit altstein-zeitlichen Funden gerech­net werden kann. Weitere Überlegun-gen, Museums­raum zu er­halten.

1953

(1. April): Zu einem Zeitpunkt, als der Gedanke an ein Museum in den Köpfen der Arbeitsgemeinschaft eher noch etwas Alptraumhaftes hat, erlaubt sich der örtliche Redakteur der Kasseler Post, Herr Karl-Heinz („Rot Kreuz“) Schröder, mit Hilfe der Photographen Clausius-Busch einen ersten Scherz zu diesem Thema, der aber zur Folge hat, daß die Idee etwas populärer wird.

1954

(8. Februar): Die fortschreitenden Bauarbeiten am „Schladenweg“ lassen die Fundmengen anwachsen, und man beginnt sich zu überlegen, wie man der Fundmengen Herr werden kann.

(Sommer): Erste Anzeichen dafür, dass die Stadt bereit ist, den ehemaligen Turnsaal im Hoch­zeitshaus zur Verfügung zu stellen, jedoch unter der Bedin­gung, dass ein Teil für eine Schweißerlehrwerkstatt des eisenverarbei­tenden Handwerks (u. a. Fa. Oskar Anders, Heidenreich, Schwalm) abgetrennt wird.

(Sommer): Entdeckung eiszeitlicher Tierknochen und eines Mam­muts, das kurz danach von Prof. Jacobshagen (Mar­burg) zu­nächst als „Steppenelefant“ eingestuft wird, in der Ziegeleigrube am „Schladenweg“. Inzwischen ist der Lehrer Alfred Klisch zur Arbeits­gemeinschaft gestoßen.

Verhandlungen mit dem Museumsverband für Kurhessen, Wal­deck und Oberhessen wegen Förderung eines Museums in Fritzlar. Zunächst abschlägige Bescheide, da Dr. Berg­mann, Kustos am Landesmuseum Kassel, keine Notwendig­keit sieht, ein solches Museum entstehen zu lassen. Es gibt auch Widerstand im Magi­strat, so z. B. durch Alfred Matthäi, der eine Konkurrenz für das Dommuseum befürchtet.

1955

Weitere Verhandlungen mit dem Museumsverband -unter Ein­schaltung, von Bürgermeister Emil Geismar überzeugen die Verant­wortlichen im Museumsverband davon, daß nicht nur „einige Urnen und ein paar Steinwerkzeuge“ vorhanden sind. Dr. Berg­mann muß schließlich nachgeben.

Nach Hinweisen aus Borken durch dortige Bergarbeiter, die von den Fossilienfunden in Fritzlar gelesen haben, beginnen Fritz Rödde, Alfred Klisch u. a. mit der Suche nach vergleichbarem Material in den Gruben der Tagebaue und sind bald auch sehr erfolgreich.

(Herbst): Auslagerung des Fundmaterials aus dem Rathaus in die alte Werkstatt der Schreinerei Heinrich Gebauer in der „Schil­dererstraße“. Der Raum im Rathaus wird von der Stadt für das Einwohnermeldeamt benötigt. Die Werk­statt Gebauer wird von der Stadt bis auf weiteres für die Arbeitsgemein­schaft gemietet. Der Raum ist jedoch mangels Heizung, Wasser und WC für Arbeiten an vor- und früh­geschichtlichen Funden völlig ungeeignet, bestenfalls für Magazinzwecke. Hier erfolgt die erste genauere Son­dierung des schon recht umfangreich gewor­denen Materials aus den Feldbegehun­gen und Notbergungen.

1955/56 (Winter): Arbeiten an der Gestaltung der „Ur- und frühge­schichtlichen Sammlungen“ im Saal des Hochzeitshau­ses, des­sen nördliches Viertel für die Schweißerlehrwerk­statt ab­ge­trennt wird. Nach der Konzeption von Walter Knapp und Willi Matthias helfen hier Ludwig Köhler, Al­fred Klisch, Fritz Rödde und Hans Heintel. Später kommt Conrad Hohmann aus Maden dazu.

Einrichtung des Heimatmuseums im Erdgeschoss des Hochzeitshauses:

1956

(Januar): Präsentation des neuen Museums in den Medien „Hessi­sche Nach­­richten“ und „Hessischer Rundfunk“ . Beginn der Tonbandaufzeichnungen durch Ludwig Köhler.

(5. Juli): Eröffnung der „Ur- und Frühgeschichtlichen Samm­lun­gen“ im Beisein des Vorsitzenden des Museums­verban­des, Lan­deshauptmann Georg Häring, Bürgermeister Geis­mar, Ver­tretern der Stadt, des Landesmuseums und der Denk­malpfle­ge. Der Beginn liegt auf einem Donnerstag, die Eröffnung erfolgt nach­mittags. Führungen in der Folgezeit (zunächst nicht regel­mäßig) durch Willi Matthias, aber auch durch Alfred Klisch, Ludwig Köhler, Fritz Rödde, später auch durch August Boley.

(Juli): Schädelfund eines mesolithi-schen Menschen aus der Bö­schung des Rhün­da-Baches. Erste Bearbeitung durch Prof. Ja­cobs­hagen. Obwohl die Freilegung des Befundes durch ein Wasserriß und damit zufällig erfolgt, wirkt das Ereignis sehr passend und insprierend für den Beginn der Museumsgeschichte. Leider stellt sich heraus, daß die Bestimmung als Haupt eines Neandertalers durch den Fachmann auf einen Restaurierungsfehler zurückgeht. Das kränkt Jacobshagen und belastet ihn in seinen letzten Lebenjahren sehr.

Immerhin führt der Fund ihn und Ludwig Köhler noch im gleichen Jahr auf eine Tagung der damaligen führenden Wissenschaftler zur Altststeinzeit nach Düsseldorf, wo sie beide auf den berühmtesten Forscher der Zeit Abbé Breuil treffen. Das Photo mit dem Autogramm dieser Kapazität ist Köhlers ganzer Stolz.

Die ersten Funde aus den Borkener Tagebauen werden präsentiert, darunter Rest einer sehr seltenen Schildkrötenart, der „Dreiklauenschildkröte“, die sogar nach ihrem Fundort „Trionyx (Amida) borkenensis Gramann“ genannt wird.

Die Ereignisse dieses Jahres machen offenbar etwas übermütig, denn anders ist die erste Werbung für das neue Museum kaum zu verstehen:

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1957

Auch aus der Hand von Fritz Rödde stammen einige Illustrationen, welche die Präsentationen von Matthias ergänzen.

1958

Entdeckung des Hügelgräberfeldes zwischen Riede und Kirch­berg und erste Ausgrabungen am „Schladenweg“ mit Genehmigung des Amtes für Bodenaltertümer (Dr. Uenze).

(22. Mai): Hans Heintel publiziert einen ersten Artikel über die Fossilienfunde aus Borken in einer mittelhssischen Zeitungsbeilage:

1958/60 Bodenfunde, vor allem Urnen aus der Grabung am „Schla­den­weg“, werden in Ermangelung eines Arbeits­raumes in der Küche von Ludwig Köhler aber auch bei Hans Heintel unter­sucht und restauriert.

1959

(21. Mai): Willi Matthias erkrankt schwer und stirbt. Das Museum muß vorübergehend geschlossen werden. Führun­gen durch H. Kant sind nur nach Vereinbarung mög­lich bzw. – je nach Möglichkeit – auch durch Alfred Klisch und Ludwig Köhler oder andere Mitglieder der Arbeitsgemein­schaft.

Heimatmuseum unter Leitung des Vereins Ur- und Frühgeschichtli­che Sammlungen Fritzlar e. V. (genannt „Museumsverein“):

(2. Juni): Gründung des Vereins „Ur- und Frühgeschicht­li­che Samm­lungen Fritzlar e.V.“ im Café Heer durch Ludwig Köh­ler, Fritz Rödde, Hans Heintel, Alfred Klisch, Theo Ziegler, Hel­mut Busch, Hans Josef Heer, Conrad Hohmann, Gudrun Euler und August Boley (letzterer ist nicht anwesend, „weil zuviel ge­raucht wird!“). Der Verein wird Träger des Museums, die ehemalige Arbeits­ge­meinschaft des Verkehrs- und Verschö­nerungsver­eins, der das Museumsvorhaben tatkräftig unter­stützt und u. a. Geld für die Vitrinenscheiben zur Verfügung gestellt hatte, selbständig. Be­ginn der Fachpub­likationen in den auf eigene Kosten ver­öffentlichten „Fundbe­richte aus Fritzlar“ durch Hans Heintel. Sie werden z. T. in die im Folgejahr erstmals in die, durch die  Hes­sische Bodendenkmalpflege herausgegebenen, „Fund­berichte aus Hessen“ übernommen.

(14. Oktober): Erster dokumentierter Besuch von Fachwissenschaftlern aus ferneren Regionen. Der Besich von Prof. Dr. Hundt aus dem Römisch-Germanischen-Zentralmuseum (RGZM) in Mainz erweist sich für die nächsten Jahrzehnte als sehr wichtig und förderlich. Sein Nachfolger Konrad Weidemann stammt aus Obermöllrich und setzt sich für die Sammlungen ein.

1959/60 Ausbau der Räume im Erdgeschoß (von der Straße „Am Hoch­zeitshaus her“) für Magazin- und Arbeitszwecke. Bis dahin waren sie von der Familie Fölsch bewohnt. Die Bereit­stellung für das Museum erfolgte erst nach langen Verhand­lungen mit dem Ma­gistrat und nachdem amts­ärztlich nach­ge­wiesen wurde, dass die Räume für Wohnzwecke nicht mehr geeignet sind.

1960

(30. Juni): Hans Heintel und Ludwig Köhler entwickeln ein akustisches Programm für die Führungen, das man durchaus als Vorläufer des heutigen „Audio Guide“ bezeichnen kann. Das zugehörige, voll funktionsfähige Grundig-Tonbandgerät war bis 2012 noch Bestandteil der technischen Sammlungen.

(1. Juli): Martin Kliem nimmt die Arbeit als Museumsführer auf – nach Einweisung durch Alfred Klisch. Das Museum ist nach fast einjähriger Pause wieder geöffnet, zunächst nur von 10 bis 12 Uhr, an Wochenenden geschlossen bzw. Füh­run­gen nach Ver­einbarung.

(Juli/August): Einbau der Regale im Vorgeschichtsmagazin durch Schreiner Besche, anschließend Übersiedlung des Fund­materials von der „Schildererstraße“ ins Hochzeitshaus.

Gudrun Euler wird Mitglied des Magistrates und fungiert als 1. Stadträtin (und damit auch Vertreterin des Bürgermeisters), sie fördert in den folgenden Jahren den Verein und das Museum nach Kräften.

Zweite Ausgrabung in der „Ostlandsiedlung“ am „Schladenweg“, die Maga­zinräume sind überfüllt mit Funden, die „im Block“ geborgen wurden. Dazu kommen nun auch auch noch die zahlreichen Tierfossilien, darunter Teile eines Steppenelefanten, die Fritz Rödde, Walter Knapp, Alfred Klisch u. a. aus der Lehmgrube der Ziegelei bergen, die auf der anderen Straßenseite liegt (heute Gelände der „Anne Frank-Schule“).

(Herbst): Überlassung des Büroraumes an das Reisebüro der Stadt (Verkehrsbüro) wegen Umbau und Neugestaltung des Rathauses.

(Oktober): In der 2. Monatshälfte kommt Kultusminister Dr. Schütte aus Wiesbaden und besucht offiziell das Museum.

(Dezember): Anschaffung des ersten Großraumofens für den Museumssaal (mit Kohleheizung), danach Führungen auch im Winter möglich.

1961

(Juni): Das Museum erhält die geologisch-mineralogische Samm­lung Milde aus dem Gudensberger Museum „Natur und Technik“, das wegen Unrentierlichkeit geschlossen wurde. Stadt und Kreis erwerben die Sammlung von der Stadt Gu­densberg. Die Vitrinen werden zunächst im Vorraum der Turnhalle (ehemalige „Stadt­halle“ oder „Exerzierhalle“ in der Watterkaserne) untergestellt. Ziel: Gestaltung der geologisch-mineral­ogischen Abteilung im 1. Stock des Hochzeitshauses etwa ab 1962.

(Oktober): Erste größere Instandsetzung des Museums­saales, vor allem Malerarbeiten. Finanziert aus werden diese aus Eigenmitteln. In diesem Zusammenhang läßt der Museumsverein von dem Zeichner und Bildhauer Max Barta zwei Hinweisschilder auf das Museum anfertigen. Sie weisen auch auf die seit vorigem Jahr gezeigten Funde der vielen Tier-, besonders aber der Elefantenknochen hin. Diese Hinweise hängen viele Jahre „Zwischen den Krämen“ und am Eingang der Straße „Am Hochzeitshaus“ sind aber inzwischen verschwunden.

1962

(Mai): Die Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlungen werden um­gestaltet, mehrere Glasvitrinen angeschafft.

1963

(April): Die Stadt stellt vier Räume im ersten Stock dem Museum zur Verfügung, die bis dahin von der AOK und vom Amtsarzt benutzt wurden. Der Einbau der geol­ogisch-mineralogischen Abteilung kann beginnen.

(Mai): Die neugegründete Museumsarbeitsgemeinschaft des Fritz­larer Geschichtsvereins will die stadtgeschichtliche Ab­tei­­lung des Museums gestalten, die seit langem als Ergän­zung für die ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen vorgesehen sind. Mangels Inte­resse (und des Widerstands der katholischen Kirchengemeinde bzw. des Dommuseums) bleibt es bei der guten Absicht, die mu­seums­eigene Arbeitsgemeinschaft muß die Vorarbeiten über­nehmen.

Die großen Vitrinen werden erneuert und durch solche aus Holz ersetzt. Die Arbeiten werden von der Firma Gleich­mann ausgeführt. Auch der Saal wird wieder hergerichtet.

(August): Die von Willi Matthias gebauten Dioramen werden er­weitert und verbessert. Neugestaltung durch Max Barta („Rübe­zahl“ vom Wartberg), Fritz Rödde und Hans Heintel. Zur Ausgestaltung der Vitrinen gehören jetzt zahlreiche Rötelzeichnungen aus der Hand des Werbegraphikers Max Barta. Er nutzt als Vorlage die damals noch sehr populären Abbildungen, die sein Künstler- und Alterskollege Prof. Wilhelm Petersen (1900-1987) für Geschichtsbücher und Tafeln der 1930er Jahre gefertigt hatte. Ab 1945 ist uns dieser Zeichner als der Mitgestalter der „Mecki“-Figur geläufig.

Das Museum ist ab diesem Zeitpunkt auch nach­mittags geöffnet. Museumsführer Kliem wird – bis 1968 – von Hans Hein­tel vormittags und nachmittags mit dem Auto abgeholt und wieder heimgefahren. Von Herbst 1968 bis Sommer 1971 über­nimmt Egon Schaberick den „Fahrdienst“.

(Oktober): In einem zweiten Abschnitt werden von der Fa. Gleich­mann weitere Vitrinen neu aufgestellt. Zur selben Zeit beginnen Alfred Klisch und Arnold Wassmann mit der Ge­stal­tung der geologisch-mineralogischen Abteilung.

(26. Dezember): Wasserrohrbruch im Arbeits­raum der Geologie. Erheblicher Schaden vor allem im vor­geschichtlichen Magazin, wo die Kartons in den Regalen unter Wasser stehen. Wochenlange Aufräumungsarbeiten.

1964

(Sommer): Die Fenster im Erdgeschoß des Hochzeitshauses erhal­ten Bleiverglasung, finanziert vom Verein.

Ausbau des Heimat- zum Kreismuseum 1965-1974:

(August): Der neue Landesarchäologe Dr. Rolf Gensen, der Nachfolger des im Jahr zuvor tödlich verunglückten Dr. Otto Uenze, kommt mit seinen Mitarbeitern aus Marburg, um die Arbeitsgemeinschaft und ihre archäologischen Sammlungen zu begutachten.

Bei dieser Gelegenheit zeigt ihm August Boley den Stand seiner Kellerforschung, die er mit Schülern und Studenten unter der Altstadt von Fritzlar begonnen hat. Das Ergebnis ist ein erster Kellerplan, der in späteren Projekten weiter entwickelt aber leider noch nicht abgeschlossen wird.

Ankündigung, dass das ganze Hochzeitshaus Museum wer­den  soll, da die Wohnungen in den Obergeschossen „nicht mehr men­schenwürdig sind und als Wohnungsnot­stand gelten“. Stadtamt­mann Peter Schonhooven setzt sich mit Nachdruck für das Museum ein.

(Sommer): Fritz Rödde und Egon Schaberick (zu dem Zeitpunkt noch Zeitsoldat) beginnen mit der Kartierung, Dokumentation und Erforschung der Grenzsteine um Frizlar und Umgebung.

(7. August): Hans Heintel nimmt das zum Anlass, in einem Zeitungsartikel eine Erweiterung der Sammlungen um eine volkskundliche Abteilung aus der Region des damaligen Landkreises Fritzlar-Homberg anzukündigen:

(14. Oktober): Möglicherweise steht damit der Aufruf des Land­rates August Franke in Zusammenhang, der im ganzen dama­ligen Kreis Fritzlar-Homberg zu einer Materialsamm­lung für das „Hei­matmuseum“ Fritzlar aufruft und dabei für die Errich­tung eines „Kreismuseums“ plädiert.

Die Arbeitsräume erhalten Ölöfen und werden an die zen­trale Ver­sorgungsanlage angeschlossen. Zuvor wurde auch hier mit Kohle geheizt.

1966

(November): Das Museum erhält die beiden Räume im ersten Stock, in dem sich später die Ofensammlung befindet [Nordflügel]. Der Ausbau kann beginnen. Einrichtung von November 1966 bis April 1967 mit volkskundlichem Material.

1966/67 Auch die beiden Räume der ehemaligen Wohnung Zinn/ AOK -jetzt Keramiksammlung- werden dem Museum übergeben. Dort wird provisorisch ein Arbeitsraum für die volkskundlichen Gegenstände eingerichtet.

1967

(ab Sommer): In den Jahren 1967-1969 wohnen die Ausgräber am Büraberg im 2. Stock des Hochzeitshauses (Räume links neben der späteren Landwirtschafts­ausstellung). Dr. Wand und seine Leute sind dort kostenlos untergebracht. Daneben wirken Schüler und Studenten aus Fritzlar als Grabungs­helfer, darunter Johann-Henrich Schotten, damals noch Zeit­soldat. Im Rahmen einer sich abzeichnenden Entspannung durch den sog. „Prager Frühling“ fand im Vorjahr ein Kongress der europäischen Vorgeschichtsfor-schung in Prag statt (s. Veröffentli-chungen). In der Folge kommt es zu regen Kontakten und einem Austausch von deutschen und

tschechischen Fachstudenten wie z. B. Jiri Waldhauser aus Prag mit dem lange befreundeten Vorgeschicht-lichen Seminar der Philipps-Univer-sität in Marburg, mit dem das Museum in Fritzlar seit jeher sehr eng zusammenarbeitet.

Zur Stammkneipe der Grabungs- mannschaft wird das benachbarte Gasthaus „Zum Krokodil“ (nach dem Wappentier der Nürnberger Lederer-Brauerei). Da die Wirtin in diesen Jahren, Frau Buczior, aus dem Sudetenland stammt und daher keine Sprachprobleme hat, kommt es sofort zu völkerverbindenden bierseeligen und stimmungsvollen Abenden mt mehrsprachigen und nicht immer politisch ganz korrekten Gesangswettbewerben mit Angehörigen der auch noch jungen Bundeswehr. Manchmal geht es auch etwas heftiger zu, aber die Erinnerungen zwischen Berlin, Prag und Brünn schwelen bis heute immer noch in gewissen Kreisen.

(22. Oktober): Die neue volkskundliche Abteilung wird in zwei Räumen des ersten Stocks mit Material aus den Bereichen Spinnen und Weben, Truhen und etwas Stadtge­schichte eröffnet, ebenso – offiziell – die Abteilung Geologie/ Mineralogie.

1968

(6. Februar): Veranlasst durch die naturkundlichen Aktivitäten von August Boley, die er schon seit einem halben Jahrhundert betreibt, bewältigt die Arbeitsgemein-schaft neben denkmalpflegerischen auch zunehmend Aufgaben des Landschafts-schutzes. Spätestens seit der (zunächst ehrenamtlichen dann bezahlten) Mitarbeit von Egon Schaberick findet der Nestor in ihm einen wissbegierigen Schüler und „Erben“ seiner Anliegen, die diesen auch zur Grenzsteinforschung und zum Vogelschutz führen.

Typisch ist in dieser Zeit die Beteilung von AG bzw. Verein an Planungen zum lokalen und regionalen Landschaftsschutz, für den Boley sogar eine eigene Initiative ergreift, wie folgendes Schreiben zeigt (dessen Adressat wir aber leider nicht kennen):

(April): Die Räume der ehemaligen Wohnung Zinn – jetzt „Keramiksammlung“ – werden für eine eigene Truhenausstel­lung hergerichtet.

(15. Juli): Egon Schaberick nimmt die Arbeit als Hauptamtlicher, bei der Stadt Fritzlar angestellter Hausverwalter (und Museums­betreuer: nicht die Stadt sondern der Vereinsvorstand erteilt ihm die diesbezüglichen fachlichen Anweisungen) auf.

(August): In der städtischen Broschüre „Stadt Fritzlar. Tradition und Fortschritt“ wird auf die überregionale Bedeutung der Sammlungen und ihre Aufgaben in der Öffentlichkeit hingewiesen.

(Sommer): Freilegung der Ostseite des Hochzeitshauses durch die Stadt Fritzlar und Ausbau des Parkplatzes.

(13. Oktober): Die beiden Räume im Mittelteil des ersten Ober­geschosses (jetzt „Keramiksammlung“ – werden im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ übergeben, zunächst mit einer befristeten Truhenausstellung, für die auch der Dom zahl­reiche Exponate bereitstellt.

(November/Dezember): Provisorische Werkstatt im zweiten Stock wird eingerichtet u.zw. rechts neben der jetzigen Landwirt­schaftsausstellung (z. Zt. Magazinraum).

1969

(13. März): Tagung der Fremdenverkehrskommission mit Brgmstr. Emil Geimar zur Entscheidung des Magistrates zur Weiterentwiclung der Museumskonzeption und über die Fertigstellung des Hauses.

1969/70: Beginn des Ausbaues der Ofenausstellung, Fortschritte bei der Zusammenstellung der Keramikausstellung.

1971

(Mai): Eröffnung der Ofenausstellung.

(Sommer): Erste Probegrabung an der Eckerichswarte durch den Studenten J.-H. Schotten].

(Sommer): Vereinsbeitritt der Borkener Mineraliensammlerin und  Heimat­for­scherin Marianne Schrammel.

(Juli-August): Max Reimitz stellt seine Werke im Rathaussaal aus.

(12. August): Die Arbeitsgemeinschaft richtet sich bei Max Barta auf dem Wartberg bei Kirchberg einen Rastplatz („Kroklersruh“) ein, wo sich die Mitglieder nach den anstrengenden Feldbegehungen entspannen.

Hans Heintel wird nach dem Tode von Amtsrichter Dr. Johannes Bönsch 1. Vor­sitzender des Hessischen Geschichtsvereins, Orts­grup­pe Fritzlar.

(Sommer): Museumsführer Martin Kliem erkrankt schwer und stirbt am 5.11. 1971.

1971/72 Das Museum erhält offiziell den zweiten Stock, der Aus­bau kann beginnen. Zunächst wird der Flur (jetzt „Land­wirt­schafts­ausstellung“) von Einbauten und vom Verputz befreit, neue Fenster -den früheren, kleineren entsprechend- eingesetzt. Sie erhalten Bleiverglasung. Die Baukosten werden im Wesentlichen aus den privaten Geldern des Vereins bestritten. Die Belege dafür wurden 2013 durch Alfons Brüggemeier vernichtet.

1972

(Sommer): Die Räume im zweiten Stock (links neben der „Landwirtschaftsausstellung“) werden freigelegt, Zwischen­wände entfernt, der Flur hergerichtet, in dem schon im April die Fritzlarer Jungsozialisten in freiwilligem Einsatz die Vor­ar­beit ge­lei­stet hatten.

(Spätsommer): Die Stadt gibt den Teil des Saales dem Museum, der als Schweißerlehrwerkstatt seit Jahren nicht mehr genutzt wurde. Der Berufsstand protestiert dagegen, erhält aber bald bes­sere Ausbildungsmöglich­keiten in der neuen Kreisberufs­schule am „Schladenweg“. Die alte Schweis­serlehrwerkstatt bleibt zunächst abge­trennt und wird als Magazin verwendet. J.-H. Schotten tritt dem Verein bei.

(Sommer/Herbst): Auch der Dachboden, wird zur Verfügung ge­stellt, der große Raum im südlichen Teil (vorgesehen für „Alte Werkstätten“) als Magazin verwendet.

(Anfang November): Beim Aushub zur Errichtung eines kleinen Hallenbades neben dem „Kinderheim Sonnenschein“ stoßen die Bauarbeiter auf die Reste eines merowingerzeitlichen Grabes (um 600 n. Chr.), in dem sie noch wenige Skelettreste einer vornehmen Dame aus dem Alamannischen (wohl Raum Frankfurt) aber zahlreiche Schmuckreste, einen Kamm und mehrere sog. „Knickwandgefäße“ finden. Der Landesarchäologe Dr. Rolf Gensen führt den Fritzlarer Brgmstr. Reinhold Koch an die Fundstelle und erläutert sie.

Die wissenschaftlich wichtigen Funde gelangen nach diversen Untersuchungen, auch durch Dr. Klaus Sippel in Marburg, in die vor- und frühgeschichtliche Ausstellung im EG. des Hochzeitshauses und bilden eine Attraktion für das interessierte Publikum.

(Dezember): Die Fenster im Erdgeschoß werden aus Sicher­heitsgründen vergittert. Der Verein übernimmt die Vor­finan­zierung, und als die Stadt kein Geld hat, die volle Bezahlung.

Die Arbeitsgemeinschaft begeht bei einigen Flaschen Bier das 20jährige Bestehen, obwohl sie – genau genommen – schon 23 Jahre alt ist.

(28. Dezember): Egon Schaberick erhält Besuch von einem Kollegen aus Berlin.

1972/73 Die konkreten Vorarbeiten zur Errichtung der Museums­ Stif­tung werden aufgenommen.1

1973

(21. Februar): Die Mitgliederversammlung beschließt ein­stimmig die Errichtung der „Stiftung Museum Fritzlar“.

(März): Beginn der Arbeiten im Bereich der ehemaligen Schweißerlehrwerkstatt, zunächst in Eigenverantwortung, dann in Verbindung mit dem Hessischen Museumsverband und dessen großzügiger Unterstützung. Ziel: Fertigstellung der neugestalteten Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlun­gen bis zum Hessentag 1974. Die Saaldecke soll freigelegt, der Fuß­boden entfernt, Lattenboden gelegt, neue Vitrinen angeschafft werden etc.

(Mai): Die landwirtschaftliche Ausstellung im Flur des zweiten Stocks ist fertig, wird aber im Laufe der kommen­den Monate wegen Bauarbeiten wieder ausgeräumt und im November zum zweitenmal fertiggestellt. Im Dachgeschoß wird der mittlere Raum (jetzt „Dachziegel­sammlung“) von der Stadt ausgebaut.(Juni): Beginn der Umbauarbeiten im großen Saal, das Museum wird für ein Jahr geschlossen. Der Hessische Museumsverband nimmt die vorgeschichtliche Abteilung in sein Schwerpunkt­programm auf. Dabei wird eine grundlegende Erneuerung der Tragkonstruktion finanziert.

Ein Bild während der Renovie-rungsarbeiten belegt auch den Originalzustand des etwa 400 Jahre alten „Tulpenfreskos“ vor dem Zugang zur „Brautkam­mer“ (im Hintergrund), das dabei wiederentdeckt wurde.

Die anschließende Restaurierung erfolgt dann durch Prof. Wil­helm Haarberg (den Bruder von Rudolf). Diese Rekonstruktion ist zum „Hessentag“ im Folgejahr abgeschlossen. Das Fresko wird aber Anfang 2020 im Rahmen der Neukonzeption auf städtische Anweisung wieder überstrichen (s. u.).

1974

(Mai): „Seilerausstellung“ im zweiten Stock (Räume links neben der Landwirtschaft) unter Mitwirkung der Fam. Steinwachs. Es ist das erste Mal, daß speziell dem Fritzlarer Handwerk und der Industrie in der Stadt eine solche Präsentation gewidmet ist. Sie findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich die Produktion auf einem Höhepunkt befindet und Kunden aus dem In- und Ausland ihre Produkte von dieser Firma beziehen.


Regionalmuseum Fritzlar bis 1980

1974 (Pfingstsonntag) Neueröffnung des Museums zum Hessentag und zur 1250-Jahrfeier der Stadt. U. a. Sonderausstellung „Maler der Schwalm“ im zweiten Stock. Dazu erscheint eine Broschüre. Woche der offenen Tür, viele tausend Besucher. Minister­prä­sident Oswald er­hebt das Museum zum „Regionalmuseum“ und bestätigt damit seine Funktion für den Bereich des Altkreises FZ. Sein persönlicher Besuch des Museums führt ihn durch alle damals schon existierenden Abteilungen.

Die Hessische Brandversicherung unter Hans Mangold spendiert anlässlich der Feierlichkeiten einen Satz modischer und wertvoller Schalenstühle als Dauerleihgabe, um die Modernität des Museums zu betonen. Es handel sich um die deutsche Variante der Designlinie Eames Plastic Armchair, die in den 1960er Jahren für Herman Miller aus Fiberglas gefertigt wurden und heute für 850,- €/Stück gehandelt werden. Unsere Exemplare tragen einen blauen Bezug. Ihr Verbleib nach 2012 ist bis heute ungeklärt.

(16. September): Der Verein bemüht sich erstmals um das Haus Orth, das von der Stadt gekauft wurde und weiter­ver­äußert wer­den soll.

(29. September) Eröffnung der Sonderausstellung „Alt-Fritzlar im Bild“ im zweiten Stock. Gestaltung: Egon Schaberick. In der HESSISCHEN HEIMAT bedauert die Autorin Angelika Nold bei einem Artikel mit „Gedanken zur Neuordnung der Fritzlarer Mu­seen“, dass die Stadt Fritzlar angesichts der obigen Ausstellung mangels eigenem Interesse keine begleitende Bro­schüre veran­lasst hat. 1) Sie lobt aber die damals moderne Gestalt der archä­o­logischen Lehr- und Schausammlung als didaktisch-emanzi­pa­to­rische Präsenta­tionsform im Ergebnis einer lobenswerten Team­­arbeit, die sie auch in den volkskundlichen Sammlungen in den Obergeschossen ver­­wirklicht sieht.

1975

Dr. Joseph Bergmann, Landesmuseum Kassel, der ursprünglich ein Gegner des neuen archäologischen Präsentation war, verfasst nach der offiziellen Erhebung zum Regionalmuseum im Vorjahr die „Vor- und frühgeschichtliche Sammlung im Heimatmuseum Fritzlar“ einen Führer durch die Ausstellung (s. Veröffentlichungen).

Museumsplanung: Weitere Bemühungen um das Haus Orth, um es für das Museum zu bekommen. Stadtparlament (Fraktionen) und Magistrat wer­den angesprochen und um Zustimmung gebeten.

1976

Baumaßnahmen:

(Januar): Abbrucharbeiten am Haus Orth beginnen.

(Januar): Ausbau des Dachgeschosses im Hochzeitshaus be­ginnt, mit Stabilisierung des Daches und der obersten Geschosse.

(Januar): Kurzfristige Auslagerung der  Magazinbestände in einer Art Blitzaktion vom Dachboden des Hochzeits­hauses in das alte Lagerhaus Kurz „Am Jordan“ wegen des kurzfristig von der Stadt angesetzten Dachausbaues.

(März): Der Beginn des Straßenneubaues der B 235 von Fritzlar nach Bad Wildungen löst erste, prospektierende Ausgrabungen in +Holzheim unter Mithilfe von vielen Fritzlarer Schülern, Studenten und ehrenamtlichen Helfern, auch der AG, aus. Sie stehen zunächst unter der Leitung von J.-H. Schotten, dann, mit DFG-Mitteln von Dr. N. Wand, Bensheim. In der Anfangsphase hilft bei der Logistik und Versorgung Hans Guderjahn mit seiner Familie.

(August): Die letzten Fenster im Hochzeitshaus werden erneuert, stilgerecht verkleinert und mit Bleivergla­sung versehen. Die Mittel dafür besorgt der Verein in Form von Zuschüssen.

(September): Das Haus Orth wird nach weitgehendem Abbruch wieder aufgebaut.

(November): Das Haus Orth steht wieder – mit restau­rier­ter Fassade.

Publikationen:

Joseph Bergmann veröffentlich in „Aus hessischen Museen“ Bd. 2 einen kurzen Aufsatz zur „…Neueinrichtung einer Schausammlung für Ur- und Frühgeschichte im Heimatmuseum Fritzlar“, wo er einen kurzen Abriss der bisherigen Entwicklung gibt (Ausschnitt).

1977

Baumaßnahmen:

(Februar): Die Arbeiten im Dachgeschoß des Hochzeitshau­ses sind beendet, die museale Gestaltung kann beginnen.

(März): Auf Bitte des Domküsters Alfred Matthäi und der katholischen Kirchengemeinde unter Dechant Ludwig Vogel beginnt eine Ausgrabung in der Dom-Sakristei unter Leitung des Vor- und Frühgeschichtsstudenten Johann-Henrich Schotten mit Fritzlarer Schülern und Studenten wie Michael Mathias und Phlipp Ille. Das wird auch durch die tatkräftige Unterstützung von Kaplan Schmank und Fam. Matthäi gefördert (s. Veröffentlichungen).

(Sommer): Das Steinkammergrab von Lohne/Züschen, für das der Schwalm-Eder-Kreis zuständig ist, erhält, nach langem Drängen und Bitten (auch durch Hans Heintel) ein Schutzdach.

Sonderausstellung:

(24. April): Die neue Abteilung „Fritzlarer Keramik“ wird mit einer Sonderausstellung „Fritzlarer Steingut“ im ersten Stock eröffnet. Bürger stellen über 400 Leih­gaben zur Verfügung. Die Mitarbeit von Emil Kowalsky, dem letzten überlebenden Gesellen der Fa. Witsch, ist sehr hilfreich. Die neuen Vitrinen finanzierte der Hessische Museumsverband. Noch viele Jahre später besuchen Mitglieder der Fam. Witsch die Ausstellungen und stellen dann sogar noch weitere Produkte dem Regionalmuseum leihweise zur Verfügung. Zu diesem Thema fertigt Fritz Rödde erneut Zeichnungen für die Ausstellung an.

(1. Oktober): Das Fritzlarer Stadtparlament stimmt zu, dass das Haus Orth für museale Zwecke verwendet werden darf, gleichzeitig hohe Anerkennung von allen Fraktionen für die von den Mu­seums­­leu­ten geleistete Arbeit.

1978

Personalien:

(5. Oktober): Der Mitbegründer von Arbeitgemeinschaft und Museum, der Bäckermeister Hans Josef Heer verstirbt überraschend. Sein Tod vesrtärkt die Bempühungen zur Einrichtung der „Stuftung Museum Fritzlar“.

(Februar): Mit dem Aufbau der Abteilung „Spinnen und Weben“ im Dachgeschoß des Hochzeitshauses und mit der Neuge­staltung der Dachziegelsammlung um Flur des Dach­ge­­schosses wird begon­nen.

(April): Das Haus Orth ist im Innern eine große Baustelle.

(11. Juli): Nochmalige Erörterung der Konzeption des Fritzlarer Heimatmuseums mit Dr. Fiedler (Protokollant), von Andrian, Dr. Bergmann, Dr. Graepler, Heintel und Schaberick. Dabei wird, auch anläßlich des Zugangs pleistozäner Tierknochen aus Niedersachsen, postuliert: „Ein Museum ist eine Bildungstätte und kein Ausflugsziel mit gestellten Attraktionen“!. Planung des Umzugs in das Haus Orth („Patrizierhaus“), der volkskundlichen Ausstellungen im Obergeschoss des Hochzeitshauses (einschließlich Flugapparat Grunewald), Erarbeitung der Texte zur Textilabteilung im Dachgeschoss durch die Herren Heintel und Dr. Naumann.

(30. September): Das Museum und seine Mitarbeiter werden Preis­träger der Paul-Dierichs-Stiftung Kassel, dotiert mit 4.000 DM.

Das Steinkammergrab von Lohne/Züschen erhält als Witterungs­schutz auf Initiative Hans Heintels eine Überdachung.

(23. August): Die zweite Phase der Bauarbeiten im Haus Orth ist abgeschlossen.

(1. Dezember): Alfred Klisch, Ludwig Köhler, Fritz Rödde und Egon Schaberick erhalten die Ehrenbriefe des Landes Hessen:

1979

Der Apotheker Wilfried Blunck gibt die bereits am 15. Oktober 1977 abgeschlossene Arbeit des ehem. ev. Pfarrers und Mitglied des Museumsvereins Gerhard Bätzing zur 400jährigen Geschichte der Löwenapotheke Fritzlar und der Kurie „In der Fischgasse“, die zur gleichen Kataster-Parzelle gehört, heraus. (s. Veröffentlichungen).

(13. März): Lilli Bandlow, die 96jährige Witwe des ehem. Herausgebers der „Gudensberger Zeitung“ (1905-1937) spendet die Schneidemaschine dem Regionalmuseum. Hans Heintel beabsichtigt nach dem Erhalt von wichtigen Teilen der Huhn´schen Druckerei aus Fritzlar („Fritzlarer Kreisblatt“ bis 1937) eine komplette historische Druckerei in der Schausammlung zu präsentieren. Aus arbeitstechnischen, räumlichen (statischen) und finanziellen Gründen wird das aber so lange verzögert, daß es zu dieser Ausstellung nie kommt.

In einer Bestandsaufnahme hessischer Museen wird die Ur- und frühgeschichtliche Ausstellung professionell photographiert als besonders gelungen moderne Präsentation vorgestellt.

(Dezember): Die Kreissparkasse Fritzlar bringt ihren Jahres­teller 1980 mit dem Bild des Hochzeitshauses und des Hauses Orth („Patrizierhaus“) heraus.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist HNA-331-198001.23.-Nr.-000-S.-00-KSK-Jahresteller-1024x425.jpg.

1979/80 (Winter): Die Funktionsräume des Museums – Werkstatt, Büro, Bibliothek – übersiedeln ins Haus Orth.

1980

Baumaßnahmen und Denkmalpflege:

(Februar): Der Zustand des Steinkammergrabes Lohne/Züschen, das sich im Eigentum des Schwalm-Eder-Kreises befindet, ist in einem solchen schlechten Zustand, das auf Drängen und Bitten interessierter Kreise (darunter auch Hans Heintel) weitere Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Forschungen:

Januar): Fritz Rödde und Egon Schaberick haben im Vorjahr ihre Grenzsteinforschung nach 15 Jahren abgeschlossen. Dabei kartographierten sie nicht nur die Gemarkungen von Fritzlar und den angrenzenden Gemeinden sondern u. a. den Kellerwald im Westen sowie auch den Südosten des Kreises und erreichten den Stadtwald von Melsungen.

Zusammen mit Stadtverwaltung und dem Geschichtsverein in Naumburg (Kreis Wolfhagen/Kassel) entwickeln sie einen ersten „Grenzstein-Lehrpfad“, der Vorbild für weitere wird; für ein vergleichbares Projekt gibt es in Fritzlar kein Interesse und Geld.

(5. April): Der Regierungspräsident in Kassel genehmigt (auch nach  seinen Vorgaben) die „Stiftung Museum Fritzlar“. Darunter die Be­din­gung: Das Haus Orth dient unwiderruflich der Nutzung als Museums­gebäude (s. Stiftung Museum Fritzlar).

Regionalmuseum Fritzlar unter der Stiftung Museum Fritzlar 1980-2012

Veranstaltungen und Ausstellungen:

(17. – 24. Mai): „Fritzlar-Woche“ mit zahlreichen Veranstaltungen. Unterzeichnung des Nutzungs­ver­trages für beide Häuser mit der Stadt am 18. Mai, worüber am 19. Mai die HNA ausführlich berichtet.

Das Museum eröffnet das Haus Orth, das ab sofort „Patrizierhaus“ genannt wird, mit der von Frau Schrammel geo­logisch -mineralogischen Sammlung und mit der von Frau Guhr bzw. Frau Otto gestifteten Galerie -Prof. Guhr/ Hans Otto. Großer Tag der offenen Tür.

Zu den Veranstaltungen dieser Woche zählte auch ein Vortrag des Landesdenkmalpflegers Prof. Dr. Gottfried Kiesow, der die Sanierung des Hauses Orth zum Anlass nahm auf die Nutzung von Altbauten in den historischen Städten und die Problematik der Landschaftszerstörung durch Zersiedelung einzugehen. Zu dieser Zeit begannen die politischen Bestrebungen für schonende Altststadtsanierungen zu wirken.

(24. Mai): Die „Fritzlar-Woche“ endet mit einem Brunnenfest.

(1. September) Die „Stiftung Museum Fritzlar“ wird rechts­wirksam, und das Museum mit allen seinen Beständen einschl. des Barvermögens ihr übertragen. Gründungs­vorstand: H. Heintel, Bgrmstr. R. Koch, F. Rödde, E. Schaberick und Dr. med. E.-W. Schotten. Der Verein „Ur- und Frühgeschichtliche Sammlungen e. V.“ heißt – auf Beschluss der Mitgliederver­sammlung ab sofort „Museumsverein Fritzlar e. V.“

(18. November) Hans Heintel erstellt Vorschläge zur weiteren Aus­gestaltung des Museums, zur Inventarisation nach den Vorstel­lun­gen des Hessischen Museumsverbandes, Kassel, und der Hilfe der Philipps-Universität Marburg. Vorschläge zur Finanzierung.

1981

Personalien:

(16. Juni): Tod des Mitbegründers der Fritzlarer Arbeitsgemeinschaft Ludwig Köhler.

Ausstellungen und andere Veranstaltungen:

(2. Juli): Das Land Hessen eröffnet in den Räumen des Museums (erster Stock) seine Wanderausstellung „Histori­sche Grenzsteine“, die wohl zuvor schon (s. o.) in anderen Teilen des Bundeslandes gezeigt worden ist.

Egon Schaberick hat nach einem Lehrgang bei dem Chefrestaurator Schmulbach im Landesmuseum Kassel einen der geborgenen Grenzsteine abgegossen. Bei Mischen der Gussmasse gibt es wohl eine kleine Abweichung, so daß die Replik, die in der Abteilung „Stadtgeschichte“ aufgestellt wird, noch viele Jahre die Besucher dort durch ihren Geruch stört.

(August): Die Stadt Fritzlar und Galerie „Augenblick“ eröffnen in den Räumen des Museums (erster Stock) ihre Ausstellung „Künstler sehen Fritzlar“, die einem Kunstwettbewerb entspringt. Die Preisträger sind: 1. Jean Boskja Missler, Kassel, 2. Stanko Horvat, Eschwege, und 3. Karin K. Steffek aus Gießen. Der Magistrat der Stadt gibt, mit Unterstützung der Raiffeisen- und der Volksbank Fritzlar, einen kleinen aber feinen Begleitband heraus (s. Veröffentlichungen).

(September): Das zuvor von Otl Harald Gmeinwieser und Fw Neuß durch Ver­mittlung von Wolfgang Pause in der Lehrwerkstatt der Henschel-Flugzeugwerke Kassel restaurierte Schwingenflü­gel­flugzeug von Heinrich Grunewald (Dissen) kommt ins Museum.

Um diesen Flugapparat herum entwickelt sich im nördlichen 2. OG. eine kleine Technikausstellung, zu der sich dann (weil sie ja fliegende Wesen enthalten) kurioserweise die Vogeleiersammlung von August Boley gesellt. Nach 2012 stört das Objekt die städtische Neukonzeption des Museums und wird ohne Rücksprache mit dem Verein durch Brgmstr. Spogat entfernt.

Finanzen:

(22. Dezember): Der Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises gewährt der Stiftung Museum Fritzlar einen Zuschuss von 4150,- DM. Dieser Zuwendung liegen die im lfd. Jahr vorgenommenenen Investitionen bzw. die Kosten für die laufende Unterhaltung zugrunde.

1982

Personalien:

(25. Januar): 70. Geburtstag von Conrad Hohmann, nur zweieinhalb Monate später, am 15. April, verstirbt er.

Ausstellungen und andere Veranstaltungen:

(Januar und Februar): Ende der Winterpause.

(28. März): Egon Schaberick und Georg Strippel zeigen die keramischen Funde aus dem im Vorjahr ergrabenen Töpferopfen in Zimmersrode. Die Ausstellung findet in Kooperation zwischen dem örtlichen Verein und dem Regionalmuseum statt.

(Mai): „Tag der offenen Tür“. Fritz Rödde zeigt im Museum unter dem Motto „Fritzlar im Bild“ seine Aquarelle und Zeichnungen. Letztes öffentli­ches Auf­tre­ten des verdienten Mitarbeiters.

Hans Heintel tritt als leitender Journalist der HNA-Lokalredak­tion Fritzlar in den Ruhestand bleibt aber Vorsitzender des Museumsvereins.

(25.-27. Juni): Als Prof. Dr. Otto-Hermann Frey aus Hamburg in Marburg die Nachfolge von Prof. Dr. Wolfgang Dehn antritt, bringt er nicht nur einige Studenten sondern auch etwas von norddeutscher Lebensart mit. Dazu gehört die Kenntnis von und die Berührung mit skandinavischen Kulturen wie jener der Wikinger. Geschichtsinteressierte und Studenten der Vorgeschichte aus Fritzlar wie Klaus Heer („Otto Lumpe“), Philipp Ille, Michael Matthias und J.-H. Schotten, mit dem Frühmittelalter ihrer Stadt schon vertraut, erinnern sich schon 1978, daß es ja offenbar in Nordhessen schon früher Verbindungen nach Norden gegeben hat.

Dazu sollte man folgendes wissen: Fritzlar ist zwar keine Stadt der Lübeck´schen Hanse wie Korbach gewesen, bei uns wirkten aber (ob seit dem späten 11. oder erst seit dem 12. Jahrhundert, ist noch nicht ganz klar) Mitglieder der Michelsbruderschaft, die so etwas Ähnliches darstellten und in der aufblühenden Stadt wirtschaftliche und politische Macht innehatten. Auffälligerweise tragen einige der Familien Namen wie Iwan, Terkis und Knorre. Iwan ist der wikingisch/osteuropäische Hans (Deutsch war Handelssprache bis Smolensk), Knorre die Bezeichnung für ein wikingisches Handelsschiff, und Terkis die baltische (kurisch/litauische) Form von Georg. Alle drei Namen stammen also aus dem Ostseeraum. Ob die Bruderschaft etwas mit Bornholm zu tun hat, wo auf dem höchsten Berg (ja, so etwas gibt es dort) eine berühmte und einst machtvolle Michaels-Kirche residiert, ist noch nicht geklärt, aber immerhin möglich. Nach dem Ende der Wikingerzeit (>1066) zieht es wahrscheinlich viele Nordleute von der Küste ins Landesinnere. Das bislang historisch am südlichsten bekannte Mitglied z. B. der Knorres finden sich in Biedenkopf! So gibt es genug Anlass Freunde und Studienkollegen aus Nord- und Westdeutschland, Dänemark und Schweden einzuladen, die oberhalb der Wüstung +Holzheim mit Genehmigung von Stadtförsterei und Grundbesitzern ihr Lager aufschlagen. Aus einem ursprünglich eher studentischen Jux im Kostüm hat sich inzwischen ein ernsthaftes Vorhaben der sog. Experimentalarchäologie unter der Leitung („forseti“) des Landesmuseums Schloss Gottorp in Schleswig entwickelt, dessen Gruppe auch in Fritzlar ihre Künste zeigt. Er bleibt dem Regionalmuseum auch in den Folgejahren eng verbunden.

Die Eröffnung zelebriert Dr. Schotten durch einen feierlich beschwörenden Umtrunk unter einer Kiefer, nicht weit vom Wirken des Hl. Bonifatius. Tatsächlich schlägt bei der Nennung des Donars unweit ein Blitz ein, dem ein Donnerschlag folgt, der von den Anwesenden als Bestätigung vormissionarischer Verhältnisse angesehen wird. Freunde aus Fritzlar wie der englische Langbogenschütze Dave Wright, „Grobi“ Giese, „Stoppel“ Handtke und Martin Nagel aus Arolsen (wo auch die Koten ausgeliehen wurden).

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wie Hartmut Laumann und Egon Schaberick beteiligen sich rege an den Arbeiten der Folgetage wie auch den feuchtfröhlichen Runden, darunter auch Egons zahmer Gänserich.

(10. August): Fritz Rödde, der sich als passionierter Pfeifenraucher einen langjährigen Lippenkrebs zugezogen hat, scheidet in der Eder oberhalb des Wehres aus dem Leben.

Finanzen:

(20. Juli): Nach einer ersten Ankündigung vom 28. April durchden hessischen Finanzminister Reitz erfolgt nun die verbindliche Zusage für einen Zuschuß in Höhe von 2500,- DM an die Stiftung Museum Fritzlar durch das Finanzministerium.

1983

Personalien:

(31. März): Der letzte Altgeselle der Fa. Witsch und Mitgestalter der Keramiksammlungen Emil Kowalsky verstirbt hochbetagt.

Ausstellungen und andere Veranstaltungen:

(Februar): Frau Guhr schenkt dem Museum 10.000 DM zum weiteren Ausbau der Galerie.

(Frühjahr): Ausbau des Galerieraumes im 3. Stock des Patri­zier­hauses durch die Stadt und unter Verwendung der Geld­spende von Frau Guhr . Hier findet auch die Ausstellung der Sammlung des Meisterschülers Gebhard statt, die Dr. Schotten leihweise aus Dresden-Hellerau geholt hat.

(April): Ausstellung „Das Geleucht des Bergmanns im Wandel der Zeiten“ wird im ersten Stock des Hochzeits­hauses eröffnet, gestaltet von Frau Marianne Schrammel, der die Exponate gehören, unter Mithilfe von Dr. phil. Johann-Henrich Schotten.

1983 (Sommer) Umgestaltung der Magazine im Hochzeitshaus und Patrizierhaus unter Verwendung der neugeschaffenen Räume im drittem Stock des Patrizierhauses neben dem Galerie­raum.

1983 (Sommer). Renovierung der alten Bibliothek im Hochzeits­haus für Zwecke der Abteilung Volkskunde (Magazin und Arbeitsraum).

1983 (Spätherbst). Renovierung der alten Arbeitsräume im Erdgeschoß des Hochzeitshauses.

1983/84 (Winter) Ausgestaltung des Hofes hinter dem Patri­zier­haus mit Bau einer Remise für Feuerwehrspritze, Acker­wagen, Ackerwalze etc., Mauerdurchbruch mit Tür zwischen den Höfen, finanziert von der Stadt Fritzlar. Im Frühjahr 1984 Begrünung, Anpflan­zung von Gewächsen etc.

1984

Personalien:

(13. September): Bundesbankoberrat i. R. Arnold Wassmann verstirbt, langjähriger Mitarbeiter des Museums und Ehrenmitglied des Vereins.

Ausstellungen und andere Veranstaltungen:

(13. März): 200.000 Besucher seit 1959, die elfjährige Nicole Sude aus Homberg erhält von Bürgermeister Koch ein Buch­geschenk.

(20. März): Bei einer Besprechung mit Dr. Reher und Herrn von Andrian, Kassel, wird eine Wiedereinrichtung von Dioramen be­fürwortet. Für das 1. OG. wird die Neugestaltung der Ofensamm­lung und die Eignung älterer Vitrinen für die „Stadtgeschichte“ besprochen und bewilligt. Die nötigen Instandsetzungsarbeiten werden überwiegend in Eigenleistung erbracht.

(Juni): Schreiben von Hans Heintel an die Schulen in Fritzlar und der Umgebung mit Angebot eines museumspädagogischen Pro­gramms. Frau Marianne Schrammel erklärt sich bereit die Betreuung eines künftigen „Unterrichts im Museum“ zu über­nehmen.

(Juni): Erste Kinderführung durch Frau Marianne Schrammel (s. Kinderkurse).

(Juli): Fertigstellung der alten Arbeitsräume bis auf das vorge­schichtliche Magazin.

Baumaßnahmen:

(Juli): Freilegung des Brunnens unter der Mauer zwischen Hoch­zeitshaus und Patrizierhaus, Abbruch des Mauerstücks in Eigen­leistung.

1985

Personalien:

(20. April): Nach schwerer Krankheit verstirbt der Museumsmitarbeiter, das Vereinmitglied Wolfgang Mersch.

Ausstellungen und andere Veranstaltungen:

(8. Januar) Nach der Unterzeichnung eines Aufbewahrungsver­trages vom 18. Dezember des Vorjahres mit Frau Charlotte Otto werden die Bilder aus dem Nachlass ihres Mannes in das Patri­zier­haus gebracht.

(März): Neubau der ersten Dioramen durch Christoph Kappel, Kassel. In den Folgejahren kommen noch weitere durch Susan und Dr. Jürgen Kneipp, Züschen, hinzu (s. u.).

(Frühjahr): Beginn der Gestaltung der Vitrinen für die Stadtgeschichte.

(15. Juli bzw. 15. August): Beginn der ersten AB-Maßnahmen (Prä­historiker, Volks­kundler und Graphiker) nach Befürwortung durch den Lan­des­archäologen Dr. Gensen, Marburg, die Stadt und das Ar­beitsamt.

(1. Dezember): Ausstellung „150 Jahre Verkehrsgeschichte in Mo­dellen und Dokumenten“, gestaltet von Apotheker Karl-Jürgen Steinmetz.

(19. Dezember): Dr. Lutz Fiedler, Marburg, wünscht sich, an­ge­sichts des schlechten Zustandes des Steinkammergrabes in Lohne/ Züschen angeblich ein neues (aus­­schließliches) „Vorge­schichts­museum“ vor Ort, was den Widerspruch von Heintel er­regt, der einen besseren Schutz beim Kreis anmahnt.

1986

(23. Januar) Anfrage von Heinz Halm nach Militaria-Ausstel­lung im Rahmen der neuen „Stadtgeschichte“. Ihr wird später (s. o. 1987) eine Vitrine gewidment, zu deren Bestand Wolfgang Pause drei Vorderladegewehre aus napoleonischer Zeit restauriert.

(24. Januar): Schenkungsvertrag mit Frau Charlotte Otto.

(16. April): Treffen des Stiftungsvorstandes mit den örtlichen Kar­nevalsvereinen wg. Sammlung von entsprechenden Utensilien.

Personalien:

(Frühjahr): Für seine langjährige erfolgreiche Museumsarbeit erhält Hans Heintel die Ehrenmedaille der Stadt Fritzlar. Wegen kritischer Nachfragen aus dem lokalpolitischen Umfeld geht er in seiner Dankesrede kurz auf seine engagierte Tätigkeit ein und hofft auf eine Zukunftsperspektive.

Ich weiß, daß im Zusammenhang mit dieser meiner Ehrung Fragen gestellt wurden, Fragen im Zusammenhang mit dem Museum und seiner Bedeutung. Das ist verständlich, denn viele Fritz­larer haben den Anfang und die Entwicklung unseres Museums nicht miterlebt, kennen vieles nur oder kaum vom Hörensagen. Deshalb erlaube ich mir, Ihnen einige kurze Angaben zu machen.

      Schon allein die Koordinierung al1er dieser Maßnahmen – es waren im Durch­schnitt vier bis fünf Mitarbeiter am Werk – schon allein die Organi­sation aller Maßnahmen und Ak­tivitäten, hätte ausgereicht, um eine Person hauptamtlich zu beschäftigen.

      Daß dies in meinem Falle nur möglich war unter Verzicht auf viele Annehm­lichkeiten des Lebens dürfte einleuchten. Daß ich es tun konnte, ist dem Ver­ständ­nis meiner Frau und meiner Familienangehörigen zu danken, die eine im­men­se Geduld aufge­bracht haben.

      Wenn ich heute zurückblicke auf diese fast 40 Jahre, dann frage ich mich oft, wie ich die Zeit für alle diese Arbeiten ermöglicht habe. Ich frage mich aber auch, ob alle diese Arbeit den Verzicht auf ein Familienleben wert gewesen ist.

Mit Hobbys ist es halt so eine Sache: Sie entwickeln mit der Zeit ihr Eigenleben. Man muß höllisch aufpassen, daß sie einen, nicht überrollen. In meinem Falle ist es wohl so gewesen, einmal weil ich ein Mensch bin, der das, was er einmal angefangen hat, nicht nur weiter sondern auch zu einem guten Ende bringen möchte. Das hat halt dann dazu geführt, daß das Museum quasi zum zweiten Beruf wurde.

      Inzwischen fällt es mir sehr schwer, aus persönlichen und aus familiären Gründen. Ich neige dazu, möglichst bald aufzuhören, um mich meinen Angehörigen widmen zu könne, vor allem meiner Frau, die mich mehr denn je braucht. Ihr vor allem möchte ich für das Verständnis, für die Geduld danken, die sie im Hinblick auf meine Museumstätigkeit aufge­bracht hat.

      Nur noch ein Wort zur Zukunft des Museums: Der Ausstellungs­stand, die didaktische Gestaltung, entspricht der Auffassung der Zeit um 1975, vielleicht in einigen Bereichen noch davor. Der Stiftungsvorstand muß sich sehr bald Gedanken darüber machen, wie die Gestaltung der Abteilungen mit dem Blick auf das Jahr 2000 erfolgen kann. Ich hoffe, daß die im Verein sich und der Arbeitsgemeinschaft tätigen jüngeren Mitarbeiter noch mehr als bisher einsetzen und diese Aufgabe anfassen. Ich selbst werde, wie angedeutet, zwar die Hände nicht in den Schoß legen, aber eben weitgehend nur noch Beobachter sein. Wenn man meinen Rat wünscht, werde ich ihn geben aber im übrigen den Rest meiner Zeit auf bestimmte Bereiche konzentrieren, wie Vor- und Frühgeschichte, wo außer Herrn Schaberick und mir leider keine Interessenten vorhanden sind. Und Interesse muß man mitbringen, Interesse und Freizeit. Wer das nicht kann oder will, sollte die Finger davon lassen.

(29. April): Hans Heintel, der die Geschicke des Museums über die ganzen 30 Jahre geleitet hat, legt aus gesundheitlichen Gründen seiner Frau alle Ämter nieder. An dieser Stelle muss ihmaus­drück­lich Dank und Anerkennung für seinen vielfältigen Einsatz ausgesprochen wer­den. Ohne ihn wäre das Museum Fritzlar in dieser Form niemals möglich gewesen. So können wir heute auf ein Lebenswerk aufbauen und danken Herrn Heintel für die vielen Opfer, die er in diesem langen Zeitraum für die Arbeit im Museum gebracht hat.

Frau Marianne Schrammel wird auf der Jahreshauptversammlung als Nachfolgerin zur 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(16. März bis 19. Mai): zeigt das Museum die Sonderausstellung „Fritzlar in alten Ansichten“. Mitglied Karl Burchart hat mit vielfältiger Unterstützung eine sehr schöne Ausstellung alter Postkarten von Fritzlar aufgebaut. Sie findet ihren Platz in dem für die Stadtgeschichte hergerichteten Raum im Hochzeitshaus und findet besonders bei den älteren Fritzlarer Bürgern große Beachtung.

Museumsjubiläum: Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum des Museums wird auch eine Sonderausstellung von Aqua­rellen des Malers und Zeichners Hans Otto gezeigt. Dazu hat Frau Dr. Ruth Stummann-Bowert einen Katalog erarbeitet (s. Veröffentlichungen). Außerdem gelingt der Ankauf von 2 Bronzegüssen aus der Hand von Richard Guhr, die einst Modelle für die Treppenverzierungen im „Hotel Adlon“ bildeten.

Am 14. September 1986 feiern wir mit einem „Tag der offenen Tür“ und vielen Aktivitäten das 30-jährige Bestehen des Museums. Im Rahmen eines Festaktes am 14. September würdigt der 1. Vor­sitzende des Hessischen Museumsverbandes und Direktor der Hes­sischen Brandkasse, Hans Mangold, Kassel, die neue Rolle der Regionalmuseen über­haupt. Dabei lobt er die von ihm und sei­nem Freund Landrat August Franke besonders geförderte Arbeit im Regionalmuseums Fritzlar und die beispielhafte Ge­staltung und das bildungspoli­ti­sche En­ga­­ge­ment der Mitglieder des Museumsvereins inbes. Hans Heintel. Besonderen Wert legt er auf die archäologischen Samm­lungen und ihre bereits 1974 (s. o.) als beispielhaft erwähnte Prä­sen­tation.

Für diesen Anlass fertigt Dr. Schotten ein mit Tusche handgezeichnetes Plakat auf Folie, das auf dem städtischen Bauamt als Lichtpause vervielfältigt wird. Der Graphiker O. Timmann fertigt eine Zeichnung, die in den nächsten jahrzehnten zum Symbolbild für das Regiobnalmuseum („Icon“) wird

      Die Kinder der Museums­kindergruppe führen ein selbst ausgedachtes Spiel über das Leben der Steinzeitmen­schen auf (s. Kinderkurse). Im Anschluss daran wird die lang erwartete Abteilung „Stadtge­schich­te“ von Herrn Karl Burchart eröffnet. Sie wurde von den Mitgliedern der Arbeits­gemeinschaft Herrn Burchart, Ehepaar Loh­mann und Herrn Dr. Schotten aufgebaut.

      Im Rahmen dieser Festveranstaltung wird um Mitarbeit und Spenden gebeten. Unter dem Motto „wer schenkt dem Museum zum Geburtstag einen Stuhl?“ kann das Geld für 50 Klapp­stühle zusam­mengebracht werden, die dringend für Veran­staltun­gen benötigt werden.

(14. November): Frau Marianne Schrammel hält zum Abschluss des Jubiläumsjahres einen Lichtbildervortrag über Fritzlar im Rathaussaal.

(14. November): Frau Marianne Schrammel hält zum Abschluss des Jubiläumsjahres einen Lichtbildervortrag über Fritzlar im Rathaussaal.

1987

Personalien: Hans Heintel geht mit 65 Jahren als Chefredakteur der HNA-Lokalredaktion in Pension

Sonderausstellungen:

(9. August – November): Der zweite, für die Stadtgeschichte vor­ge­sehene Raum ist freigeräumt und die Grubenlampen werden z. T. in der Geo­logie un­tergebracht. In den freigewordenen Vitrinen kann daher die Sonderausstel­lung „Ortsgeschichte Geismar“ gezeigt werden. Diese Ausstellung wirde von Herrn Kessler aus Bad Wildungen und Herrn Humburg aus Geismar zür Verfügung gestellt. Selbst das Plakat und die Informationsschrift werden gestellt, so dass dem Museum keine Unko­sten entstehen. Diese Ausstellung wird mit großem Erfolg gezeigt. Beim Zustandekom­men und der Ausführung der Ausstellung ist die Museumsar­beits­gemein­schaft maßgeblich beteiligt.

(29. November): Die Ausstellungen mit den Werken von Richard Guhr und seinem Meisterschüler Hans Otto werden feierlich neu eröffnet. Nach den Grußworten von Stadt und Kirche halten Frau Stummann-Bowert und Hans Heintel die Einführungsvorträge.

Dr. Schotten stellt zum Druck der Guhr- und Otto-Biographien von Frau Ruth Stummann-Bowert auf eigene Kosten eine kom­plette Com­puteranlage mit Fest­platte und Drucker (Joyce 9512) zur Verfü­gung

Baumaßnahmen: Der noch in schlechten Zustand befindliche Ostteil des Daches des Hochzeitshauses wird neu gedeckt. Da­nach kann auch der Boden hergerichtet werden und ist nun trocken. Gleichzeitig wird der Schornstein erneuert. Die abge­tre­tene und damit sehr gefährliche Holztreppe zum 2. Stock im Hochzeitshaus ist sehr gut erneuert. Am Treppen­haus­anbau sind verschiedene Ausbes­serungs­arbeiten notwen­dig, die aber noch nicht abgeschlossen. Die Heizung im Patrizierhaus soll auf Gasbetrieb umgestellt werden.

1988

Personalien: Die ABM-Verträge werden nicht erneuert.

Frau Ruth Stumman-Bowert veröffentlicht ihre Bücher über die Künstler Richard Guhr und Hans Otto (s. Veröffentlichungen).

Baumaßnahmen: Für das EG. im Hochzeitshaus wurde eine Gasheizung eingerich­tet. Durch Straßenbauarbeiten vor dem Regionalmuseum war der Zugang erschwert, was zu einem Einbruch der Besucherzahlen führte.

Veranstaltungen und Ausstellungen:

Egon Schaberick hält einen Vortrag zu dem Thema: „Grenzsteine in Nordhessen“.

Über die „Petrusdarstellungen im Dom zu Fritzlar“ referiert der Domküster Alfred Matthäi.

Bilderausstellung bis 1989: Hans Otto in Norwegen, zusammen­gestellt von Hans Heintel (dazu gibt es eine von ihm verfasste Broschüre).

         Stadtgeschichte: Schwerpunktmäßig soll in diesem Jahr der wei­te­re Ausbau der Stadtgeschichte in Angriff genommen werden. Elektri­kerarbeiten wie Zulei­tungen, Steckdosen, Vitrinenin­nen­be­leuch­tung und evt. Strahler, Glas­böden und neuer Anstrich. Beginn der Stadtgeschichte mit dem Büra­berg. Magazin für die Stadt­­geschichte.

      Durch den Abbau des Bergwerkstollens kann im Bereich der Abteilung Stadtgeschichte eine Umgruppierung vorgenommen wer­den. So umfaßt die­se Abteilung nun drei Räume und hat eine groß­zü­gige Raumaufteilung be­kommen. 8 vom Naturkunde­museum Kas­sel überlassene Vitrinen werden zum Teil in Eigen­leistung her­ge­richtet, und die Räume ausgebessert.

      In der Mitte des zweiten Raumes steht jetzt die schöne Vitrine mit dem kostbaren syrischen Becher, die teilweise aus der Kranzab­lösung von Herrn Klisch finanziert worden ist.

      Das Konzept für die Stadtgeschichte wird vom Ehepaar Loh­mann, Herrn Dr. Schotten und Herrn Burchart als ehren­amtli­chen Mitarbeitern weiter ausgearbeitet.

Braunkohleausstellung: Die vom Naturkundemu­seum Kassel un­se­rem Museum geschenkte Ausstellung wird in dem Räum­chen über der Bücherei untergebracht und in die Geologie mit einbe­zogen. Der Umbau von zwei kleinen Vitrinen erfolgt durch unsere Werk­statt und bringt nur die Material­kosten und geringe Neben­kosten. Eine Publikation wird mit­geliefert, muss aber abgerechnet werden.

1989

(07. Februar): Stadtgeschichte:  Karl Burchart erstellt eine Liste von wünschens­werten Anschaffungen für die Abt. Stadtge­schich­te.

(23. April): Auf der JHV trägt Dr. Norbert Balli eine Reihe von Ver­änderungsvorschlägen zur Grundkonzeption des Museums vor, wo­bei zum ersten Mal (bei der Ablehnung der Galerie Guhr) der Gedanke der Umwandlung des Regionalmuseums in ein Stadtmuseum auftaucht. Die wird von Frau Schrammel unter Hin­weis auf die Vereinssatzung und die Stiftungsverfassung zu­rück­gewiesen.

Veranstaltungen und Ausstellungen:

(08. Oktober ): Das Museum veranstaltet unseren „Tag der offenen Tür“. Der bewährte Einsatz der Vereinsmitglieder zahlt sich in diesem Jahr besonders aus, denn wir verzeichnen 732 Besucher.

(28. November): Frau Marianne Schrammel hält einen Vortrag mit dem Thema: „Die Liparischen Inseln, Vulkano/ Lipari/Stromboli mit Besteigung des Stromboli“.

Publikationen:

Für die Guhr-Ausstellung wird von Frau Ruth Stummann-Bowert ein Katalog verfasst und mit Hilfe von Dr. Schotten mit Hilfe seiner privaten Computer-Anlage gedruckt. Er verfertigt auch die Neuauflage des Kataloges Hans Otto (s. Veröffentlichungen).

Museumspädagogik:

Die Kindernachmittage im Museum werden von Frau Marianne Schrammel, Borken, und Herrn Gerhard Theis, Gudensberg, gemeinsam durchgeführt.

1990

(Jahresanfang): Frau Marianne Schrammel verfasst einen Bericht über die Situation des Regionalmuseums Fritzlar.

Personalien:

(15. Februar) Der Volkskundler Axel Lindloff (später wiss. Mitar­beiter im Hessenpark) fertigt eine Stellung­nahme zum Zustand der volkskundlichen Sammlungen und für die Maßnahmen zu ihrer Erhaltung an. Er erstellt dazu einen Kostenvoranschlag.

(2. April): An diesem Tag nimmt Frau Ruth Girmes (später Professorin) nimmt als Volks­kundlerin im Museum ihre Arbeit auf. Zunächst erarbeitet sie ein grobes Konzept für die Inventarisierung der Volkskunde, da von Seiten des Hessischen Museumsverbandes zu diesem Zeitpunkt noch keine verbindlichen Vorgaben vorliegen. Dann muss die schwierige Arbeit des Zuordnens begonnen werden, was bei den umfangreichen Beständen ein riesiges Problem darstellt. Ein Anfang ist gemacht. Ein Magazinraum wird soweit hergerichtet, dass nun provisorisch Gegenstände darin geordnet aufbewahrt werden können Frau Girmes füllt weiterhin Karteikarten aus und führt viele andere Arbeiten auch bei Sonderausstellungen durch­.

Vorträge und Sonderausstellungen:

Im Rahmen des Winterprogramms hält Frau Schrammel im Januar einen Vortrag über Island, und Herr Pause zeigt im März einen Film über den Ausbruch des Ätna. Im Dezem­ber spricht Herr Dr. Schotten im Rahmen des Winterprogramms 90/91. über neue Erkenntnisse aus der Grabung †Holzheim.

(24. November – 10. April 1990): Wir eröffnen die Gedenkausstellung zum 50. Todestag von Hermann Kätelhön. Kätelhön gehört zu den Willingshäuser Malern. Er hat 8 Jahre dort gelebt und gearbeitet. 1917 ging er nach Essen und hat sich dann vorwiegend dem Bergbau gewidmet. Die Graphik­ausstellung wird in der Galerie im Patrizierhaus vom 24_11.90 bis 10.04.1991 gezeigt.

Bauarbeiten:

Da gravierende Bauschäden am Hochzeitshaus festgestellt wer­den, muss das gesamte Treppenhaus abgestützt werden. Die Stadt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Im Zuge dieser Maßnahmen müssen die Möbel im Dachgescähoß und die Bauernstube ausgeräumt werden. Die gesamte bäuerliche Abteilung wird hinter einer Plane zu­sam­mengestellt. Es hat daher keinen Sinn, Ausbau von Räumen für Sonderausstellungen zu planen oder Abteilungen neu zu organisieren, wie es ursprünglich geplant war.

1991

Gebäudeschäden: Die anstehenden Sanierungsarbeiten an den Mu­seumsgebäuden sind noch nicht begonnen worden.

 In diesem Jahr veranstalten wir sehr viele Sonderausstellungen und wei­tere Aktivitäten in unserem Museum.

(16. und 17. März): Ostereier: Einen Monat lang werden in zwei großen Vitrinen Oster­eier aus aller Welt gezeigt. Zum Abschluss veranstaltet das Museum ein Wochenende „Rund um das Ei“ eine Verkaufsaus­stellung, die großen Anklang findet. Aus die­ser Veranstaltung entwickelt Frau Schrammel unter Mitwirkung der Familie Leise, Fritzlar, die Tradition der „Ostermärkte“, die später aus rechtlichen Gründen „Vorösterlichen Ver­kaufsausstellungen“ genannt werden.

 (10. April): Bis zu diesem Tag ist noch die Ausstellung mit graphischen Werken von Hermann Kätelhön zu sehen.

(15. März bis 16. April): In den Räumen der Volks- und Raiffeisenbank in Fritzlar wird die Ausstellung „Fritzlar – Ansich­ten einer Stadt“ gezeigt. In Zusammenarbeit mit der Bank bauen Frau Girmes, Herr Engisch und vor allem Herr Schaberick diese Ausstellung auf. Neben anderen Leihgebern stellt Herr Scha­be­rick Bilder seiner eigenen Sammlung zur Verfügung.

(7. April bis 10. Mai): „Nostalgische Puppen“ Frau Degen­hardt aus Fritzlar zeigte eine Auswahl ihrer selbst hergestellten Puppen im Museum.

(April bis 27. Juni): Radierungen und druckgraphische Arbeiten im romantisch-realisti­schen Stil von Paul Eddie Pfisterer werden unter dem Thema „Von Frankfurt bis Fritzlar“ im Museum ausgestellt. Herr Pfisterer übernimmt nicht nur einen Teil der Unkosten selbst, sondern übereignet dem Museum auch seine Sammlung von `Artefakten´, die teilweise aus unserer näheren Um­gebung stammen.

(Juni bis 25. September): Ortsteil Werkel. Ausgehend von der Zerstörung des Dorfes Werkel im Jahr 1945 wird durch Frau Anneliese Pachali eine kleine Ausstellung zu­sammengetragen. Darauf aufbauend baut sie zusammen mit Frau Girmes in der Stadtgeschichte eine Sonderausstellung unter dem Titel „Werkel, Dorfgeschichte in Bildern“ auf.

(Juli bis zum 18. August): Die Fritzlarer Einwohnerin, Frau Eleonore Schemetzko, zeigt eine Auswahl ihrer Aquarelle und Ölgemälde im Foyer der Volks- und Raiffeisenbank e. G. Fritzlar.

(25. August – 6. Oktober): Ein weiterer Höhepunkt bildet die Sonderausstellung unbekannter Werke aus dem Nachlass von OStR Dr. Erich Tursch, die uns von der „Domstadt-Galerie“ freundlicherweise zur Verfügung gestellt werden. Herr Tursch stammt aus dem Sudetenland (Lischau bzw. Lišov), Kreis Saatz/Žatec in Böhmen), hat in Prag studiert und promoviert, ist 1943-1945 Direktor des Mährischen Landesarchivs in Brünn/Brno und viele Jahre als Kunsterzieher am hiesigen Gymnasium (KHS) tätig. Er arbeitet später als freischaffender Künstler. Nachdem die Ausstellung beendet ist, übereignet der Galerist Herr Mathias den größten Teil der ausgestellten Werke dem Museum als Schenkung. Lediglich die Unkosten für die Rahmung werden von uns erstattet.

Edelsteine: Die Museums-Jugendgruppe baut als Abschluß eines mehrjährigen Kurses zusammen mit Frau Schrammel in der geologischen Abteilung eine Edelsteinausstellung auf. Unter der Bezeichnung „Wunder im Stein“ werden in zehn Vitri­nen Edel- und Schmucksteine aus aller Welt vom Rohstein bis zum fertigen Schmuckstück gezeigt.

(19. Oktober 1991 bis 26. April 1992): Diese Ausstellung findet große Beachtung und es wird sowohl in der Presse als auch im Fernsehen (HR3, Bilderbogen) ausführlich darüber berichtet.

(7. und 8. Dezember): Am „Weihnachtswochenende“ zeigt ein Reihe Hobbykünstler im Museum selbst hergestellte weihnacht­liche Kunstwerke, die erworben werden können. Bei der Vorbe­reitung und Durchführung der Veranstaltung leistet Familie Leise, wie schon beim Ostermarkt, wertvolle Hilfe. Auch diese Veranstaltung, die parallel zum „Weihnachtsmarkt“ in der Stadt Iief, ist sehr gut besucht.

Winterprogramm 1991/92: Begleitend zur Edelsteinausstellung läuft ein Seminar „Einführung in die Edelsteinkunde“. Herr Gün­ther Schnorrer-Köhler, Leiter der Geowissenschaftlichen Samm­lun­gen der Universität Göttingen, bringt den 20 sehr interessierten Teilnehmern das vielfältige Wissen über die Edelsteine mit viel Ge­duld verständlich nahe. In einem Zeitungsartikel und im HR4-Hörfunkprogramm wird auch über dieses Seminar ausführlich berichtet.

Kinderkurse: Die Kinderkurse im Museum werden von Frau Schrammel mit gutem Erfolg weitergeführt. Die 7- bis 10-jährigen Kinder treffen sich am Mittwoch von 15 bis 16 Uhr im Museum und sind begeistert bei der Sache. Im Rahmen der Edelstein-Ausstellung hat die Jugendgruppe zwei Sonderauf­gaben zu lösen: Als regio­nal bezogene Aufgabe soll festgestellt werden, welche verschie­denen Edelsteine im Fritzlarer „Hein­richs­kreuz“ (Domschatz) verarbeitet worden sind. Darüberhi­naus fertigen die Jugendlichen aus Speckstein Skulpturen an­.

Personalien: (8. Dezember): Das Gründungsmitglied der Stiftung Museum Fritzlar Dr. med. Ernst-Wolrad Schotten erliegt einem Herzanfall. Er vermacht dem Regionamuseum wissenschaftliche Literatur und Sammelwerke (Archiv-Verag Braunschweig), die später von dem Historiker Dr. Sven Hilbert während seiner Praktikantenzeit inventarisiert werden.

1992

Veranstaltungen:

(7. und 8. März): Der 2. Ostermarkt öffnet seine Pforten. Wieder treffen sich zahlreiche Künstler und Kunstinteressierte an österlichem Brauchtum in den Räumen der Ur- und Frühgeschihte im Hochzeitshaus. In der von der Fam. Leise ansprechend dekorierten Halle im Erdgeschoss entwickelt sich eine quirlige Atmosphäre.

Während der letzte „Tag der offenen Tür“ am 25.10. nur knapp 160 Besucher sah, ist der Andrang bei der „Kunstausstellung“ des 2. Weihnachtsmarktes mit ungefähr 1200 Interessierten überaus erfreulich und für die meisten Aussteller, so man hört, wirklich zufriedenstellend. Das mit mancher hilfreicher Hand neuerlich eingerichtete „Museumscafe“ an der und um die Tafel des ehemaligen Kreistages in der Halle des Patrizierhauses wir­d nicht zuletzt durch den Absatz von über 7 Stollen, 14 ltr. Kaffee und ungezählten Mengen Glühweins für alle Beteiligten aber nicht zuletzt für das Museum selber eine erfolgreiche Veran­staltung, die sehr motivierend wirkt.

(13. Mai): Mitglieder des Verein vor allem aber die Kinder und Jugendlichen aus den Kursen von Marianne Schrammel unternehmen einen Tagesausflug nach Idar-Oberstein. Die Führungen durch die Schausammlungen und Werkstätten, aber auch der Besuch der alten Mineralienfundorte hinterlassen einen großen Eindruck.

(5. und. 6. Dezember): Nach dem großen Erfolg der weihnacht-lichen Hobbykünstler im Vorjahr beschließen der Vereinsvorstand und die Familie Leise eine erneute Veranstaltung, die diesmal aber unter dem offiziellen Titel „Vorweihnachtliche Kunstaus-stellung“ firmiert. Der große Publikumserfolgt läßt die Idee einer regelmäßigen Ausrichtung entstehen.

Personelles: (06. Oktober): Dr. phil. Johann-Henrich Schotten wird auf Vor­schlag von Gerhard Methner zum 1. Vorsitzenden des Museums­vereins ge­wählt und löst damit Frau Schrammel ab. Zu seinen neuen Arbeitsschwerpunkten gehören die Dokumentation und In­ventarisierung der vorhandenen Sammlungsbestände sowie eine effektivere Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien.

Kinderkurse: Frau Schrammel entwickelt den Aufbau der Geologischen Ab­teilung mit der museumspädagogischen Betreuung von Kind­ern und Jugendlichen u. a. mit der Abhaltung eines Mineralogie­seminars im vergangenen Winter weiter.

Gebäudesanierung: Die Baudenkmalpflegerin Katharina Thiersch schlägt vor wegen der Witterungsanfälligkeit das offene  Fachwerk des Hochzeits­hau­­­­ses geschossweise zu verschindeln. Daraufhin entwickelt sich ein lebhafter Disput in der Öffentlichkeit („Frau mit drei Unter­röcken“), die das überwiegend ablehnt und die bisherige Gestalt befürwortet.

1993

Gebäudeschäden:

Die äußeren Schäden an Hochzeits- und Patri­zierhaus haben deutlich zuge­nommen; Bauarbeiten wurden noch nicht begon­nen. In Zusammenhang mit der Diskussion um die Außenge­staltung des Hochzeitshauses greift Erich Gerhold mit einem Schreiben an die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Prof. Dr. Meyer, am 25. März in den Disput klärend ein.

Dr. Schotten weist experimentell nach, dass die Windverhält­nis­se am Hochzeitshaus den Regen von unten hochdrücken und daher eine Verschindelung eher schädlich wäre. Dafür heftet er in mehreren Zeilen zahlreiche bunte Wollfäden über die ganze windzugewandte Westseite des Gebäudes mittels Reißzwecken am Fachwerk an, die nach kurzer Zeit alle nach oben stehen und so ein Strömungsbild ergeben. Sein Verfahren wird später von der Baudenkmalpflege übernommen.

Personalien:

(01. Juli): Dr. Schotten nimmt im Rahmen einer AB-Maßnahme seine nun­mehr bezahlte Tätigkeit auf. Zu seinen Aufgaben gehört die Er­stellung Planung für die Weiterentwicklung des Regio­nalmu­seums (unter besonderer Berücksichtigung der Stadt­ge­schichtlichen Abteilung). Darüberhinaus beginnt er unter Rück­­­sprache mit dem Hessischen Museumsverband (u. a. Dr. Reher), Kassel, mit der syste­matischen Überarbeitung der Inven­tari­sie­rung und der Digita­lisierung (zunächst von Reher unter­sagt!) unter Nutzung privat finanzierter Rechner, da von öffent­licher Seite kein Zuschuss zu erwarten ist. Die wichtigste Maßnahme in diesem Zusammenhang dürfte die Anschaffung eines Computer­system 486DX mit 210 MByte Festplatte für die EDV-Inven­tarisierung sein. Es wird mit der Erfassung der archäologischen und volkskundlichen Sammlungen sowie der Bibliotheksbestän­de  begonnen.

Museumsplanung:

(12. Juli): Dr. Schotten legt das erste „Konzept für die Neugliede­rung des Regionalmuseums Fritzlar“ vor. Dabei geht er von dem, auch vertraglich (Stiftung) bedingten Erhalt der Samm­lun­gen aus, für die er eine moderne Organisation und eine Wei­terentwicklung der seit 1965 vom Kreis, 1974 vom Land und 1986 vom Hessischen Museumsverband vorgegebenen regionale Ziele unter Berücksichtigung der städtischen Interessen anstrebt.

(24. August): Der Stiftungsvorsitzende Bgrmstr. Koch möchte, be­dingt auch durch das quantitative Problem der Lagerung („Landhandel Kurz“, E-Werk usw.) sämt­liche Privatgegen­stän­de, so sie keine Dauerleihgaben sind, an die Ei­gen­tümer zu­rückführen, dazu bedarf es, nach der Neukon­zep­tion eines Museumsschwerpunktes zunächst einer Auflistung und Klä­rung der Besitzverhältnisse, die von Dr. Schotten mit Hilfe von Herrn Schaberick erstellt werden soll, was sich aber als nicht ganz einfach erweist. Eine erste, provisorische Liste wird verfasst und vorgelegt.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(15. Januar): Otto und Marianne Schrammel berichten in einem Diavortrag mit Überblendtechnik über ihre Reise nach Island. Die Stadt lädt in den Hardehäöuser Hof ein.

(6. und 7. März): Nunmehr findet der 3. Ostermarkt in der ur- bis frühge­schichtlichen Abteilung des Hochzeitshauses statt, der sich unter der bewährten Mithilf der Familie Leise wieder sehr erfolgreich gestaltet. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Werbearbeit in der Presse und anderen Medien intensiviert werden kann. Die Veranstaltung wird von knapp 2200 Erwachsenen und Kindern besucht, die z. T. auch den Weg ins „Museumscafé“ in der Halle des Patrizierhauses aber auch in die Gemäl­degalerien dort finden.

(22. und 23. Mai): Malkreis Lioba-Haus: Der von Frau Eleonore Schemetzko, Fritz­lar, geleitete Malkreis, der übli­cherweise im Lioba-Haus zu­sam­men­kommt, hatte gebeten, am eine kleine Wochen­end-Ausstellung seiner Werke in der Abteilung einrichten zu dür­fen. Es werden Bilder der unterschiedlichsten Stil­rich­tungen, vor allem aber der Landschaftsmalerei präsentiert. Hier­zu finden sich über 200 Besucher ein.

(27. August – 5. September): Ausstellung russischer Künstler: In Zusammenhang mit privaten Hilfslieferungen nach Rußland, insbes. St. Petersburg (Fam. Guder­jahn, Bammel, Methner) haben sich Kontakte ent­wickelt, die dazu führen, dass Barbara und Harald Bammel, Fritzlar-­Geismar, vor­schla­gen, ihnen bekannt gewordenen Künstlern wie dem Radierer und Graphiker Oleg Rjabow und zweien seiner Kollegen aus der früheren russischen Hauptstadt Gelegenheit zu geben, ihre Bilder zu präsentieren. Es kann mit Hilfe einer Galerie Ratgeber aus Bad Zwesten aber auch durch Eigen­mittel eine Expo­sition realisiert werden, die im Raum der „Truhen­ausstellung“ im 2. Obergeschoß (Raum Nord­west) insge­samt über 300 Besucher anzieht. Einige Kontakte bleiben noch über Jahre erhalten (s. u.).

17. September – 1. Oktober): In den Räumen der Volks- und Raiffeisenbank Fritzlare. G. beteiligt sich das Museum an der Organisation einer Ausstellung mit Werken von Horst Beutlberger, das mit einem Preisausschreiben verbunden ist.

(4. und 5. Dezember): Weihnachts-ausstellung: Der Andrang bei der „Kunstausstellung“ des Weihnachts-marktes ist mit ungefähr 1300 Inte-ressierten (ca. 300 mehr als im letzten Jahr) überaus erfreulich und für die meisten Aussteller, so man hört, wirklich zufriedenstellend. Das mit mancher hilfreicher Hand neuerlich eingerichtete „Museumscafé“ an der und um die Tafel des ehe­maligen Kreistages in der Halle des Patrizier-hauses wird nicht zuletzt durch den Absatz von über 7 Stollen, 14 ltr. Kaffee und ungezählten Mengen Glüh-weins für alle Beteiligten aber nicht zuletzt für das Museum selber eine erfolgreiches Veranstaltung, die sehr motivierend wirkt.

Ausstellung „Fritzlarer Karneval“: Im September beginnen die Vorarbeiten für die Einrichtung der Ausstellung im südost­wärtigen Raum des 2. Obergeschosses im Hochzeits­haus, die ih­ren Anstoß der historischen Aufarbeitung durch das Vereins­mitglied (Kassenführer) Klaus Leise, Fritzlar, verdankt. Dabei hel­fen Alfons und Karl-Heinz Bischof, Dietmar Decher u. a. vom Kol­pingverein („Kolpingnarren“), Otmar Meister, Fritzlar-Züschen, u. a. von den Fritz­larer Stadtnarren „Blau-Weiß“ und der Maler­meister Gerhard Faupel mit seinen Mitarbeitern von der Fritzlarer Kar­ne­valsgesellschaft „Eddernarren“ mit.

      Von Seiten des Vereins ist besonders die hilfreiche Tätig­keit von Wolfgang Schütz, Edermünde-Holzhausen/Hahn zu erwäh­nen. Es ist nötig, eine sta­bile Wand einzuziehen, die Balken von einer wohl im Zusammenhang mit der Einrichtung der Volksschule aufgetragenen Farbe zu reinigen und neu zu fas­sen und zerstörten neueren Putz an der Trennwand zur mittle­ren Halle zu ersetzen. Nach einer mündlichen Vereinbarung zwischen Vereins­leitung und den Vor­sitzenden der beteiligten Vereine bezahlen Verein und Stiftung das benötigte Baumaterial für die Karne­valsausstellung, während die Arbeitskosten von den Vereinen getragen werden.

Inzwischen ist geplant, am 11. Februar des nächsten Jah­res die Ausstellung unter Teilnahme des Herrn Bürger­meisters, des Prinzenpaares, des Vorsitzenden der „In­ter­es­sen­gemeinschaft Karneval Nordhessen“ und aller am Kar­ne­val Inte­ressierten zu eröffnen.

Kinderkurse: Frau Marianne Schrammel setzte ihre Kinderkur­se fort, wobei sie auch die Neuordnung der geologischen Aus­stellung vorantrieb. Die Kurse waren rege besucht. Im Krank­heitsfall führten Herr Heupst und Dr. phil. Schotten die Kurse vertretungsweise durch, wobei auch Führungen in der Altstadt zum Programm gehörten.

1994

Baumaßnahmen:

(21. Januar): Die politischen Entscheidungen zur wieder dringend nötigen Sanierung des Hochzeitshauses sind gefallen. Allerdings betreffen sie zunächst mit der Erhaltung des Sichtfachwerkes nur das Äußere des 400 Jahre alten Gebäudes. Inwieweit es bereits Planungen für die Untersuchung, Sanierung und Erhaltung gibt, ist bislang nicht bekannt, so daß seitens des Museumsvereins noch keine Vorsorge für den Erhalt und die Unterbringungen der z. T. ja gerade noch frisch eingerichteten Abteilungen getroffen werden kann.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(11. Februar): Karnevalsausstellung. An diesem Abend kann unter reger Anteilnahme der beteiligten Vereine endlich die Karnevals­ausstellung eröffnet werden. Zu dem Zwecke hatten die aktiven Mitglieder des Museumsvereins die Landwirtschaftsabteilung so umgestaltet, dass sie den ess- und trinkfreudigen Gästen Raum bietet. Für eine, bei der klirrenden Kälte auch nötige, heiße Gu­lasch­suppe sorgt Herr Platzek, für die Getränke die Fa. Steinmetz; die Bierkrüge stellen die KoIpingsnarren zur Verfügung. Die Stimmung hält bis Mitternacht an.

Daß es schon in der Stiftskirche St. Peter („Dom“) aus der Zeit um 1200 die Darstellung eines Narren gibt, man also in gewissermaßen langer guter Tradition feiert, beflügelt die Teilnehmer ungemein, dazu kommen aber auch Quellen und Erinnerungsstücke aus späterer Zeit einschließlich der ersten Schallplatte mit einem Lied von Franz Josef („Bubi“) Malkus aus dem Jahre 1949.

      Das Echo in der Presse ist äußerst positiv, auch HR 4 berichtet kurz darüber. Weil die Exposition erst kurz vor Saison­ende eröffnet werden konnte, wird beschIossen, sie bis zum Ende der Kampagne 1995 stehen zu lassen und sie bis zum Winter 1994 zu erweitern. Am 30. Dezember beginnt eine Veran­staltung der Kolpingsnarren in der Ausstellung. Besucher sind überwiegend Alteinheimische. Auswärtige Be­sucher (vor allem Kurgäste aus den umliegenden Bädern) zeigen sich überrascht und erfreut. Auch Dr. Reher vom Hessischen Museumsverband ist angetan.

(26. – 27. Februar): An diesem Wochenende findet der nunmehr 4. Ostermarkt in der ur- bis frühge­schichtlichen Abteilung des Hoch-zeitshauses statt, der sich unter der bewähr­ten Mithilfe der Familie Leise wieder sehr erfolgreich gestaltet. Die Veran­staltung wird von knapp 2582 Personen, davon waren 389 Kinder, besucht, womit beinahe sowohl die Fassungsvermögen des Hochzeits-hauses aber auch des „Museumscafés“ in der Halle des Patrizierhauses und der Gemäldegalerie ziemlich überfor-dert ist, die Leistungsvermögen der aktiven Vereins­mitglieder fast erschöpft sind,

(19. – 21. August): Stadtfest „Nostalgisches Spectaculum“. Diese Veranstaltung wird stadtseitig und von der „Wer­begemeinschaft Fritzlar“ wgf im Bereich von Markt- und Domplatz als eine Art Mischung aus reduziertem „Mittelalterlichen Markt“ und Floh­markt ausgerichtet, und beim Regionalmuseum war nur zunächst angefragt worden, ob man sich auf irgendeine Weise beteiligen wollte. Die aktiven Mitglieder des Vereins be­schließen daraufhin, das Motto im Rahmen ihrer Möglichkeiten wörtlich zu neh­men und richten für Samstag und Sonntag neben den geöffneten Ausstellun­gen im Hof des Hochzeitshauses Stände für einen Glasbläser (Herr Hoernig aus Eisenach, der uns zuliebe einen Termin in Saarbrücken ausfallen läßt) und einen Waffen-, Messer- und Feuerzeug-Schmied ein (Herr Wolfgang Schütz, Holzhau­sen/Hahn). Dazu fertigt der Unterzeichner Fladenbrote auf dem offenen Plat­tenherd, zu denen allerlei Beilagen nach antiken und mittelalterlichen Rezeptvorlagen gereicht werden. Derweil betrei­ben die Fam. Leise und Herr Kattwinkel in der Halle des Patrizierhauses wieder das „Museumscafé“; im Hof dahinter war durch die Vereinsmitglieder Wolfgang Pause und Wolfgang Schütz ein festes Zelt besorgt worden, dass die Kaffeegäste und andere der über 2500 Besucher vor jeder Witterung birgt.

      Eine Besonderheit des „Museumscafés“ ist die erstmalige Vorstellung des, nach einer Initiative von Herrn Werner Katt­winkel, frisch und gratis von Herrn Uhrmachermeister Sieben­eicher und seiner Gattin, Kassel, instandgesetzten „PoIyphon“, einer Spieluhr aus der Zeit der Jahrhundertwende (normalerweise in der Technikabteilung im 2. OG. des Hoch­zeitshauses), die uns die Erben des ehem. Hotels und Restaurants „Kaierpfalz“ überlassen haben. Die „Hessische Allge­meine“ (HNA) berichtet darüber. Überhaupt sollten die vielen freiwilligen Helfer, die noch nicht einmal Mitglieder des Vereins sind, bei diesem Fest erwähnt werden Es handelt sich dabei um Kinder aus der Nachbarstraße (Teilnehmer an den Kursen Frau Schrammels) oder um Nachbarn der Fam. Leise, bisweilen sogar um Besucher, die im Café aushelfen.

Ausstellung Gebhardt: Die Gemäldeausstellung Gebhardt wird inzwischen im 3. OG. des Patrizier­hauses vom Unterzeichner an museumseigene Stellwände gehängt. Die „Hessische Allgemeine“ berichtet darüber. Sie befindet sich, mit Einverständnis von Frau Charlotte Otto, inmitten der Ausstellung ihres Gatten und bildet so einen reizvollen Kontrast, der die Vielfalt der eigenen Wege von Schülern Richard Guhrs belegt. Die Galerien haben zu häufigeren Kontakten und Besuchern geführt, die aus den neuen Bundeslän­dern stammen.

      Es besteht hier die Gelegenheit, an die Hilfe zu erinnern, die uns durch Arbeiter des städtischen Bauhofes zuteil wird, welche bei der Umlastung schwererer Gegenstände (Maschinen, Stell­ta­feln u. ä.) zur Stelle sind.

(11. November): Die Karnevalsausstellung wird nach eine kleinen Überarbeitung für die neue Saison wieder zugänglich gemacht, die HNA berichtet darüber in einem informativen Artikel.

Weihnachtsausstellung: Der Besuch bei der 4. „Kunstausstellung“ des Weihnachts­mark­tes, der am 3.-4. Dezember stattfindet, kann mit ungefähr 1080 Interessierten, davon etwa 190 Kinder (insgesamt ca. 200 weniger als letztes Jahr) durchaus als Erfolg gewertet werden, da die Ver­kehrsführung auf dem Weihnachts­markt (Marktplatz) und der Zugang zum Hochzeitshaus von Osten her in diesem Jahr noch unüber­sichtlicher war als im letzten. Auch das regnerische Wetter trägt das seine bei. Die Aussteller zeigen sich aber dennoch zufrieden. Auch das inzwischen schon traditionelle „Museums­café“ an der und um die Tafel des ehemaligen Kreistages in der Halle des Patrizierhauses wird recht gut frequentiert, nicht zuletzt durch das wiederum präsentierte „Polyphon“, dem man auch Weih­nachtsklänge der Jahrhundertwende entlocken kann. Einige Bäckermeister lassen es sich nicht nehmen, sich nach Verbleib und Zuspruch der von ihnen gestifteten Stollen persönlich zu erkundigen.

Das Dekorationsmaterial wirde, wie jedes Jahr, wieder vom städ­ti­schen Förster, Herrn Schütz, geliefert. Herr Schaberick ge­stal­tet die Ausstattung der Hallen im Hochzeits- und Patrizier­haus. Die Stadthalle (Herr Platzek) leiht uns freundlicherweise wie­­der Kaffee­automaten, Geschirr und Besteck für das „Mu­seums­­café“.

Kinderkurse: Frau Marianne Schrammel setzt ihre Kinderkurse fort, wobei sie auch die Neuordnung der geologischen Ausstellung vorantreibt. Die Kurse sind rege besucht.

Zugänge: Helmut Busch übereignet sein umfangreiches Photoarchiv dem Museum. Seine Inventarisierung durch Dr. Schotten führt zu einer grundsätzlichen Neuorganisation der Bildarchive.

Neugestaltung Stadtgeschichte: Die vom Unterzeichner erar­bei­tete Neukonzeption des Museums liegt inzwi­schen dem Magistrat vor. Sie sieht, nach den Vorgaben von Hans Mangold 1986 (s. o.), eine maßvolle Schwerpunktbil­dung und Erweite­rung Richtung Stadt­geschichte unter Beibe­haltung der Per­spek­tive eines Regio­nalmuseums vor („Stadt in ihrer Region“), wofür sich Heintel und Schotten aussprechen. Leider sind die Restau­rie­rungs­arbei­ten am Hochzeitshaus und die finanziellen Möglich­keiten des Stadt mit so vielen Unwägbarkeiten behaftet, dass auf einstimmi­gen Bes­chIuss der Stiftung eine Verwirkli­chung der Pläne vor­läufig zu­rück­gestellt wird.

1995

Personalien:

(19. September): Dr. Schotten erhält für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit den Ehrenbrief des Landes Hessen.

(22. November): Die zukünftige Vorsitzende des Stadtverbandes unterstellt dem 1. Vorsitzenden des Museumsvereins unverholen die Absicht ihrer Partei beizutreten, obwohl er daran nie gedacht bzw. sich diesbezüglich geäußert hat. Ein Beitrittsformular mit einem Titelbild von Manfred Kanther liegt praktischerweise gleich bei.

Ob die Verleihung des Ehrenbriefes in der Partei die Idee aufkommen lässt sich mit dem Ausgezeichneten zu schmücken, kann nur vermutet werden. Das Schreiben bleibt aber aus persönlichen und prinzipiellen Gründen unbeantwortet.

Baumaßnahmen:

(21. Juli): Offizieller Beginn der Renovierungsarbeiten am und im Hoch­zeits­­haus, die bis zum Jahre 2000 beendet sein sollen.

Zu diesem Zeitpunkt liegen anscheinend weder dem Stadtbauamt, noch dem Planungsbüro und den ausführenden Firmen die vollständigen früheren Grundrisspläne noch die statischen Berechnungen oder die Untersuchungsberichte vor, sie müssen (ähnlich wie bei den späteren Planungunge für die Instandsetzung des Patrizierhauses) aus den Akten des Regionalmuseums kopiert werden, die von Hans Heintel und Egon Schaberick seinerzeit dort gesichert worden waren.

(4. August): Beginn der Einrüstmaßnahmen. Die Reparatur- und Umbautätigkeit sowie die Neueinrichtung wird bis Oktober 2021 nicht abgeschlossen sein.

(10. August): Beginn von Lagerarbeiten, die sich vom alten E-Werk am „Blaumüh-lenweg“ bis in die Stadt hinein erstrecken und z. T. nur mit Hilfe des Bauhofes und privater Initiativen zu bewältigen sind.

Im Gebäude des ehem. „Landhandels Kurz“ am Jordan befinden sich noch umfangreiche Bestände der volks-kundlichen Sammlungen wie Acker-geräte u. a., die vor dem Abriss des Gebäudes für die Krankenhauser-weiterung noch entfernt und anders-wo untergebracht werden müssen. Die Räumungsarbeiten unter der Leitung von Egon Schaberick ziehen sich mehrere Wochen hin. Ein Teil gelangt ins Hochzeitshaus, ein anderer in die Remise hinter dem Haus Orth (Patri-zierhaus) und vieles findet (zunächst provisorisch gegen eine monatliche Vergütung) im nicht mehr genutzten OG. der Scheune von Wilhelm Türich Platz.

(September-Oktober): Während der baubegleitenden archäologischen Untersuchungen in Zusammenhang mit der Erweiterung des Heilig-Geist-Hospital bis an die Jordangasse („den Jordan“) birgt der Prähistoriker Robert Heiner aus Marburg ein steinernes Fußbodenmosaik aus dem 13.-14. Jahrhundert, das sofort als erhaltenswert erkannt wird, worauf man eine Spendenaktion initiiert.

Der leitende Arzt Dr. med. Peter Trosse hat zunächst eigene Vorstellungen zur Präsentation, die aber nicht realisierbar scheinen. Daher wird das tonnenschwere Fragment zunächst zwischen gelagert, um später (s. u. 2011) innerhalb des Hochzeitshauses endgültig untergebracht zu werden.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

Karnevalsausstellung: Mit dem Aschermittwoch dieses Jahres kommt auch das Ende der Ausstellung. Die Vitrinen werden ander­weitig verwendet, Ausstattung und Schaufensterpuppen überwie­gend zurückgegeben, der Rest eingeräumt. Seit November steht die nunmehr zweite Saison an, die eine kleinere Exposition zeigt da mehrere Vitrinen noch in der Photoausstellung (s. u.) ge­braucht wurden,

(11. und 12. März): findet der nunmehr 5. Ostermarkt in der ur- bis frühge­schichtlichen Abteilung des Hochzeitshauses statt, der sich unter der bewähr­ten Mithilfe der Familie Leise wieder sehr erfolgreich gestaltet. Die Veran­staltung wird von knapp 2010 Personen, davon sind 207 Kinder, besucht. Die Aus­stel­ler zeigen sich überwiegend befriedigt, Das „Museums­café“ wieder mit „Polyphon“ musikalisch umrahmt, bietet unter Mit­hilfe von den Herren Katwin­kel und Leise, letzterer mit Unter­stützung seiner Gattin Andrea und dem Unterzeichner ein be­kömm­liches Angebot, dem gerne entsprochen wird.

(9. April – 19. Mai): Ausstellung „95 Jahre Hans Otto“. Auf Anregung von Frau Charlotte Otto, der Witwe des Künstlers, wird an den 95. Geburtstag von Hans Otto, am 19. Mai, zugleich an seinen 30. Todestag (1900-1965) erinnert. Zu diesem Zwecke dekoriert sie die Ausstellung um und besorgt sein letztes Werk, eine Aquarell­kopie, leihweise aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürn­berg. Die Besucher stammen überwiegend aus Bad Zwesten und Bad Wildungen. Die Presse berichtete darüber.

(6. – 9. Juni): Die Projektwoche „Prähistorische Techniken“ findet in der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung im Hoch­zeitshaus und auf dem Museumhof als eine vom Unterzeichner geleitete Veranstaltung mit 7-10-jährigen Schülern statt, welche die Lehrerin Anne Faupel an der Grund­schule in Gudensberg angeregt hat. Dabei werden Steine, Holz, Geweih, Kno­chen und Leder verarbeitet, Perlen fabriziert und schließlich ein vorgeschicht­licher Eintopf gekocht, dessen Feuer mit Flint, Baumschwamm und Schlageisen entzün­det werden. Diese Materialien stellte Harm Paulsen, Schleswig, zur Verfügung. Es assistiert Bodo Thiel. Frau Ulrike Lange-Michael von der HNA berichtet.

(16. Juli – 4. August): Ausstellung „Die Augen des Oleg Rjabow“ (Arbeitstitel): Im Raum der bisherigen Karnevalsausstellung (Wechselaus­stel­lung) wird eine Exposition mit Werken des russischen Graphikers und Radierers Oleg Rjabow aus St. Petersburg gezelgt, der bereits vor zwei Jahren im Hochzeitshaus zu sehen war. Die Ausstellung wir­d in Kooperation mit dem Bilderhaus Synchro Media e. V. (BieIe Emmenberger und Delia Henss) in Schwalmstadt-Treysa organisiert; daher stammen viele Besucher aus dem weiteren Kreisgebiet. Aber auch Einheimi­sche besuchen, bestellen und kaufen.

(19.- 21. August): Stadtfest der „Werbegemeinschaft Fritzlar“: Diese Veranstaltung wird stadtseitig und von der „Wer­begemeinschaft Fritzlar wgfim Bereich von Markt- und Dom­platz auf eine etwas zeitgenössischere Art und Weise als im letzten Jahre ausgerichtet. Das Museum bietet erneut als Waffen-. Messer- und Feuerzeug-Schmied Herrn Wolf­gang Schütz (Holzhausen/Hahn) auf, neben ihm ein Holzschnitzer, dazu der Unterzeichner wieder als Fladenbrotbäcker auf dem offenen Plat­ten­herd, zu denen allerlei Beilagen nach antiken und mittelalter­lichen Rezeptvorlagen gereicht wurden, wobei sich der Rindsgu­lasch in Honig als äußerst erfolgreich erweist. Neben ihm pla­zieren sich eine Töpferei aus Falkenberg und ein ökologisch-altertümlicher Gemüsestand aus Gombeth, der auch allerlei Hand­­werksprodukte feilbietet. Im Hof hinter dem Patrizierhaus steht durch die Vereinsmitglieder Wolfgang Pause und Wolfgang Schütz wie im letzten Jahr ein festes Zelt, dass die Kaffeegäste und andere der schätzungsweise doch um die 2000 Besucher vor jeder Witterung birgt.

      Das Museumscafé“ wird dieses Jahr kooperativ und äus­serst umsatzstark vom „Kulturverein Fritzlar e. V.“ betreut, der unter der Leitung von Dr. med. Skubella auch einen Bücherver­kauf zu gemeinnützigen Zwecken auf dem Mu­seumshof durch­führt Die „Hessi­sche Allgemeine“ (HNA) berichtet wieder darü­ber. Auch die vielen freiwilligen Helfer, darunter -wie im letzten Jahr- die Museums­kinder und -jugendlichen, sollen hier nicht vergessen werden.

(29. September – 25. Dezember): Die „FRITZLAR OBJEKTIV. Photoausstellung Clausius/Busch 1937-1973“. Seit dem Frühjahr sind die Vereinsmitglieder Karl Burchart, Klaus Leise und der Unterzeichner vier Monate damit beschäftigt, die Abzüge der 15 000 Kleinbildnegative aus dem Archiv Clausius/Busch für die Inventarisation zu beschriften. Seit dem Sommer beginnt die Vorbereitung für die Ausstellung, die dann mit Hilfe der Volks- und Raiffeisenbank Fritzlar, der Fa. „Ihr Platz“ (“Seifen-Platz“), und der Fam. Horn, Niedenstein, und Henneberg, NiedermöIlrich, u. a. am 29. September mit 200 zur Vernissage geladenen Gästen eröffnet wer­den kann. Es werden über 220 Vergrößerungen gezeigt, daneben Gegenstände und Arrange­ments aus den 50er Jahren und, mit Hilfe der Video-Anlage, auch zeitgenössische filmische Begleitung. Vor allem die Assi­stenz der Fam. Busch­-Methner und von Wolfgang Schütz sowie weiterer freiwilliger Hel­fer erweist sich als unerläßlich. Insgesamt sehen etwa 1100 Besucher die Exposition in den zwei Monaten. Manfred Range und sein Freundeskreis nutzen die Gelegenheit die Erlebnisse ihrer Teenager-Zeit in diesem Ambiente an einem freuchtfröhlichen Abend noch einmal Revue passieren zu lassen.

      Parallel zu den Vorbereitungen stellen die Bear­beiter eine Begleitung zur Aus­stellung zusammen, das als Heft 10 der Reihe des Fritzlarer Geschichtsvereins erscheint (s. Veröffentlichungen). Nach einer Verlänge­rung endet die Ausstel­lung offiziell am 30. No­vember, wird für Weihnachts­gäste aber noch einmal am 25. Dezember gezeigt. So­wohl die Vorbereitungen als auch der Abverkauf bestellter Photos zeigt sich als sehr arbeitsintensiv, daher ist das Projekt auch noch nicht abge­schlossen. Die Inventarisierung muß noch fortge­führt werden. Nicht nur die Zeitung (HNA) berichtet, auch HR 4 (Petra Nagel) sendete ein Feature, ein Fernsehbericht im „Hessischen Bilderbogen“ steht an.

(9.-10. Dezember): Der Besuch bei der 5. „Kunst­aus­stellung“ des Weihnachtsmarktes war mit ungefähr 797 Interessierten, darunter etwa 70 Kindern dieses Jahr nicht so berauschend. Das mag zum einen am kalten Wetter gele­gen haben, vielleicht aber auch an einer allgemein finanziell ange­spannteren Situa­tion. Der zeitgleiche „Weihnachtsmarkt“ der wgf lief ebenfalls nur sehr zäh an und kam erst gegen die Abende etwas in Fahrt. Zu Werbezwecken war nicht nur über mehrere Ausgaben im „Wochen­spiegel“ berichtet worden, auch die HNA war mit Vorrausmel­dungen einbezogen, und über die Straße am Hochzeits­haus spann­te ein Transparent, das der Verein den Herren Schütz und Raabe verdankte (auch den Hausbesitzern Clobes und Lambach, schließ­lich den Stadtwerken sei Dank). Die Aussteller zeigten sich nicht zufrieden, und es wurde daher beschlossen, das Standgeld zu hal­bieren.

Auch das inzwischen schon traditionelle „Museums­café“ mit „Polyphon“ an der und um die Tafel des ehe­maligen Kreistages im Patrizierhaus wird etwas weniger frequentiert. Die Betreuung liegt z. T. wieder in den Händen von Mitgliedern des kooperieren­den „Kulturver­eins“, der auch wieder Bücher verkauft.

Das Dekorationsmaterial wird, wie jedes Jahr, wieder vom städtischen Förster, Herrn Schütz, geliefert. Herr Leise gestaltet mit dem Unterzeichner die Aus­stattung der Hallen im Hochzeits- und Patrizierhaus. Die Stadt­halle (Herr Platzek) lieh uns freundlicherweise wieder Kaffee­automaten, Geschirr und Besteck für das Mu­seums­­café.

Kinderkurse:

Frau Marianne Schrammel setzte die Kinderkurse fort, wobei sie auch die Neu­ordnung der geologischen Aus­stellung vorantrieb. Die Kurse boten ein buntes Kaleidoskop von Reiseberichten aus China, Einführungen in die Mineralien bis zu Bastelabenden für Laternen mit handbemalten Gläsern.

1996

Gebäudesanierung: Erste erkennbare Bauschäden (wohl durch unsachgemäße Re­staurierungsmaßnehmen verursacht) am Patrizierhaus erkenn­bar.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

Karnevalsausstel­lung. Da das Echo auf die letzte Karnevalsausstellung sehr deut­lich nachgelassen hat (lediglich die „Kolpingsnarren“ zeigen noch Inter­esse), wird in diesem Jahr auf den Aufwand verzichtet und nur in der „Jubiläumsausstellung“ (s. u.) dieser Aktion gedacht.

(02.-03. März): Es findet der nunmehr 6. Ostermarkt in der ur- bis frühge­schichtlichen Abteilung des Hochzeitshauses statt, der sich unter der bewähr­ten Mithilfe der Familie Leise wieder sehr erfolgreich gestaltete. Die Veran­staltung wird von knapp 2205 Personen, davon waren 333 Kinder, besucht. Dies zeigt eine deutliche Steigerung um fast 10%, die den Ostermarkt zur erfolgreichsten Veranstaltung des Museums überhaupt macht! Die Aussteller zeigen sich überwiegend zufrieden. Auf das „Museumscafè“ im Patrizierhaus muss leider verzichtet werden, weil die kalte Witterung dies nicht zumutbar erscheinen lässt. Auch die Aussteller frieren trotz Hallenheizung im Hochzeits­haus doch sehr merklich.

(10. Juli): Jahreshauptversammlung (JHV) des Museumsvereins.

(18. Juli): Frau Marianne Schrammel führt im Rahmen der Integration von Übersiedlern eine Museumsführung für eine Gruppe von Deutschen aus Kasachstan durch.

(17.-18. August): „Nostalgischer Markt“ der Stadt Fritzlar. Diese Veranstaltung wird stadtseitig im Bereich von Markt- und Domplatz ausgerichtet. Das Museum bietet erneut als Waffen-, Messer- und Feuerzeug-Schmied Herrn Wolfgang Schütz (Holzhausen/Hahn) auf, neben ihm ein Bleiverglaser aus Wabern, Gerd Baumann, Bad Wildungen­-Reinhartshausen als Kettenhemdflechter sowie die Töpfergruppe aus Falkenberg und Hermann Brede mit Giesa Hotte als Metschankwirt und Verkäufer mittelalterlichen Kleinkrams.

      Das Museumscafè befindet sich diesmal fest in der Hand der Frauen aus der Schützengilde unter der Leitung von Frau Waltraut Bischof. Die Gruppe arbeitet selbständig und auf eigene Rechnung, übergibt dem Verein aber am Schluß eine Spende. Das fällt ihr leicht, den die Damen verkaufen etwa 80 Kuchen und Torten und schenken über 700 Tassen Kaffee aus!

      Die Ursache für dieses Engagement entspringt der in diesem Jahr zum ersten Male durchgeführten Kooperation von Museumsverein und Schützengilde von 1890 (1463) e.V. Dabei veranstalten die beiden Verein das „1. historische Langbo­genturnier“, das auf dem Gelände der ehem. erzbischöflichen Burg („Bolzplatz“) am Burggraben stattfindet. Hier finden sich an den zwei Tagen mehrere Tausend Besucher ein, von denen über 400 ihr Glück auf den Schieß­ständen versuchen. Die Regeln lehnen sich experimentell an historische Vorbilder an, müssen aber noch vernünftig ausgearbeitet werden, wobei uns Herr Reiner Strauß und seine Gattin, Lehrer der Christophorus-Schule Bad Zwesten-Oberurff wie bisher unterstützen werden. Daneben betätigt sich der Unterzeichner wieder als Fladenbrotbäcker auf dem offenen Plattenherd, zu denen allerlei Beilagen nach antiken und mittelalterlichen Rezeptvorlagen gereicht werden, wobei sich der Rindsgulasch in Honig wiederum als äußerst erfolgreich erweist. Ihm stehen aus dem Jugendkurs die Gebrüder Link wie auch Sebastian und Thomas Ochs zur Seite.

(20. November): Das Modell für den frühgeschichtliche Gehöft Geismar (Erbauer Architekt Voss) wird vorgestellt. Ortsbesichti­gung für den Bauplatz des frühge­schichtlichen Gehöftes zur 1250-Jahrfeier Geismar.

(Dezember): Frau Marianne Schrammel stellt ihre Publikation „Der Goldbergbau an der Eder“ als Nr. 11 der Beiträge zur Stadtgeschichte des Geschichtsvereins Fritzlar e. V. vor (s. Veröffentlichungen) und referiert zu Geschichte und Technik der Goldgewinnung.

Parallel dazu präsentiert sie in der Geologischen Abteilung im Patrizierhaus erneut Goldfunde aus der Region, darunter befinden sich Stufen aus den Prospektionen von Dr. Jens Kulick(+) am Eisenberg bei Korbach und eine Kutze, die an die Goldwaschversuche von 1832-1835 an der mittleren Eder erinnert und ihr privat zur Verfügung gestellt wurde.

(07.­-08. Dezember): Der Besuch bei der 6. „Kunstausstellung“ des Weihnachtsmarktes, der am stattfindet, ist mit ungefähr 808, darunter etwa 101 Kindern dieses Jahr nur ein wenig mehr als letztes Mal besucht. Das mag zum einen an dem in diesem Jahr noch kälteren Wetter liegen, vielleicht aber auch an einer allgemein finanziell angespannteren Situation. Ähnliches wird vom „Weihnachtsmarkt“ der wgf berichtet. Zu Werbezwecken wird nicht nur über mehrere Ausgaben im „Wochenspiegel“ berichtet und an den Geschäften sowie den Hauswänden von Fritzlar und Umgebung plakatiert, auch die „HNA“ und die neu auf dem Markt befindlichen „Heimat-Nachrichten“, Melsungen, sind mit Vorausmeldungen einbezogen, und über die Straße am Hoch­zeitshaus spannt ein Transparent, das der Verein den Herren W. Schütz und Raabe verdankt (auch den Hausbesitzern Clobes und Lambach, schließlich sei den Stad­werken Dank). Die Aussteller zeigen sich zufrieden, nicht zuletzt auch deswegen, weil es Herr Schütz mit Hilfe eines Gasgebläses gelingt, eine angenehme Raum­temperatur zu erreichen, wie es nach den letzten Erfah­rungen versprochen worden war.

      Das inzwischen schon traditionelle „Museumscafè“ nutzt diesmal den Raum der Frühgeschichte im Erdgeschoß des Hochzeitshauses, weil es im Patrizierhaus einfach zu kalt ist Die Betreuung liegt wieder in den Händen von Klaus und Andrea Leise sowie dem Unterzeichner. Stollen spenden die Bäckereien Fuhr­mann, Hetzler und Schwarz (Cafè Hahn), Mohn- und Streuselkuchen werden bei den Bäckereien Henke (ehem. Langhans) und Hetzler vergünstigt eingekauft.

      Das Dekorationsmaterial wird dieses Jahr über die Fam. Gleichmann, Geismar und Schaberick besorgt. Auch Frau Gerhold (St.Martins-Apotheke) stattet uns mit Puppen aus ihrem reichen Sortiment aus. Die Stadthalle (Herr Platzek) stellt uns freundlicherweise wieder Kaffeeautomaten, Geschirr und Besteck für das Museumscafè zur Verfügung. Die Tische müssen wir uns -wegen der „Festdichte“ an diesem Wochenende- allerding von der Fa. Durstewitz entleihen.

      Anläßlich des nahen Weihnachtsfestes bringt der Verein eine französisch­sprachige Weihnachtspostkarte aus dem Archiv Busch auf den Markt; aus der Auflage von 200 Stück kann fast die Hälfte abgesetzt werden.

Den Auslöser für die Herstellung der Karte bildet die damalige Bitte des französischen Standortkommandaten seinen Soldaten einen Gruß an die Heimat zu ermöglichen (Details rekonstruiert).

(11. Dezember): Zum 40jährigen Jubiläum der Museumsgrün­dung findet am eine kleine Feierstunde statt, der eine außer­ordentliche Mitglie­derversammlung vorausgeht. Diese verhält­nismäßig gut besuchte Versammlung beschließt auf Antrag einstimmig Herrn Heinrich Heupst wegen seiner unermüdlichen Tätigkeit die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Als äußeres Zeichen wird ihm eine bronzene Sichel der Urnenfelderzeit (Replik über Herrn Wolfgang Schütz) überreicht.

      Die Feierstunde gestaltet nach den Begrüßungen durch den Unterzeichner und den 1. Vorsitzenden der Stiftung Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange als Fest­redner und Dr. phil. habil. Norbert Wand, Bensheim. Es folgen Grußworte der koope­rierenden Institutionen und Vereine (Details in der Presse) sowie die Ehrungen der überlebenden Gründungsmitglieder (die Herren Hans Heintel und Helmut Busch) und besonders Aktiver der letzten 10 Jahre. Die musikalische Umrahmung wird von Frau Helma Fischer am E-Klavier und Frau Barbara Ott mit der Querflöte gestaltet.

      Im Rahmen der Feier wird auch eine „Jubiläumsausstellung“ der Öffentlichkeit vorgestellt, für die Herr Heintel die Photovorlagen lieferte. Sie zeigt ver­gangene und aktuelle Aktivitäten. Besonders der Bereich „Experimentelle Archäologie“ wird in den letzten Dezembertagen bei Schulbesuchen erfolgreich erprobt.

(17. Dezember): Gründung der Stadtführergilde im 2. OG. des „Kaufhäuschen“ der Michelsbruderschaft (Haus Clausius-Busch). Der Anregung von Gerhard Methner folgen zunächst alle an der Heimatgeschichte Interessierten und (damals noch „Fremdenverkehr“ genannten) im Tourismus Aktiven.

(23. Dezember) Erste Begehung des Museums zur bauliches Be­standsaufnahme mit Bau. Ing. Wolfgang und Peter Hryčak.

Kinderkurse: Frau Marianne Schrammel setzt die Kinderkurse fort. Die kleineren Kinder wer­den in die Archäologie der Bronzezeit ein- und an die Steine der Fritzlarer Alt­stadt herangeführt; die größeren setzen die systematische Inventarisation der Mineralogie fort üben sich in chemischer Formelsprache. In Vertretung stellt der Unterzeichner mit Hilfe von Modellen und Figurinen Wikinger- und Ritterzeit vor.

1997

Personalien:

(10. August): Nach einem ereignisreichen und produktiven Leben stirbt das Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft und der für das Museum langjährig tätige Photograph und Drogist Helmut Busch, dessen Werk und dem seiner bereits 1969 verstorbenen Ehefrau Maria Clausius vor 2 Jahren (s. o. 1995) wir im Regionalmuseum noch eine große Ausstellung widmen konnten.

Baumaßnahmen: (03. Januar): Es findet eine weitere Be­ge­hung des Museums mit Wolf­gang Hryčak statt. Dabei erste konkrete Überlegungen zur Vergröße­rung und Neugestal­tung der stadtgeschichtlichen Abtei­lung.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(22. und 23. Februar): In den Räumen der Vor- und Frühge­schichte im Hochzeitshause findet der nun schon tradi­tio­nelle Oster­markt („Vorösterliche Kunstausstellung“) statt, der von fast 1600 Interessierten be­sucht wird. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre ergibt sich die Notwendigkeit, den Raum mit Pro­pan­gas zu heizen. Wolfgang Schütz stellt die Kontakte her und organisiert die Aufstellung der Strahler. Auch wird das Museumscafé zusätzlich hier unterge­bracht. Trotz der zusätzlichen Kosten ist der Markt sowohl finanziell als auch in der öffentlichen Wirk­sam­keit wieder ein voller Erfolg.

(19. März): An diesem Tag besucht eine Gruppe vom Kasseler Hausfrauenverband das Museum und insbesonders die volkskundliche Abteilung sowie die Ofensammlung. Einige Damen sind Übersiedlerinnen aus dem Osten, die mit unseren museal gezeigten Geräten noch tagtäglich umgegangen sind und sie erklären können.

(27. April): Am Eröffnungstag wird mit einer kleinen Vernissage die nunmehr dritte Ausstellung des russischen Künst­lers Oleg Rjabow, St. Petersburg, in den Räumen der Sammlung Guhr gezeigt. Die vierwöchige Exposition ist dann anschließend ab dem 13. Juni auch in der „Kulturschmiede“ in Calden zu sehen. Bei der Orga­nisation darf hier dem Ehepaar Barbara und Hermann Bammel, Fritzlar-Geismar, sowie Delia Henss und Biele Emmenberger, Schwalmstadt-Michelstadt, gedankt werden.

(16. Juli): Erstmals wird die Ausstellung des Naumburger Künstlers Burkhard Niebert im Rahmen des Alt­stadt­festes der Öffentlich­keit zugänglich gemacht. Seine natu­ralistisch-romantische Mal weise in Öl war ein Experiment des Geschmacks, aber es scheint gelungen, wie der Anklang zeigte.

( 15. – 17. August): Altstadtfest der wgf. Dieses Jahr wird das Altsstadtfest am 15.-17. August durch die wgf veranstaltet. Das Museum hält am Wochenende bei dieser Gelegenheit den „Tag der offe­nen Tür“ ab. Im Innenhof wird wieder Fladenbrot gebacken, der Glaser Maywald aus Wabern führt seine Kunst vor, und die Schmiede wird aufgebaut. Sei es aus Terminschwierigkeiten oder mangeln­der Lust, ohne die Muse­umsjugend unter Simon Schöffler und die Herren Heupst und Katt­winkel sowie die Familie Leise mit ihrem Freundeskreis, die Waf­feln backen und ver­kaufen, wäre die Ver­anstaltung eine große Pleite, d. h. die Aktivitäten gehen überwiegend von Nichtmitgliedern des Vereins aus. Das ist kein schönes Bild!

(November): Beginn des Gehöft-Aufbaues für die Jubiläumsfeiern im nächsten Jahr durch die 34 Mitglieder der Interessengemeinschaft „Alt Geismar“ unter der Leitung von Hans Günter Humburg.

(19. November): Wegen Terminschwierigkeiten findet die Jahreshauptversamm­lung des Vereins erst heute statt. Es ist etwa ein Drittel der Mitglieder anwesend. Das Protokoll wird auf der nächsten Jah­reshauptversammlung verteilt oder kann auf An­forderung zugesandt werden. Es sei an dieser Stelle erneut an die Entrichtung ausstehender Jahresbeiträge erinnert.

(6. und 7. Dezember): 7. Weihnachtsmarkt. Die Veranstal­tung, im Wesentlichen wieder von der Fam. Leise organisiert, zu der parallel die Museumsjugend im Patrizierhaus erneut ihren Flohmarkt abhält, erfüllt mit über 700 Besuchern an den beiden Tagen die Erwartungen. Es fällt allerdings auf, dass zwar die Frequenz gehalten werden kann, die Kauflust je­doch ge­ringer ist; das gilt aber offenbar auch für den zeitgleichen Weihnachtsmarkt der wgf.

Unter den Helfern im Museumscafé sollten neben unseren langjährigen Mitgliedern Heinrich Heupst, Werner Kattwinkel und Lothar Horstmann beson­ders der Bäckergeselle Klaus Kübli, die Stadtführerin Marlies Heer aus Gudensberg und die ehem. Praktikantin Sylvia Penka erwähnt werden, die sämtlich dem Verein (noch) nicht ange­hören.

 (12. Dezember 1997 – 11. Januar 1998): Ausstellung „Historische Ansichtskarten aus Fritzlar“ vom : Mit einer auch, trotz mehrerer Kon­kur­renz­ver­anstal­tungen, von kommunaler Prominenz gut be­suchten Vernis­sage wird nach 11 Jahren zur Weihnachtszeit wieder eine Ausstel­lung historischer Ansichtspostkarten eröffnet.

Martin Opfer, Bad Zwesten, dem auch die professionellen Stell­wände zu verdanken sind, Karl Burchart, Klaus Leise und Egon Schaberick, alle Fritzlar, stellen ihre Kostbarkeiten zur Verfü­gung. Die Volksbank Fritzlar sponsert die Plakate und die Ein­ladungskarten aus der Hand des Graphikers Johannes de Lange, Fritzlar.

1998

Bau- und Reparaturmaßnahmen: Weitere Sanierung des Treppenturms – bzw. erkers, Instandsetzung und Neuanstrick des Südflügels und der Front.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(6. und 7. März): An diesem Wochenende findet die nunmehr 8. Vorösterliche Kunstausstellung unter Betreuung der Fam. Leise statt. Die Besucherzahl ist durchschnittlich, die Aussteller hinterlassen aber einen zufriedenen Eindruck. Die Außentemperaturen sind allerdings immer noch recht niedrig, und es bedarf erneut einer Zusatzheizung.

(Frühjahr): Vorbereitung der Veranstaltungen zum 1250jährigen Jubiläum in Geismar. Einrichtung einer kleinen temporären archäologischen Ausstellung im ehem. Schulhaus des Ortes mit Frau Barbara Bammel.

(Juni): Fertigstellung des Gehöftes „Alt Geismar“ zu Beginn der Feiern zum 1275jährigen Dorfjubiläum, Öffnung des kleinen Museums und Herausgabe der Festschrift (s. Veröffentlichungen) unter Mitwirkung der Drr. Jürgen Kneipp und Johann-Henrich Schotten.

(3. Juli): An diesem Tage findet die Jahreshauptversammlung (JHV) des Museumsvereins statt, auf dem Frau Marinne Schrammel die Ehrenmirgliedschaft des Vereins verliehen wird. Außerdem wird eine Jugendmitgliedschaft für Aktive unter 18 Jahren eingeführt.

In Zusammenhang mit den folgenden Ausstellungen werden nach einer Idee von Frau Marlies Heer und Dr. Schotten vom Vereinsvorstand erstmals Programmblätter entworfen und gestaltet, die in ansprechender Weise die Aktivitäten des Regionalmuseums ankünden. Ihre Verteilung erstreckt sich über die offizielle Tourismus-Information hinaus auf zahlreiche Geschäfte in der Kernstadt bis in die Ortsteile und die lokalen wie regionalen Medien.

Die erste Ausgabe wird von der Firma Druck & Design unter Johannes des Lange gefertigt und durch die Aachener und Münchener Versicherungs AG gesponsert., der Nachdruck selbst finanziert. Für die Folgejahre bis 2012 sind wir der Kreissparkasse Schwalm-Eder zu Dank verpflichtet. Diese Art der Veröffentlichung wird in Format und Design bald vom Geschichtsverein Fritzlar und dem Heimat- und Geschichtsverein Jesberg e. V. kopiert.

(4. September – 11. Oktober, verlängert bis 13. Dezember): Eröffnung der „Ausstellung zur Geschichte der Fritzlarer Gaststätten“ (vulgo „Gaststättenausstellung“), um 19:00 Uhr im 2. OG. des Patrizierhauses. Die Exposition, welche ohne die engagierte Mithilfe der Museumsjugend, und insbesonders der Fam. Fischer-Kramer, nicht zustande gekommen wäre, sollte ursprünglich nur eine dreidimensionale Präsentation von Erinnerungsstücken Fritzlarer „Kneipenkultur“ bilden, darunter auch mit dem Nachbau einer Theke im Stile der 1950er Jahre (Danke an Herrn Velte) mit zeitlich begrenzter Schankgenehmigung . Das Plakat, gesponsert von der Volks- und Raiffeisenbank Fritzlar e. G. gestaltet Herr Johannes de Lange nach einem Entwurf von Dr. Schotten.

Daraus entwickelte sich aber in kürzester Zeit eher eine saisonale Gaststätte, die zufällig auch noch von einer Ausstellung umgeben war. es trafen sich (sogar zu regelrechten Sitzungen!) die lokalpolitische Prominenz, Vertreter aller Karnevals- und anderer Vereine.

So veranstalten Gäste am 25. September einen „Bayrischen Abend“, am 30. des Monats besuchen uns die „Eddernarren“, die am 10. Oktober sogar einen „Oldie-Abend“ veranstalten, es folgen am 23.10. „Blau-Weiß“. Am 1. Dezember tritt die Feuerwehr an, am 4. der Geschichtsverein, am 9. die Stadtführer. Auch Gastwirte wie die Fam. Clobes („St, Georgs-Stuben“, „Zur Spitze“) finden sich ein.

(9. Oktober): Die Museumsjugend veranstaltet auf Initiative von Alexander Kramer (wobei man in dem Bürofachgeschäft Fischer-Kramer die zugehörigen Karten erwerben kann) und Kai Hilgenberg ein sog. „Magic Turnier“ unter dem Titel „The Gathering“ in den Räumen der Ausstellung. es handelt sich um eines der populären Kartenspielwettbewerbe aus dem Umfeld der „Dungeons and Dragons“ Computerspiele, die eine Mischung von analogen und digitalen Elementen beinhalten. Der Tag läuft lebhaft aber friedlich und schadensfrei ab.

Am vorletzten Tage besuchen uns noch einmal die „Kolpingnarren“. Es werden umfangreiche Erinnerungen gewälzt, und es zeichnet sich ab, daß dieses ganze Thema einmal in einer umfassenden Untersuchungen behandelt werden muss.

Am 12. Dezember gibt der Museumsverein ein Abschiedsfest für Museumsjugend und Presse (HNA, Heimat-Nachrichten), auf dem wir von der Fam. Introvigne („Venezia III“) appetitlich bewirtet werden.

(16. Oktober – 18. Dezember): Lange Zeit war es in Böhmen und Mähren, einem Teil der späteren Tschechoslowakei (an 1919) aus politischen Gründen nicht möglich, nach dem Ende des 2. Weltkrieges fast überhaupt nicht möglich archäologisch zum Thema „Germanen“ zu forschen (mit der Ausnahme der Fam. Pleinerova). Nach der Wende änderte sich dies dann, und im Isergebirge in Nordböhmen begann eine bald wieder sehr erfolgreiche Forschung, die vom Okresní Muzeum Mladá Boleslav (Kreismuseum Jungbunzlau) ausging. Dr. Jiri Waldhauser, mit Fritzlar schon seit 1967 vertraut (s. o.), verfiel auf die Idee, dies Ergebnisse in Nordhessen zu präsentieren, da er wusste, wieviel ehemalige Sudentendeutsche (wie z. B. Barta, Heintel, Donth u. a.) hier ihr neues Zuhause gefunden hatten (und auch das völkerwanderungszeitliche Thüringerreich von Nordböhmen bis Nordhessen gereicht hat). Entsprechend werden die Einladungen zusammengestellt, aber nur relativ wenige Vertriebene aus Fritzlar, Kassel und dem Landkreis kommen zu Besuch und kommunizieren eher etwas scheu mit den tschechischen Kollegen. Dafür gelingt es eine Reihe von Schülern und Jugendlichen zu interessieren.

Museumdirektor Dr. Benesch genießt seinen ersten West-Aufenthalt im historischen Fritzlar und spricht (übersetzt von Waldhauser) sehr offen über Land und Leute mit uns. Da gerade die Gelegenheit besteht, lässt er es sich (obwohl eigentlich gallenleidend) nicht nehmen, im „Paulanerkeller“ etwas über Martinsgänse zu lernen, was man auch als eine erfolgreiche Form der Völkerverständigung sehen kann.

(7. und 8. November): An diesem Wochenende findet die „8. Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe“ in den Räumen der Ur- und Frühgeschichte im Hochzeitshaus statt. Der Grund für die Umbenennung der „Weihnachtsausstellung“ ist der Hinweis des Gewerbeaufsichts-amts auf eine angeblich gesetzlich unzuläßliche Bezeichnung, die unterschlüge, daß die Ausstellung auch und vor allem einen kommerziellen Charakter habe. Daher ist der Hinweis auf die Verkaufsmöglichkeiten in Zukunft unabdingbar.

(10. Dezember): Sabine Trosse stellt im Saal der Ur- und Frühgeschichte ihre Forschungen zum Fritzlarer Hospitalwesen vor, worüber sie ein umfangreiches Buch verfasst hat.

(18. Dezember 1998 – 15. März 1999): Gemäldeausstellung „Vor der Jahrtausendwende, Fritzlar und Umgebung“, Aquarelle von Horst Weller in der Gemäldegalerie im 2. OG des Patrizierhaues. Vernissage am 18. Dezember um 19:00 Uhr. Erneut bewährt sich die Abhängung der Wände mit den grauen Dekobahnen, die uns eine erneute Demontage und Umlagern der Galerie Guhr erspart. Nach einer Zusage des Künstlers geben wir einen aufwendigen Plakatdruck bei Johannes de Lange in Auftrag, der aber nur zum Teil von der Aachen-Münchener Versicherung gesponsert wird. Dadurch sind zwar die Erfolge beim Publikum nicht jedoch unsere monitären Bedürfnisse wirklich befriedigt, und es gibt genügend Stoff für Diskussionen.

Kinderkurse: Frau Marianne Schrammel setzt die Kinderkurse fort. Die kleineren Kinder beschäftigen sich weiter mit Steinarten aus der Fritzlarer Alt­stadt und der Umgebung herangeführt; die größeren setzen die systematische Inventarisation der Mineralogie fort.

1999

Personelles: (18. bis 22. Januar): Ausbildung zu Museumsführern: Erneut findet in den Räumen des Regionalmuseums ein Intensiv-Kurs für neue zusätzliche Museumsführer statt. Von den ur­sprüng­­lich etwa 10 Interessierten sind im Laufe des Jahres vier Aktive übrig geblie­ben, die bei Veranstaltungen und beim Sonn­tagsdienst gelegentlich zum Einsatz kommen. Auffälligerweise stammt kein einziger der Beteiligten aus der Stadt Fritzlar, nicht einmal auseinem Ortsteil, was beim Abruf bisweilen zu Problemen führen kann.

(März): Herr Egon Schaberick tritt in den Ruhestand, der 1. Vor­sitzende des Museumsvereins Dr. Johann-Henrich Schot­­ten über­nimmt daraufhin bis zum 30. September ehrenamt­lich soweit wie möglich seine Aufgaben; seit dem 1. Okto­ber ist er; zunächst für ein Jahr, über eine AB-Maßnahme bei der Stadt Fritzlar angestellt.

(Sommer): Das Graduiertenkolleg Archäologische Analytik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main bindrt erneut Mitglieder des Museumsvereins in die neuesten naturwissenschaftlichen Prospektionen auf dem Büraberg und in +Holzheim ein.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(bis 15. März): Kunst­aus­stellung „Horst Weller: Fritzlar vor der Jahrtausend­wende“. Wie vereinbart ist die Aus­stel­lung bis Mitte März geöffnet und findet immer wieder interes­sierte Be­sucher, die einzelne Bilder erwerben. Wie schon im letzten Jah­res­bericht beschrieben, hat sich aber der finanzielle Aufwand, ins­bes. für die Plakatierung, nicht gelohnt. Das liegt auch daran, daß der Künstler, entgegen einer mündlichen Zusage. keine Bereit­schaft zeigte, sich an den Kosten für die auf­wendigen Plakate zu beteiligen.

(1. Februar): Mit gehörigem Aufwand wird zum ersten Male ein Wagen des Rosenmontagszuges von Mitgliedern der Museumsju­gend und externen Schulkameraden gestaltet. Er wirkt zwar sehr originell, bekommt aber trotzdem keinen Preis. Der zeitliche, organi­satorische und finanzielle Aufwand erfordert aber im Falle einer Wiederholung eine intensivere Planungsphase und Abstimmung untereinander.

(27. und 28. Februar): In den Räumen der Ur- und Frühge­schich­te im Hochzeitshause findet der nun schon traditionelle Oster­markt („Vorösterliche Kunstausstellung“) statt, der von 1057 ge­zähl­ten Besuchern, darunter 140 Kinder, besucht wird. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre ergibt sich erneut die Notwendigkeit den Raum mit Propangas zu heizen. Auch wird das Museumscafé wieder zusätzlich hier untergebracht. Sowohl finanziell als auch in der Werbe­wirksamkeit, nicht zuletzt Dank der hilfsbereiten Me­dien, ist der Markt wieder ein Erfolg, auch wenn die Besucher­zahl gegenüber dem Vorjahr deutlich geringer ist. Wir werden zu überlegen haben. wie wir die Atraktivität der Veranstaltung wieder erhöhen können. Unser besonderer Dank gilt neben den Ausstel­lern den Helferinnen Marlies Heer, Gudensberg, Karin Otto. Wabern-Harle, Dagmar Utech, Bad Zwesten, und Sylvia Penka, Bad Emstal-Sand, sowie den Herren Werner Kattwinkel, Fritzlar, und Klaus Kübli, Gudensberg, für die Betreuung des Museumscafés.

(19. März bis 13. Mai): Ausstellung „Heinrich IV. und das Land der Mathilde von Canossa“. Der ehemalige Leiter des Jugendhofes Dörnberg, Herr Jochen Müller, der seit dem letzten Jahr gele­gent­lich im Museum, vor allem im Zusammenhang mit den „italieni­schen Aktivitäten“ mitarbeitete, hat vor einigen Jahren ein Jugend­pro­jekt mit der Emilia Romagna, der italienischen Part­nerregion des Bundeslandes Hessen, durchgeführt, das sich einerseits in ei­ner Photoausstellung andererseits in der Erstellung eines Comic-Strips zur Geschichte Heinrich IV, der Herzogin Mathilde von Tuscien und des Papstes Gregor VII. manifestierte. Beide Ausstel­lungen werden unter Mitwirkung der Museumsjugend in den Räu­men der Sammlung Guhr im Patrizierhaus vorgestellt. Es sei hier der Ursulinenschule Fritzlar gedankt, deren Kunsterzieher die Gelegenheit zur Information wahrnahmen.

(18. Mai bis 18. Juli): Ausstellung „Fritzlar aus der Ferne“ des Pe­tersburger Künstlers Oleg Rjabow Er ist nunmehr schon zum 4. Male Gast im Regionalmuseum Fritzlar. Diesmal gelingt es, die Deutsch-russische Gesellschaft in Kassel und weitere interessierte aus diesen Kreisen nicht nur für die Vernissage sondern auch während der gesamten Ausstellungsdauer als Besucher zu gewinnen.

(17. bis 19. Juni): „Italienischer Markt“ mit Historienspiel An diesem Wochenende veranstaltet die Tourismusinitiative PRO FRITZLAR in Zusammen­arbeit mit einer italienischen Theater­truppe, einem Kochkurs der Fritzlarer Volkshochschule und dem Museumsverein ein mehrtägiges Programm, in dessen Rahmen am Freitagabend eine „italienische Tafel“ und am Samstag unter der Teilnahme von politischer Prominenz und vielen auswärtigen Besuchern der „italienische Markt“ und eine historische Theater­szene durchgeführt wird. Während dieser Zeit bieten besondere Wechselvitrinen der Ur- und Frühgeschichte Produkte der sog- „Ars Canussia“, eine an der Spätromanik orientierten Volkskunst der Region dar.

(20. Juni): Am Sonntag bietet der Festumzug des „Hessentages“ in Baunatal Mitgliedern des Museumsvereins und PRO FRITZLAR Gelegenheit, als Symbolfiguren des Stadtjubiläums Fritzlar zu repräsen­tieren.

(11. Juli): Seit langer Zeit gibt es wieder einen Umzug zu Pferde­markt, der von der Altstadt auf den Festplatz in der Ederaue führt. Auch hier wirkten wieder Mitglieder von PRO FRITZLARund des Museumsverein als Darsteller der Symbolgruppe des Stadtjubi­läums mit.

(17. und 18. Juli): Mitwirkung an der Tagung „Archacoballistica“ (Zusammenkunft von Wissenschaftlern, die sich mit pulverlosen antiken Wurf- und Schusswaffen beschäftigen) und am zugehöri­gen Turnier. Einige Teilnehmer schlagen ihre Zelte auf dem Rasen hinter und neben dem Patrizierhaus auf. Am 1. Abend findet unter reger Beteiligung der Teilnehmer und einheimischer Gäste die Vor­führung zweier Lehrvideos zum Bogenschießen statt, der sich eine lebhafte Diskussion anschließt. Die Wettbewerbe werden am folgenden Tag dann auf dem Hellen durchgeführt.

(22. Juli): Übergabe des Gehöftes „Alt Geismar“ an den Geismarer Geschichts- und Kulturverein als Tourismus-Schwerpunkt mit einer Ansprache von Dr. Johann-Henrich Schotten vom Regionalmuseum Fritzlar.

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Werter Herr Ortsvorsteher und werte Vertreter politischer Gremien sowie der Medien! Liebe Planer, Mitwirkende und aktive Betreuer aus Angelsport-, Geschichts- und Kulturverein sowie alle großen und kleinen Helfer! Sehr verehrte Damen und Herren!

Als vor fast 2100 Jahren eine Gruppe suebischer Germanen aus dem Raum der un­teren Elbe sich nach langer Wanderung durch die norddeutsche Tiefebene und müh­same Durchquerung der nördlichen Mittelgebirgszüge gegen den Widerstand der alteinheimischen, keltisch geprägten Bevölkerung bis in die Landschaft durchgekämpft hatte, die wir heute als niederhessische Senke kennen, da hatten sie durchaus noch nicht den eigentlich ersehnten sonnigen Süden erreicht, aber sie waren doch so müde geworden oder es gefiel Ihnen einfach so gut, daß einige von ihnen beschlossen, hier heimisch zu werden. Das war eine kluge Entscheidung, denn andere zogen unter ihrer König Ariovist weiter, legten sich mit Julius Cäsar an, wurden nach langen Kämpfen mit wechselndem Erfolg schließlich blutig dezimiert und haben, wenn nicht, wie zumeist, ihr Leben, so doch ihre Freiheit eingebüßt.

      Warum einige unserer Vorfahren sich ausgerechnet hier die nasseste Ecke der Gegend zur Wohnstätte erkoren haben, werden wir nie sicher erfahren. Der Name „Geismar“ (ursprünglich „Gaesmaere“) sagt uns aber, daß sie es bewußt taten: „Geis-„ oder „Gaes-“ bezieht sich auf einen sprudelnden Bach oder eine Quelle, die Endung „-mar“ oder „-maere“ bezeichnet einen feuchten Untergrund, die „Marsch“, das „Marschland“; das fruchtbare Schwemmland, das sie von ihrer Urheimat, der Nordseeküste kannten. Nebenbei bedeutet das Wort auch „Sumpf“, die gleiche Bedeutung, die wir auch im Namen des benachbarten Berges „Biening“ wiederfinden: der „Berg im Sumpf“. So waren sie es von zuhause gewohnt und so wollten sie leben: in der Niederung, niemals auf Bergen (die waren ihnen fremd und unheimlich) geschützt vom Sumpf, und im Gegensatz zu ihrem moorigen Brackwasser daheim, getränkt von frischen Quellen und einem Fluß, den sie nach heimischem Vorbild ,,Elbe“ nannten, was nichts anderes besagt als „weißes“ spricht „reines“ Wasser. Die Verwandtschaft nannte ihren benachbarten Bach „Ems“, und auch von der „Eder“ haben früher einige Wissenschaftler behauptet, daß in ihrem Namen vielleicht die Erinnerung an die norddeutsche „Eider“ stecke.

      Wie dem auch sei: die Siedlung blühte auf, trotz der uns heute ungesund er­scheinenden Lage. Große lange Häuser aus in den Boden eingegrabenen Pfosten entstanden, kleinere Schuppen, Ställe, eingetiefte Keller, die heute so genannten „Grubenhäuser“, gestelzte Speicher und Werkstätten aller Art. Neben der Landwirt­schaft nutzte die möglicherweise manchmal weit über 100 Bewohner zählende Bevöl­kerung das auch schon in der alten Heimat bekannte Raseneisenerz; irgendwie scheinen sie auch an Kupfer und Zinn, vielleicht auch an fertige Bronze gekommen zu sein. Ein Webhaus belegt die Textilherstellung.

      Einige kräftige Bauernburschen muß dann im Verlauf des 2. Jahrhunderts nach Chr. Geb. die Abenteuerlust gepackt haben, sie zog es in die römische Armee (wie noch vor kurzem in die Fremdenlegion), wo sie die damalige Welt zu sehen bekamen und im Glücksfall oder durch Tapferkeit Karriere machen konnten. Hatten sie die 25jäh­rige Dienstzeit überlebt, waren sie zwar, nach den damaligen Maßstäben, ,,alte Männer“ aber wohlhabend und welterfahren, kamen nach Hause, spielten den „Strammen Max“ und brachten die „Wunder der Erde“ ins Dorf zurück. Darunter al­lerlei Geschmeide, Waffen und Werkzeuge (mit den zugehörigen Kenntnissen) und, so sieht es jedenfalls aus: ihren Diensthund, vielleicht auch einen Kampfhund der Rasse „Molosser“, dessen Skelett man jetzt im Fritzlarer Regionalmuseum bewundern kann.

      So überlebten die alten Geismarer das Römische Reich, die blutrünstigen Mero­wingerkänige, die ehrgeizigen und strengen Herrscher der Karolingerzeit, und einen fast übereifrigen, päpstlich gesonnenen Missionar namens Bonifatius aus dem nur sehr entfernt verwandten England. Auch diesen Kulturschock der Christianisierung überstanden sie, selbst wenn er sie neben ihrem Hauptheiligtum, der „Donareiche“, viele liebgewordene, jahrtausendalte Traditionen kostete. Irgendwie schafften sie es in der Folgezeit, der neuen Religion einige alte Bräuche unterzujubeln, und so wird heute in Geismar, fern aller christlichen Askese, sicher immer noch gefeiert, gefressen und gesoffen, gehurt, geprügelt und intrigiert, wie vor Bonifatius‘ Zei­ten. Die Geismarer überlebten auch die zunächst heidnisch gebliebenen Sachsen, die Folgen des Techtelmechtels zwischen deutschen Königen und den Byzantinern und alle Epochen von Krieg und Frieden, Pest und anderen Katastrophen, Armut und Wohlstand, gute und weniger gute Herren.            

      Wohl im Verlaufe der 12. Jahrhunderts, etwa zur Zeit des Kaisers Barbarossa, hatten es die alten wie die jungen Geismarer aber dick, sich dauernd nasse Füße zu ho­len. Was der unmittelbare Anlaß war, aus er Niederung wegzuziehen und sich um die sicher schon lange bestehende Peterskirche auf der Mittelterrasse zu scharen, wissen wir nicht, aber seit dieser Zeit liegt das Dorf nun einmal dort bis zum heutigen Tag.

      Die alte Siedlung wurde vergessen, sie deckte der Acker, nur Scherben und an­dere verrottete Reste traten manchmal zutage. Aber erst seit der Mitte der 50er Jahre unseres Jahrhunderts wurden sie von den Mitgliedern der Ur- und frühge­schichtlichen Arbeitsgemeinschaft, dem Vorläufer des heutigen Museumsvereins in Fritzlar, beachtet. Schließlich erforderte der Neubau einer Umgehungsstraße end­lich die wissenschaftliche Erforschung, die zwischen 1973 und 1980 zunächst unter der Leitung des Landesarchäologen Dr. Rolf Gensen und dann unter Dr. Müller stattfand; viele werden sich noch erinnern. Heute sind zwei Doktorarbeiten fertig, eine kurz vor der Vollendung und die letzte wurde gerade im März dieses Jahres begonnen. Wundern Sie sich nicht, das dauert meistens so lange!

      Aber dieses Unternehmen hat auch andere Folgen gehabt: in einer stehen wir nun. Als vor einigen Jahren, geradezu als „Schnapsidee“ Hans Günter Humburg der Gedanke aufkam, zum Jubiläum der überlieferten Donareichenfällung in Gestalt ei­nes kleinen Freilichtmuseums des alten Geismars zu gedenken, gab es viele Skep­tiker, auch ich konnte zuerst nicht so recht glauben, daß dieses Projekt durch­führbar sei, vor allem angesichts der bürokratischen und anderen Hindernisse, die manche der Beteiligten eine Menge Nerven und einige Lebensjahre gekostet haben dürften. Wir können heute die Frucht ihrer Mühen und ihres Idealismus bewundern: ein Wohnhaus nach dem Vorbild des erwähnten Webhauses, Gruben- und Brunnenhaus, ein Speicher im Entstehen, Teich, sowie ein Platz für Geselligkeiten‘ und andere menschliche Bedürfnisse. Die hier anwesenden Aktiven haben, wie einst ihre Vor­fahren, auch dies überstanden, und so stehen wir hier in einem Gehöft, das zu­mindest eine Ahnung von der Gestalt jener frühen Siedlung gibt, deren Spuren ergraben worden sind.

      Sehr bald stellte sich, schon während der Planung und des Baues, die Frage, was eigentlich passieren soll, wenn das Geismarer Jubiläum vorbei ist? Schon die­se Planung allerdings geschah auf eine Weise, die es unmöglich machte, daß man am Ende der Festwoche alles einfach feierlich abfackeln konnte. Kurz: wie nutzt man diese Anlage in der Folgezeit? Sehr bald war man sich darüber klar, daß „Alt­ Geismar“ einer Betreuung bedurfte und seine Aufgabe im Rahmen einerseits des zu­künftigen Tourismus wie auch der Pädagogik zu finden habe. Erste Erfahrungen im Festjahr zeigten: beides, in Kooperation von Geschichts- und Kulturverein und Re­gionalmuseum, ist durchführbar, wobei alle Beteiligten wissen, daß es dazu noch mancher Schulung bedarf, auch der des Redners: Wir werden uns in der sog. „Experimen­tellen Archäologie“ zu üben haben, in Handwerkskünsten und Fähigkeiten grundsätz­licher Art, auch der, das erworbene Wissen weiterzugeben. Es wird daher gemein­same Übungen geben müssen, Erfahrungsaustausch, Praktika, Vorträge, Diskussion und, ach ich weiß noch. gar nicht was alles, jedenfalls viel, viel Arbeit für wenig Geld.

Was für Ziele verfolgen Verein und Museum aber damit? Ist es Selbstverliebt­heit, krankhafter Spieltrieb oder Wichtigtuerei? Mitnichten! Es gehört, hier nur als ein Beispiel, zu den bedauerlichen Entwicklungen der Schulpolitik in den letz­ten 30 Jahren, daß ein seriöser und umfassender Unterricht in Heimatkunde und -geschichte an den~ meisten Schulen hier nicht mehr durchgeführt, ja vielleicht nicht einmal gewollt wird. Gäbe es keine mutigen, auch jungen Lehrer mehr, die sich darum bemühen, wenigstens im Sachkudeunterricht ihren Schülern beizubrin­gen, wo und in welcher Kultur sie leben, woher sie kommen und die Gebräuche, die sie umgeben, und was ihre angestammte Identität ausmacht, hätten wir bald nur noch mit amorphen Gemütern zu tun, deren Heimaten nicht Deutschland und Mittel­europa wären, da sie diese häufig real schlichtweg nicht mehr wahrnehmen. Statt­dessen entwickeln sich geradezu zwanghafte Abhängigkeiten von profitorientierten quasireligiösen und -politischen Institutionen wie etwa Boss, Coca Cola, Mc­Donalds, Monsanto, Microsoft, Sony,, Daimler-Chrysler, BASF, die Deutsche Bank oder die Wallstreet bis hin zu merkwürdigen aktuellen Ereignissen: ohne übermaterielle Bindung, Konsum- und Stimmvieh, ohne Beurteilungsvermögen mangels Kenntnis histo­rischer Fakten zur Ausbildung einer eigenen Meinung, jederzeit manipulierbar und bereit, auf jede Scharlatanerie und Spaß-Mode hereinzufallen. Das hört sich nun gewaltig an und so, als ob Museum und Geschichte das Wichtigste auf und die „Rettung der Welt“ wären, was sicher anmaßend ist und nicht stimmt. Die Erfah­rungen mit Touristen und Schülern haben aber gezeigt, daß der Mangel an existentiellen historischen und heimatkundlichen Kenntnissen jedoch tatsächlich empfun­den wird. Helfen wir dem ab, zeigen wir ihnen das einfache mühevolle Leben unse­rer Vorfahren, wie es war und wie es wurde, und verschaffen wir dadurch den Be­suchern ein wenig von der Grundlage, derer sie bedürfen, und die das friedliche Zusammenleben zunächst naher Menschen, dann ganzer Völker bis in fremde Zonen erst ermöglicht.

Nun kann man mit gelegentlichen Schulstunden sicher keine großen Meriten, ge­schweige denn die schnelle Mark ernten, beim Tourismus sieht das aber vielleicht ein bißchen anders aus. Die Einbindung des Gehöftes in ein Gesamtkonzept des Fritzlarer Tourismus wird dessen Attraktivität ohne Zweifel erhöhen. Alle hier Anwesenden, die jemals praktisch mit diesem Thema zu tun hatten, wissen, welche gewaltige Arbeit es erfordert, Gäste anzuziehen und zu behalten, so daß sie gerne bleiben und wiederkommen, und bleiben und wiederkommen und zufricden erzählen, damit andere mit ihnen kommen und bleiben und wiederkommen. Es ist unser aller Nutzen. Dieses kleine Freilichtmuseum, das seine Schöpfer „Alt-Geismar“ genannt haben, mag nur ein winziger Mosaikstein in all unseren Bemühungen sein, schätzen wir ihn aber nicht zu gering. Möge sich die Mühe aller Beteiligten gelohnt haben und weiter lohnen, ihm materiellen und immateriellen Sinn.                                                                                     

Ich danke Ihnen“

(14. und 15. August): „Tag der offenen Tür“. Wieder sind Schmiede, Töpfer und Bäcker in Aktion. Bäckergeselle Klaus Kübli hatte sich für einen fahrbaren Backofen eingesetzt, dessen Produkte reißen­den Absatz finden. Auch Herr Maywald ist mit seiner Glaskunst wieder sehr fleißig, findet sich aber durch den Schmiedequalm etwas beeinträchtigt; wir werden daher in Zukunft eine andere Lösung suchen müssen. Der Regen beschädigt in der folgenden Nacht eine Zeltplane, die immer noch ihrer Reparatur in Kassel harrt. Schätzungsweise um die 600 Gäste besuchen die Veranstal­tung.

(August): Jugendfahrt nach Casina/Italien. Während der Som­mer­ferien fahren die Mitglieder der Museumsjugend Steffen Albracht, Marco Introvigne sowie Sebastian und Thomas Ochs nach Norditalien und insbesondere nach Casina, der möglichen zukünftigen Partnerstadt von Fritzlar. Ihre Erlebnisse präsentie­ren sie gegen Ende des Jahres in einer Museumsausstellung (s.u.).

(15. September bis 31. Oktober): Ausstellung „1275 Jahre Fritzlar, Archäologie des Mittelalter“. Unter Mithilfe des Kollegen Dr. Jür­gen Kneipp, Fritzlar-Züschen, und der Museumsjugend gelingt es, die archäologischen Funde der letzten 50 Jahre aus dem Stadtbild von Fritzlar zu präsentieren. Dabei ergeben sich über­raschende neue Einsichten aber noch mehr Fragen zur Frühge­schichte der Stadt und des Anlasses ihres Jubiläums.

Ältere Vitrinen werden umgebaut, Elemente aus den Karnevalsaus-stellungen erneut benutzt. Erstmals kann, nach dem Vorbild von Schloß Riede, eine Vernissage so gestaltete werden, daß sie kein Zuschussgeschäft wird. Für die graphische Gestaltung per Computer danken wir Norbert Zim­mer­mann in Riede. Die Ausstellung findet auch Interesse bei Fachbesuchern.

(1. bis 4. Oktober): Fahrt zum Oktoberfest nach Casina/Italien. An diesem Wochenende nimmt eine Delegation aus Mitgliedern von PRO FRITZLAR, der Museumsjugend (s. o.), der wgf, des obengen. Kochkurses und einzelner Marktbeschicker aus Fritzlar und Um­ge­bung die Strapazen einer 2 x 1100 km langen Reise auf sich, um auf dem Hauptplatz von Casina an Markt und „Oktoberfest“  teil­zu­neh­men. Neben den touristischen Ver­anstaltungen gibt es auch zwei gesellige Abende, einmal unter Mitwirkung des Akkordeonor­chesters Faupel aus Fritzlar. Mit dem Leiter der Gemeindebiblio­thek Casina vereinbarte der 1. Vor­sitzende des Museumsvereins einen Literaturaustausch.

(23. Oktober): In Kooperation mit Fa. GEO-EXKURS am wird an diesem Wochenende zum wiederholten Male zusammen mit der Stadtführer­gilde eine Museums- und Stadtführung mit Blinden und Sehbehinderten in größerem tou­ristischen Rahmen durch­geführt. Die durchweg positive Erfahrung wird in die weitere Arbeit einfließen.

(9. November): Diavortrag „Eine Reise durch die Emilia Romagna und Venetien“ von Frau Marianne Schrammel in den Räumen der Ur- und Frühgeschichte im Hochzeitshaus. Das audiovisuelle Er­eignis führt an diesem auch mit anderen Veranstaltungen bela­steten Datum immerhin 30 Interessierte zusammen. Leider ist die Zeit viel zu kurz, um die vielen Sehenswür­digkeiten ausführlich beschreiben zu können. In Erinnerung wird aber der akustische und optische Trubel in der Arena von Verona vor Beginn der Opern­aufführung „Aida“ bleiben.

(13. November bis 7. März 2000): Jubiläumsausstellung „50 Jahre Die Eddernarren“. Nun sind 50 Jahre bei den Karnevalisten gemeinhin kein Jubiläumsdatum; hier aber gibt das Stadtjubiläum einen An­lass vor, der mit einem großen Empfang unter Mitwirkung einiger Tollitäten und Vertretern aus Politik und Vereins-leben in der großen  Halle des Patrizierhauses; würdig begangen wird. Der Karnvals­verein beabsichtigt; gelegentlich befreundete Gruppen zur Ausstel­lung einzuladen, deren Bewir-tung dann der Museums­jugend ob­liegen wird­.

Bei dieser Gelegenheit begrüßt der 1. Vors. des Museumsvereins die Gäste, würdigt das Schaffen der „Eddernarren“ und überbringt die Wünsche des Regionalmuseums:

              Liebe Narren, Frau´n und Männer,
              Kinder, frohe Greise gar,
              das Prinzenpaar, der letzte Penner,
              seid uns willkommen klipp und klar.

              Ich seh´ Aktive und auch diese, 
              bei denen nur die Klappe groß,
              und auch das junge Tanzgemüse,
              und IKN und Partnertroß

              Viel Präsidenten, Elferräte,
              begrüßt der Museumsverein,
              auch Bürgermeister, Magisträte,
              die sollen eingeladen sein. 

              Wir feiern heute 50 Lenze;
              als Mensch kommt man der Rente nah´,
              für Narren ist das keine Grenze,
              wie man jetzt sieht und damals sah.

              Ja, heute perlt der Sekt im Glase,
              teils mit Orange oder pur,
              dort blinkt die die erste rote Nase
              von Langeweile keine Spur.

              Es rinnt manch´ Schweiß, die Herzen klopfen
              wie stets zur Zeit der Fassenacht,
              und dies´nicht nur durch Korn und Hopfen,
              auch, weil es einfach Freude macht.

              Genießt die Gastfreundschaft des Hauses,
              denn es ist Euer Museum
              seid mir nicht geizig des Applauses; 
              die Narren ham´s verdient, sei´s d´rum.

              Gedenkt der vielen, die heut´fehlen,
              mit Tränen, die der Frohsinn presst,
              schaut auf die Bilder, die erzählen,
              von denen, die Ihr nicht vergesst.

              Ach, 50 Jahre sind kein Alter,
              -und wahre Narren sterben nie-
              sie flattern nur davon wie Falter
              ins Reich von Spaß und Phantasie.

              So laßt uns denn die Gläser heben;
              der Trunk sei frisch und schimmelfrei
              die „Eddernarren“ sollen leben:
              auf, daß dies´ tausend Jahre sei!


                     Allewille! 

(ab dem 23. November 1999): Archäologisches Projekt der Anne-Frank-Schule. Die Frau des Kollegen Dr. Jürgen Kneipp in Fritzlar-Züschen führt im Rahmen eines Schul­projektes mit dem 1. Vor­sitzen­den ein mehrstündiges Praktikum über vorgeschichtliche Arbeitstechniken durch. Nach Steineschlagen und Schneiden von Holz und Knochen/Geweih mittels Feuersteinklingen (dankens­werterweise wieder von Herrn Harm Paulsen aus Schleswig geliefert) wird Schneiden und Nähen von Leder sowie Mehlmahlen und Backen nach Feuer­machen mit Feuerstein und -stahl erprobt. Angesichts des geistig desolaten Zustandes und der pubertären kulturellen Ignoranz vieler Schüler (ich nehme die Schülerinnen ausdrücklich aus) ist das Unternehmen aber sehr nervenaufrei­bend, so daß an eine Wiederholung des Unterfangens nur sehr ungern gedacht wird.

(4. und 5. Dezember): Weihnachtsmarkt am 2. Advent, zusamm. mit dem wgf-­Markt) .Der diesjährige Weihnachtsmarkt bietet mit 13 Ausstellern hierin zwar eine Rekordbeteiligung nicht jedoch an Besu­chern. Es werden nur 508 zahlende Erwachsene und Kinder gezählt. Rechnet man noch die Gäste bei der Karnevalsausstellung hinzu, wird man mit etwa 600 Interessierte rechnen können. Es mag am Wetter liegen oder an der immer stärker und umfangrei­cher werdenden Konkurrenz, wohl auch am mangelnden Neuig­keits­wert. So sind die Voranzeigen in den Regionalzeitun­gen trotz entsprechender Information sehr dürftig: Besonders ärger­lich wirkt die erneute Nichtbeachtung durch die „Waldeckische Landeszei­tung“, die viele potentielle Besucher unbenachrichtigt ließ. Nichts­destoweniger ist den Mitarbeit wie der Museumsjugend (vor allem im Patrizierhaus beim „Flohmarkt“ tätig) und den neuen Museums­­führern wie u.  a. Horst Schattner und Karin Otto, Wabern, bzw. Wabern-Harle, Dagmar Utech, Bad Zwesten, und erneut Klaus Kübli aus Gudensberg für ihre Mitwirkung zu danken. Desgleichen. Frau. Erika Gerhold, geb. Euler, von der „Martins-Apotheke“, und dem Bauhof der Stadt Fritzlar wie dem Stadtförster Schütz für angemessene Dekoration.

(4. bis 11. Dezember): Gemäldeausstellung „Fritzlar zeitlos“ des Künstlers Burkhard Niebert/Naumburg. Herr Niebert hatte im Verlauf des Jubiläumsjahres mehrfach um eine Ausstellungsmög­lich­keit in den Räumen des Museums gebeten. Wir verbinden daraufhin den Termin des Weihnachtsmarktes mit einer Eröffnung seiner Werke zu Fritzlarer Themen, die eine glückliche Verbindung von leicht verständlicher Malkunst mit zunehmend quasi wissen­schaftlicher Recherchen zur Rekonstruktion historischer Szenerien bietet. Der Besuch ist während des Marktes lebhaft, aber auch während der darauffolgenden Tage orientieren sich Interessierte unter Mitnahme von Werkver­zeichnis und Adresse.

        (18. Dezember 1999 bis Ende Januar 2000): Photoausstellung „Casina und das Land der Mathilde von Canossa“, ein Reiseprojekt der Museumsjugend Fritzlar. Als letzte Veranstaltung in diesem Jahr installiert die Museumsjugend ihre erste eigene d. h. selbster­stellte Ausstellung im Museum. Ich darf hier ganz ausdrücklich Herrn Jochen Müller danken, der sich der Sache annimmt und diese auf den richtigen Weg bringt. Unsere Anerkennung gilt aber vor allem den Jugendlichen Alexander Kramer, Steffen Albracht, Marco Introvigne sowie Sebastian und Thomas Qchs, die es trotz ihrer schulischen Belastungen schließlich schaffen. Die Ausstellung wird von einzelnen Schülergruppen, Casina-Ausstellern und Eltern besucht. Die Presse berichtet darüber.

Gebäudeschäden und Sanierungsarbeiten: Die Restaurierungs­arbeiten am Treppenturm des Hochzeitshauses sind abgeschlos­sen. Die Arbeiten an der Südfront dieses Hauses sind fortgeschrit­ten und werden z.Zt. bis zu den seitlichen, jeweils 3. Fensterachsen erweitert. Die Stadtgeschichte ist schon seit den Voruntersuchun­gen geschlossen, das Inventar anderweitig untergebracht. Als Sturm­schaden war der Fehlalarm der Hochzeitshaustür kurz vor Weihnachten zu vermeiden.

Front und Portal des Patrizierhauses sind (zum Jubiläumsjahr) inzwi­schen zumindest vorläufig reno­viert; es bleibt zu hoffen, daß das Ergebnis dieser Arbeit eine Weile vorhält, andere Partien dieses Hauses wie z. B. Fenster und Fensterbretter. einzelne Ständer und Teile des Fächerputzes geben aber weiter Anlass zur Sorge.

2000

Sanierungsarbeiten: (21. Januar) Bgrmstr. Lange sieht angesichts der städtischen Fi­nanzlage wenig Möglichkeiten den schlechten Bauzustand des Hoch­zeitshauses durch zügige Renovierungsarbeiten zu verbes­sern. Auch Zuschüsse vom Land seinen gekürzt worden. Die Ar­beiten werden sich voraussichtlich noch viele Jahre hinziehen.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

Photoausstellung: „Casina und das Land der Mathilde von Ca­nossa“, ein Reiseprojekt der Museumsjugend Fritzlar vom 18. Dezember 1999 bis 09. Januar, verlängert bis Ende Januar 2000. In den letzten Wochen wurde die Ausstellung vor allem von Teilnehmern der Casinafahrt und von Ausstellern besucht. Wir, d. h. die Museumsjugend und die Vereinsleitung, hatten uns eigentlich eine größere Resonanz versprochen.

(28. Januar): Vortrag Frau Schramme) über „Franziskus von Assisi und sein Sonnengesang“. Ein hochinteressanter Einblick in das Gei­stes­leben, die Landschaft und Architektur des hochmittelal­terlichen Mittel­- und Norditaliens mit Hilfe hervorragender Photo­graphien. Leider litt die Veranstaltung unter der geringen Tem­peratur der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung im Hochzeits­haus. Daher werden in Zukunft solche Veranstaltungen in der Museumsgalerie, 1. Stock im Patrizierhaus stattfinden. Danke an Herrn Horst Placzek, dem städt. Hausmeister für seine Hilfe.

(23. Februar): Vortrag von Harald Gmeinwieser (Stadtführergilde) am 23. Febru­ar 2000. In den Räumen der Ur- und frühgeschichtlichen Abtei­lung im Hochzeitshaus zeigte Herr Gmeinwieser Dias über den Fachwerk- und Holzbau seiner oberbayrischen Heimat. Dabei gab es seitens der Stadtfiihrergilde, die den überwiegenden Teil der Zuhörer stellte, reichlich Gelegenheit zu anregenden Diskus­sio­nen.

Jubiläumsausstellung „50 Jahre Eddernarren“. Am 18. März en­-dete die Ausstellung zum 50jährigen Jubiläum der „Eddernarren“. Die erfolgreiche Veranstaltung zog einen hohen Besucherandrang nach sich.

Ostermarkt. Am. 18.-19. März findet in den. Räumen der Vor- und Frühgeschichte im Hochzeitshaus der nun schon traditionelle Ostermarkt („Vorösterliche Kunstausstellung“) statt, der von 1057 gezählten Besuchern, darunter 140 Kinder, besucht wird. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre ergibt sich erneut die Not­wendigkeit, den Raum mit Propangas zu heizen. Auch wird das Museumscafé wieder zusätzlich hier untergebracht. Sowohl finan­ziell als auch in der Werbewirksamkeit, nicht zuletzt Dank der hilfsbereiten Medien, ist der Markt wieder ein Erfolg, auch wenn die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr geringer war. Wir wer­den zu überlegen haben, wie wir die Attraktivität der Veran­stal­tung erhöhen können. Unser besonderer Dank gilt neben den Aus­stellern den Helferinnen Frau Marlies Heer, Frau Karin Otto, und Frau Sylvia Penka, sowie den Herren Werner Kattwinkel und Klaus Kübli, für die Betreuung.

Jahreshauptversammlung am 17. Mai. Neben den Berichten des 1. Vorsitzenden und des Kassenwartes stand die Neuwahl des Vorstandes an. Nach seiner Entlastung wurde er einstimmig wiedergewählt. Das Protokoll kann auf Anforderung eingesehen werden.

Ausstellung Wolfgang Halfar vom 19. Mai bis 2. Juli: „Landschaftsmalerei und Architekturzeichnungen aus 5 Jahr­zehnten“. Der langjährige Begründer und Leiter des Regional­museums Wolfhagen, der Pädagoge Wolfgang Halfar ist seit seiner Jugend als bildnerischer Künstler tätig. Bei seinem Besuch seiner Fachwerkausstellung im Spätherbst 1999 wurde der Kontakt geknüpft, der nun in einer gut besuchten Ausstellung gipfelte.

„Tag der offenen Tür“ am 1.-2. Juli. Wegen der Sturmschäden an den Planen im letzten Jahr konnten nicht alle Stände aufgebaut werden. Dennoch war ein reger Besuch zu verzeichnen (265 Personen), denn bei schönem Wetter konnte man sich im Mu­seums­innenhof auch bei Kaffee und Kuchen sowie an Musik (Bernhard Manthei) erfreuen.

(22. September): DIA-Vortrag von Marianne „Sizilien -Auf den Spuren der Vergangenheit’“. Eine farbenfrohe Exkursion führte uns durch eine Zeitreise von der Antike bis zum Hohen Mittelalter. Ein interessantes Erlebnis, das regen Zu­spruch fand.

(30. Oktober – 3. Dezember): Ausstellung von Burkhart Niebert „Fritzlar in Öl“. Der Künstler stellte schon zum 3. Male in unseren Räu­men aus und hatte sich diesmal vorgenommen, besonders Fritzlarer Motive zu berücksichtigen und zu präsentieren. Den Höhepunkt der Ausstellung bildete die Rekonstruktion eines Ölbildes von Schlieker (um 1880), das nur durch eine Farbli­thographie (1925) überliefert ist. Während andere Bilder ihren Käufer fanden, wurde dieses Bild der Stiftung Museum vom Künst­ler geschenkt.

Öffentliche Vorstellung naturgetreu geschaffener Miniaturfach­werk­häuser aus Keramik vom Fritzlarer Marktplatz. Veranstal­tung des Geschichtsvereins in der Museumsgalerie Patrizierhaus. Der Keramikproduzent aus Lauterbach im Vogelsberg lässt aus Kostengründen diese Stücke (Kerzenhäuschen) allerdings im Baltikum fertigen! Die Sätze sind in der Stadt bald ausverkauft und gehen in alle Welt.

(2. und 3. Dezember): „Vorweihnachtliche Kunstausstellung“ (am 1. Advent). Versuchsweise wurde diese Veranstaltung diesmal auf das Wochenende vor dem offiziellen Weih­nachts­markt verlegt. Der erhoffte Effekt blieb aber leider aus (nur ca. 400 zahlende Besucher), so dass wieder auf den 2. Advent verlegt wird.

„900 Jahre Züschen“, Vortrag von Herrn Gerhard Warnecke, Ge­schich­te eines kleinen liebenswerten Ortes mit historisch reicher Vergangenheit. Der ehemalige Ortsvorsteher ist auch der Chronist einer Ortsgeschichte, die 1992 vom lokalen Verkehrsverein herausgegeben wird (s. Veröffentlichungen).

(14. Dezember): Diavortrag Frau Marianne Schramme) zum „Weihnachtlichen Erzgebirge“. Der Vortrag in gewohnter Qualität durch Frau Schrammel und ihren Gatten fand einen außeror­dent­lichen Zuspruch und war eine sehr erfolgreiche Vortragsver­anstaltung. Anschließend fand ein gemeinsames Treffen des Museumsvorstandes mit den aktiven Museumsmitarbeiter/innen zu einem Jahresabschlußessen statt.

Fortgang der Inventarisierung: Es wurde begonnen, die gesamten Eintragungen der Volkskund­lichen Sammlungen im Zusammen­hang mit der EDV-­Erfassung zu überprüfen (derzeit 2808 Datensätze, wahrscheinlich etwa 3500 insgesamt). Dabei ergaben sich eine Reihe von Fragen, die z. T. nur mit Hilfe von Herrn Schaberick beantwortet werden können. Diese Maßnahme dient auch zur Erschließung des Archiv­bestandes im Rahmen der Planungen zur Neueinrichtung der Stadtgeschichtlichen Abtei­lung.

Gebäudeschäden und Sanierungsarbeiten: Die Restaurierungs­arbeiten am Treppenturm des Hochzeitshauses sind abgeschlos­sen. Die Arbeiten an der Südfront dieses Hauses sind fortge­schritten und werden z. Zt. bis zu den seitlichen, jeweils 3. Fensterachsen erweitert. Die Stadtgeschichte ist schon seit den Voruntersuchungen geschlossen, das Inventar anderweitig unter­gebracht. Front und Portal des Patrizierhauses sind (zum Jubi­läums­jahr) inzwischen zumindest vorläufig renoviert; es bleibt zu hoffen, dass das Ergebnis dieser Arbeit eine Weile vorhält, andere Partien dieses Hauses wie z. B. Fenster und Fensterbretter, einzelne Ständer und Teile des Fächerputzes geben aber weiter Anlass zur Sorge. Als Sturmschaden ist der Fehlalarm der Hoch­zeitshaustür kurz vor Weihnachten zu vermelden.

2001

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(28. Januar – 1. April): Fritzlar im Cartoon. Eine Ausstellung von Jochen Müller, Fritzlar, vom 28. Januar bis 1. April, in der Museums­galerie im Patrizier­haus (129 Erw./27 Kind.). Der Geschichtsverein Fritzlar e. V. gibt nach dem Erfolg der Veranstaltung auf vielfachen Wunsch ein besonderes „Comic“-Heft heraus (s. Veröffentlichungen).

(16. Februar): Zur Vorbereitung der Veranstaltung „Tag des offenen Denkmals“ in Hessen am 9. September (s. u.) auf Einladung am ein Besuch des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege, Abt. Baudenkmal­pflege, in Schloß Biebrich durch Herrn Dr. J.-H. Schotten und Frau Marlies Heer, die dann auch die weitere Organisation übernimmt.

(6. März): Wegen personeller Überschneidungen Jahres­hauptver­samm­lung des Hessischen Geschichts­vereins, Zweig­verein Fritzlar, in den Räumen der Museumsgalerie im Patrizier­haus (45 Erw.).

(10. und 11. März): Vorösterliche Kunstausstellung am 10. und 11. März. Eröffnung am Samstag durch Herrn Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange, in den Räumen der Ur- und Frühgeschichte im EG. des Hochzeitshauses (1000 Erw./95 Kind.).

(März): Zugang eines Rundfunkempfängers der Fa. Graetz mit der Anzeige eines Radiosenders „FRITZLAR“ (1949-1952), dessen Technik auf dem Fliegerhorst stationiert war. Klaus Leise verfasste den Artikel.

(29. März): Wegen offizieller Kooperationsgespräche auf Einladung des Museums­vereins Fritzlar Jahreshaupt­versammlung des Kultur­ver­eins Fritzlar 29.März (20 Erw.).

(17. Mai): Jahreshauptversammlung des Museumsvereins Fritzlar, 20:00 Uhr. Ablauf s. Protokoll (Heer/Schotten).

(15. Juni): Der Büraberg  – alte Forschungen / neue Erkenntnisse –  Dia-Vor­trag von Dr. J.-H. Schotten am Freitag, den 15. Juni, 13:30 Uhr, in der Museumsgalerie im Patrizierhaus (40 Erw.).

(2. – 5. August): Im Rahmen des „Kultursommer Nordhessen“ veranstaltet der Museums­verein in Zusammenarbeit mit der Stadtführergilde von PRO FRITZLAR Stadtführungen jeweils um 16 und 18 Uhr; das Museum bleibt an diesen Tagen bis abends 20 Uhr geöffnet (22 Erw.).

(19. August): „Tag der offenen Tür“. Führungen um 11:00, 14:00 und 16:00 Uhr, Museums­laden und Musik, Kaffee, Kuchen /süß/salzig) und Auftritt der Landfrauen aus Fritzlar- Hadda­mar; dazu Spielereien der Gruppe „Fremde Welten“ (Teile der Museumsjugend) im Innenhof des Hochzeits­hauses (ca. 700 Erw./100 Kind.).

(19. August – 30. September): „Widerspiegelungen“ Ausstellung Oleg Rjabow in der Museums­galerie im Patrizierhaus (60 Erw.).

(22. – 25. August): Nach einem offiziellen Empfang durch Vertreter der Stadt im Innenhof des Hochzeitshauses Beginn einer Ausstellung zum Partnerschafts­treffen Fritzlar – Burnham-on-Sea/Highbridge durch das Kün­stlerehepaar Hammond-Lovatt im Zen­tralraum der Museumsgalerie im Patrizierhaus (60 Erw.), parallel zur Ausstellung Rjabow (s. o.).

(26. August): Durch eine private Initiative gelingt Frau Marianne Schrammel eine kurze wegen des Erfolges dann noch einmal wiederholte Ausstellung von fossilierten Dinosaurier-Eiern zu präsentieren, die auch in der Presse gewürdigt wurde (24 Erwachsene /7 Kinder).

 (5. September): Vortrag „Geschichte der Kurie in der Fischgasse“ durch Manfred Ochs um 19:30 Uhr (ca. 25 Erw.).

(9. September): „Tag des offenen Denkmals“ am 9. September. Im Rahmen dieses Ereignisses werden in Zusammenarbeit mit der Stadtführergilde von PRO FRITZLAR stündliche Führungen veranstaltet (500 Bes.).

(2. November): „Die Zerstörung der Edertalsperre“. Dia-Vortrag von Horst Schatt­ner, Wabern, um 20:00 Uhr im Patrizierhaus (65 Erw.).

(9. November): „Ursachen und Folgen der Reichsprogromnacht in Nordhessen“. Dia-Vortrag von Thomas Schattner, 19:00 Uhr, in der Museumsgalerie im Patrizierhaus (18 Erw.). 

(28. November): „Australien – eine Reise durch den Norden“. Teil I: von Darwin bis Ayersrock. Dia-Vortrag von Marianne Schrammel, um 20:00 Uhr, in der Museums­galerie im Patrizierhaus (22 Erw.).

(1. – 31. Dezember): Ausstellung „Kunst & Kultur“ eines Künstlerkreises aus Homberg-Falkenberg in den Räumen des ehem. Porzellan­geschäfts Link in der „Lilie“ (Eigentümer Josef  Heer) am 1. bis 31. Dezember. Nach der Aufgabe des Geschäftes bieten die sehr speziellen und daher kaum wiedervermietbaren Räume ein schrecklich „hohles“ Bild zum Marktplatz hin. Frau Marlies Heer (nicht verwandt mit dem Eigentümer) verfällt dann auf die Idee den Platz für Ausstellungen zu nutzen, um damit auch das Museum zu fördern. Die privat zu erbringende Miete teilt man sich mit dem Betreiber der „Weinstiege“ im Untergeschoss. Das geht etwa 1,5 Jahre gut, dann übersteigt der finanzielle Aufwand die Möglichkeiten, außerdem wird in- und außerhalb des Vereins Kritik an dieser Initiative laut, daher beenden Dr. Schotten und Frau Heer unter großem Bedauern das Unternehmen.

Die Eröffnung findet praktischerweise am gleichen Tag statt wie der Stadtrundgang durch ein „Historisches Fritzlar im Advent“, zu dem die Stadtführergilde wie auch an den folgenden Wochenenden einlädt. Das Museum bildet hier den Ausgangs- und Schlusspunkt der Veranstaltung.

(2. – 22. Dezember): Parallel zur Ausstellung Niebert zeigen wir eine kleine Krippenausstellung, die wir mit einem Kinderprogramm kombinieren.

(2. Dezember 2001 –  31. Februar 2002): „Fritzlarer Augenblicke“. Ausstellung des Kunstmalers Burckhard Niebert (55 Erw. bis Jahresende, noch bis Ende Februar verlängert).

(6. Dezember): „Wenn Walthemus blau macht“. Buchvorstellung von Manfred Och, 19:30 Uhr, in Zusam­menarbeit mit dem Geschichtsverein Fritzlar. Da vorgestellte Heft fusst auf Erdarbeiten von Herrn Ochs unter und im Haus Schildererstraße 4, wo er möglicherweise auf den Rest einer Färberküpe stieß, wobei er versuchte den Befund zu interprertieren (s. Veröffentlichungen).

„11. Vorweihnachtliche Kunstausstellung“. Kunterbuntes, Kaffee und Kuchen. Samstag, den 8., und Sonntag, den 9. Dezember, 10:00 bis 17:00 Uhr. in den Räumen der Ur- und Frühge­schichte im EG. des Hochzeitshauses (250 Erw./13 Kind.).

Baumaßnahmen, technische Investitionen und Mueumsplanung:

(April): Das Grundstück zwischen dem Patrizierhaus und dem Hof Türich birgt unter den Resten einer abgerissenen Scheune einen Gewölbekeller, der im 2. Weltkrieg zeitweilig zum Luftschutz befestigt war. Viele Jahrzehnte befand sich darüber der Küchengarten der Bauernfamilien Schlitt und Orth. Dr. Schotten säte in den 1990er Jahren eine Wiese ein, weil die Gefahr bestand, daß die Fahrzeuge der städtischen Angestellten über den Keller drängen könnten. Frau Marlies Heer, im Angedenken an die Hainaer Zisterzienser, dort eine Art „Klostergarten“ nach historischen Vorbildern anzulegen. Dabei half eine Gartenbaufirma aus Mühlhausen bei Homberg. Die Kreissparkasse Schwalm-Eder unterstützte das Vorhaben mit einer Spende an die Stiftung Museum Fritzlar in Anwesenheit von Frau Katharina Sender, Dorla, Dr. J.-H. Schotten und Brgmstr. Karl-Wilhelm Lange.

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Beginn des Aufbaues einer technisch aktuellen  IT-Anlage nach Pla­nung von Dr. Schotten durch M. Ochs im Patrizierhaus. We­gen technischer Unzulänglichkeiten erweist sich der Bau eines internen Netzes als zunächst undurchführbar.

(21. Dezember) Dr. Schotten reicht seine erneut überarbeitete Kon­­zeption zum Museums­gestal­tung beim Stiftungsvorstand ein. Sie enthält eine detaillierte Gliederung (Unterstützung durch den Fachwerkspezialisten Ing. Wolfgang Hryčak) und Kostenvoran­schläge des Schreinermeisters Adolf Triebfürst.

Dabei bezieht sich der erste Rohentwurf (Plan 1) auf Einteilung der Epochen in der Stadtgeschichte, wobei noch alle existierenden Zwischenwände des 1. OG. gezeigt werden, weil zu diesem Zeitpunkt ihre Statik noch nicht geklärt ist (z. B. die zentrale Längswand im Mittelabschnitt, die noch eine vom damaligen Stadbaumeister Werner konstruierte Stützkonstruktion enthält. Die Verteilung der Wandvitrinen berücksichtigt die Vorgaben der Landeskonservatorin Katharina Thiersch, die auf der Erkennbarkeit der inneren historischen Baustruktur besteht. Ein neuartiges Element bilden die sog. „Themeninseln“, welche besondere Objekte (archäologische oder historische/gesellschaftliche Befunde und Funde), die für die jeweilige Epoche bezeichnend sind, als Zentrum der Aufmerksamkeit markieren sollen. Dazu gehört auch eine zentrale mittelalterlich bis neuzeitliche offene Herdstelle, an der die Entwicklung der Gebrauchskeramik und ihrer Handhabung gezeigt werden kann. Das Planungsbüro Wolfgang Hrycak hat dann den Entwurf überarbeitet (Plan 2), und Barbara Pinto, geb. Dubielzig diesen reingezeichnet. Adolf Triebfürst kam beim ersten Kostenüberschlag für zeitgemäße Vitrinen auf ca. 40000 DM.

Der derzeitige sog. „Jugendstilraum“ wird als „Medienraum bezeichnet, da die technische Entwicklung im Museum möglicherweise einer zentralen Steuerung und Aufbeahrung von medialem Gerät (z. B. für Projektoren auf Aufzeichnungsgeräte aller Art) bedarf. Was zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Detail festgelegt werden kann, ist die Lösung des Hygieneproblems, wobei aber zusammen mit Dr. Skubella einige Diskussionen laufen.

Der Nordflügel hat lange Zeit den Ofen- und Truhenausstellungen Raum geboten. Erstere ist regional so bedeutend, daß sie fortgeschrieben werden sollte. Für die Truhen bietet sich dagegen eine Einordnung in volkskundliche Zusammenhänge im 2. OG. an. Die von der Arbeitgemeinschaft geborgene Linotype-Druckmaschine der ehem. Druckerei Bernhard Huhn aus der Fraumünsterstraße (mit der lange auch eine wichtige Fritzlarer Lokalzeitung gedruckt wurde!) kann wegen ihres Gewichtes nur über dem Gewölbe des Wohnturmes in der NO-Ecke des Hochzeitshauses plaziert werden. Das ergibt die Möglichkeit über eine detailliere Ausgestaltung der Zeitgeschichte (20. Jahrhundert, Politik, Wirtschaft, Krieg und Kriegsfolgen, Vertriebene, Wiederaufstieg, Karneval, Gastarbeiter, usw.) nachzudenken.

2002

Sonderausstellungen und Veranstaltungen (überwie­gend in der Museumsgalerie):

Die Gemäldeausstellung „Fritzlarer Augenblicke“ von Burkhard Niebert läuftt noch bis zum 30. Januar. Sie wird in diesem Jahr von ca. 60 Besuchern gesehen.

(15. Januar): Neujahrsfeier mit den Aktiven des Museumsvereins (8 Teilnehmer).

(7. Februar): Zur Besprechung zukünftiger Projekte, auch in Kooperation mit dem Museumsverein, trifft sich der Vorstand von Pro Fritzlar (8 Teilnehmer).

(8. Februar): Dr. Jürgen Kneipp hält einen informativen archäologischen Vortrag über seine For­schun­gen um, in und unter der Altstadt von Fritzlar mit dem Titel „Eine Reise in die Unter­welt“ (etwa 35 Besucher).

Am 15. Februar beginnt der von Frau Marlies Heer initiierte und mit der Volkshochschule (VHS) Schwalm-Eder organisierte Kreisgästeführerkurs (Ende im Juni, 20-25 Teilnehmer).

Der Ostermarkt 2002 wird am 23.-24. Februar durchgeführt (968 Erwachsene / 100 Kinder).

(13. März): Die Jahreshauptversammlung des Museumsvereins wird an diesem Tage abgehalten (25 Mitglieder, Verlauf s. Pro­to­koll).

(14. März): „Margarethe von d. Saale -die andere Ehefrau Landgraf Philipp d. Großmütigen-„. Vortrag von Sabine Köttelwesch, Kassel, in Zusammenarbeit mit der VHS Homberg Museumsgalerie im Patrizier­haus (45 Pers).

(13. April – 30. Juni): „Ansichten in Kunst und Poesie“, Ausstellung des Kunstkreises um Hiltrud Klaffke aus Gudenberg. Vernissage Freitag, 19. April um 19 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus (45 Pers).

Australien II- eine Reise durch die große Viktoria-Wüste und entlang der Westküste, Dienstag, d. 16. April, 20 Uhr, Dia-Vortrag vom Marianne und Otto Schrammel, Museumsgalerie im Patrizierhaus (50 Pers).

Am 17. April: Sitzung der AGENDA 21 – Tourismus zur Erstellung und Entwicklung weiterer Konzepte auch mit den „kulturschaffenden“ Vereinen (6 Teilnehmer).

(6. Mai): Der Museumsverein Fritzlar erhält von der VR-Bank Schwalm-Eder 2000,-Euro zur Förderung ihrer Arbeit.

Nach längeren Bemühungen eröffnet in der oberen Museums­galerie am 17. Mai die Ausstellung „Musik in der Karikatur“, die in Zusammenarbeit von Museums­verein, Kulturverein und Prof. Keim, dem ehem. Leiter des Bundespresseamt entstand (über 50 Besucher).

Gemeinsame Sitzung von Mitgliedern des Museums- und des Kulturvereins zur Vorbereitung der „Lesenacht“ im Frühjahr 2003 (etwa 10 Beteiligte).

Erneute Sitzung der AGENDA21 – Tourismus mit Mitgliedern des Museumsvereins zur Beratung weiterer Maßnahmen wie Frage­bogen (8 Teilnehmer).

(20. Juni): Auf vielfachen Wunsch wiederholt Dr. Jürgen Kneipp am seinen Vortrag über seine Tätigkeit in der Stadtarchäologie in einer gemeinsamen Veranstaltung von Museums- und Geschichts­verein (ca. 40 Zuhörer).

(2. Juli): Lachende Kamera, Fotos wider den Tierischen Ernst. Ausstellung von Herrn Walter Sittig, Bad Emstal, vom 2. Juli bis zum September, Vernissage Dienstag, d. 2. Juli um 19 Uhr (über 100 Pers).

(1. – 4. August): Anläßlich des Kultursommers führen die Stadtführer von PRO FRITZLAR und dem Museumsverein kostümierte Führungen durch. Das Regionalmuseum bildet zu dieser Zeit den Hauptstützpunkt der Gilde.

Tag der offenen Tür. Sonntag, d. 18. August, Kunterbuntes, Kuchen, Kinder, Kerle (Verein „Verges­sene Welten“ von Alexander Kramer), Komisches und Köstliches (Spanferkelbraten mit Hilfe des Wirtes des Restaurants „Paulaner“ Igor Haška) rund um das Hoch­zeitshaus -11 Uhr bis 18 Uhr (ca. 400 Besucher).

Die Fülle der Abfragen nach Veranstaltungen und Ausstellungsmöglichkeit erfordert ein zusätzliches Programmblatt, von dem hier nur noch ein selbstkopiertes Exemplar überliefert ist.

(15. September – 14. Oktober): „Africa & Co“, Malereien von Wolfgang Kleinschmidt und Christian Laue, 15.Sept. bis 14. Okt (ca. 60 Gäste). Kleinschmidt, in Fritzlar eher unter seinem Spitznamen „Amigo“ bekannt, kommt eigentlich aus dem Malerge-werbe. Seine von der unruhigen Nachkriegszeit geprägte Jugend führt ihn aber bald zur aufstrebenden modernen Kunst, wie sie sich auch in der nahen „documenta“ in Kassel manifestiert, auch wenn er nie an der HbK reüssiert. Sein Talent bringt ihm aber immerhin eine Karriere als privater Kunsterzieher und

schließlich eine zeitweilige Dozentur in Bremen ein. Seine späten Jahre verbringt dieser freie, unabhängige Geist wieder bescheiden in seiner Heimatstadt, die durch ihn mit abstrakter Kunst vertraut wurde.

(18. September): „Landgräfin Anna – die Mutter Landgraf Philipp d. Groß­mü­tigen“. Vortrag von Sabine Köttelwesch, Kassel, um 20 Uhr. In Zusammenarbeit mit der VHS (35 Pers.).

Herbstlicher Kunsthandwerkermarkt (zum 1. Mal). So. 29.9. 10 bis 17 Uhr, Vielerlei rund um den Apfel, Im Innenhof, Patrizierhaus Flohmarkt, Apfelsaft, Kaffee und Waffeln, Weinecke und Reformhaus (ca. 500 Besucher).

(16. und 23. Oktober): Geschichte des Schwalm-Eder-Kreises. Zweiteiliger Vi­deo-Vortrag von Manfred Ochs, 19 bis 22 Uhr. In Zusammenarbeit mit der VHS (Gästeführerausbildung).

(19. Oktober – 14. November): Ausstellung „Mediterranes“ von Brigitte Döhne in der „Lilie“.

(16. November – 30. Dezember): Ausstellung der Malerin Isolde Rotzinger in der „Lilie“.

(27. Oktober – ): Aquarelle, Ölbilder und Skulpturen von Julia Schwarzmann aus St. Petersburg. Diese Ausstellung geht auf eine Initiative von Frau Barbara Bammel zurück, (40 Pers).

(14. November): Kirchliche Geschichte des Schwalm-Eder-Kreises. 19.30 bis 22. Uhr von Pfarrer Frieder Seebaß, Borken (im Zuge der Gästeführerausbildung!).

(19. November): „In Tausend Teufels Namen“, Die Hexenprozesse in Fritzlar, Vortrag von Manfred Ochs (55 Pers).

(28. November): Die Nordhessische Spitzbetzeltracht. 19.30 Uhr, Vortrag von Irmhild Georg und Ingrid Rittger (30 Pers).

Fritzlar in der Kunst. Malerische Impressionen des bekannten nordhessischen Künstlers Burkhard Niebert, am 6.12., um 18.30 Uhr.

(6. – 30. Dezember): „Fritzlar in der Literatur“, Beginn: 19.30 Uhr, Verschieden Autoren, Lesung von Karl Burchart, Irmhild Georg, Marlies Heer und Klaus Leise, mit Anisplätzchen und Glühwein (65 Personen). Das Plakat wurde von der VR-Bank Schwalm-Eder gesponsert.

Fritzlar in alten und neuen Bildern. Dia-Vortrag von Hans-Heinrich Volkers, 19. Dez. 20 Uhr (50 Pers). (Da­vor Weihnachts­feier Museumshelferinnen)

Dr. Reher, der Berater des Hessischen Museumsverbandes hat die Neukonzeption von Dr. Schotten durchgesehen, äußert einige kritische Anmerkungen zum Zeitstrahl durch die Stadtgeschichte, hat aber keine eigenen Vorschläge. Es kommt zu keiner konstruk­tiven Diskussion.

2003

Sonderausstellungen und Veranstaltungen (überwiegend in der Museumsgalerie):

(18. Januar – 18. März): Ausstellung „Lebensräume“, Bilder von Helga Schröder, eine der letzten Ausstellungen in der „Lilie“ für viele Jahre. Interne Kritik und finanzielle Belastung sind nur schwer zu stemmen.

(15. und 16. März): Vorösterlicher Kunsthandwerkermarkt, 10-17 Uhr, im Patrizierhaus Kunst- und Flohmarkt. Eröffnung Sa. den 15. März um 10 Uhr.

(15. März – 30. April): „Farbige Träume in Räumen“. Malereien von Giesela Bosbach, Kas­sel, Vernissage am Sa., den 15. März um 11 Uhr.

(24. April): „Klimawandel und Hochwasser“. DIA-Vortrag von Günther Fickenscher, Fritzlar, 19 Uhr. Herr Fickenscher ist der führende Meterologe auf dem Bundeswehr-Flugplatz der Georg-Friedrich-Kaserne in der Ederaue.

(9. Mai):„Vom Neandertaler bis zur Königswahl“. Neue Erkenntnisse zur heimischen Archäologie von Dr. Jürgen Kneipp, 19:30 Uhr, in der Museumsgalerie Patrizierhaus.

(1. Juni): „Tag der offenen Tür“. Beiträge und Veranstaltungen unter Mitwirkung des Vereins „Vergessene Welten e.V.“, 10-18 Uhr.  Um diese Zeit läuft auch die Ausstellung „Wenn die Wölfe heulen“, eine informative Darstellungen über das Leben der Wölfe in Europa.

(28. Juni – 30. Juli): „Zeit für Kunst“. Kunstausstellung mit Werken von Oleg Rjabow aus St. Petersburg, Vernissage Sa., den 28. Juni um 11 Uhr.

 (30. August – 1. Oktober): „Zwischenspiel“. Malerei und Photographie von Christina Oette, Berlin, Vernissage am Sa., den 30. August, um 11:00 Uhr.

(30. August): Exkursion „Das Steinkammergrab in Züschen und die Garvensburg“ (in Zusammenarbeit mit dem ECO-Museum Habichtswald), Dauer ca. 2 Stunden. Treffen mit Dr. J.-H. Schotten um 15:00 Uhr im Schloßpark Garvensburg, Fritzlar-Züschen.

(3. September – 15. Oktober): Wanderausstellung „Nationalpark Hainich“ (Thüringen).

(27. September): „Tag der offenen Gärten“, 10:00 bis 17:00 Uhr.

(28. September): Herbstlicher Kunsthandwerkermarkt, 10:00 bis 17:00 Uhr.

(12. Oktober – 30. November): „Literarische Landschaften“, Malerei, Graphik und Kollagen von Michael Lampe, Kassel, Museumsgalerie/Patrizierhaus. Vernissage So. 12. Oktober, um 11:00 Uhr.

(5. November): Frauen in der Geschichte: „Frau Luther“. Vortrag mit Lichtbildern von Marlies Heer, Museumsgalerie/Patrizierhaus. Anmeldung auch unter VHS Schwalm-Eder.

(21. November): „Wage es, den Frosch zu küssen“. Zur Geschichte der Volks­märchen und das Leben der Brüder Grimm. Vortrag von Irmhild Georg, 19:30 Uhr.

 (5. Dezember – ): „Begegnungen“ im weihnachtlichen Patrizierhaus. Gemäldeausstellung von Ildiko Hajnal-Neukäter und Lesungen von Dr. Rüdiger Neukäter, Kassel.9:00 Uhr. Die Werbung wurde unterstützt von der Frankfurter Allianz, Geschäftsstelle Mansfeld.

2004 

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

 (6. und 7. März): „Vorösterlicher Kunsthandwerkermarkt“, 11-17 Uhr, im Patrizierhaus Kunst- und Flohmarkt.

(6. März – 30. April): „Photographien Kirche und Landschaft“. Wilfried Hinz, Warburg.

 (27. Aril): „Eine Reise durch Apulien und Kampanien“. Diavortrag von Otto & Marianne Schrammel, Borken.

(1. Mai – Ende Juli): „BBK in der Region“. Vernissage 1. Mai. Der Berufsverband der bildenden Künstler e. V. Kassel-Nordhessen stellt die Werke seiner Künstler vor.

(17. Mai – 17. Juni): Wanderausstellung „Die heimlichen Nachtschwärmer“, im Hochzeitshaus, in Zusammenarbeit mit dem BUND. Mit einem Vortrag von John Barz, Kassel und anschließender Exkursion am 4. Juni.

(28. Mai): „Der mittelalterliche Kräutergarten“. Führung durch den „Klostergarten“ mit Erklärung von Kräutern und anschließendem Lichtbildervortrag von Marlies Heer und Lesung durch Frau Reuter.

(26. Juni – 17. Juli):

(26. Juni – 17. Juli): Offizielle Ausstellung „Mit spitzer Feder gegen die Sucht“, veranstaltet von der Stiftung Museum und der Stadt Fritzlar. Das bundesweite Projekt findet im Rahmen einer politischen Kampagne statt.

(18. September): Klostergartenführung mit Marlies Heer (Ver­an­staltung mit ECO-Museum).

(9. – 30. November): „120 Jahre Hermann Kätelhöhn“. Bilderausstellung aus der Sammlung Marianne Schrammel.

(2. und 3. Oktober): „Herbstmarkt“. Kunsthandwerkermarkt mit Apfelsaftpressen und Museumscafé.

 (6. Oktober): „Wer waren die Chatten?“ Diavortrag von Dr. Jürgen Kneipp in Zusammenarbeit mit der VHS).

 (16. Oktober): Büraberg-Führung. mit Dr. Johann-Henrich Schotten.

 (25. November): Einführung in die Koptische Kunst“. Diavortrag von Silvia Penka.

(3. Dezember 2004 – 31. Januar 2005): „Werkschau Fam. Johann Steffen“, Graphik, Skulptur, Intarsie.

Personelles (Sommer): Nach einigen unerfreulichen Vorgängen, zu denen finanzielle Unregelmäßigkeiten gegenüber einer Mitarbeiterin, der Versuch zur Erstellung ei­ner Mitgliederverwaltung mit Eingriffen in das Persönlichkeits­recht und andere Vorkommnisse gehören, wird Herrn Manfred Ochs em­pfohlen nicht mehr im Museum mitzuarbeiten, worauf er mit einer –allerdings gegen­standslosen- Klage droht (s. Bericht vom 22.08.2004).

Gebäudesanierung: Der aufgrund des schlechten Bauzustandes und der zu seiner Be­he­bung geringeren Mittel nur langsame Fortgang der Sanierungs­ar­beiten im Hochzeitshaus, derzeit im nördlichen Abschnitt, ha­ben zu einer Situation geführt, die uns auch im kommenden Jahr dazu zwingt, eine Reihe von Maßnahmen anders zu realisieren und zu terminieren als wir es ursprünglich beabsichtigt hatten. Schon begonnene Projekte (wie z. B. den Ausbau der Stadtge­schichtlichen Abteilung, bei der die Planung weiter getrieben wer­den konnte) werden angemessen verfolgt andere provisorisch ge­staltet werden müssen. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtbau­meister Karius könnte etwas enger sein.

2005

Personalien:

(11. April): Nach längerer schwerer Krankheit verstirbt der Mitarbeiter des Regionalmuseums und Kassenführer der Stiftung Museum Fritzlar Werner Kattwinkel.

Museumsplanung:

(10. Juni): An diesem Tage findet, in Rücksprache mit dem städtischen Bauamtsleiter Karius, ein Gespräch des Dipl.-Ing. Friedemann Roller mit Dr. J.-H. Schotten, Dr. Jürgen Kneipp und Frau Marlies Heer zur inhaltlichen und baulichen Entwicklung des Hochzeitshauses und Regionalmuseums Fritzlar statt, während dessen alle, auch konzeptionellen Fragen (wie eines zugehörigen ECO-Pfades Archäologie) der wissenschaftlichen Museumsleitung und der archäologischen Denkmalpflege zur Sprache kommen. Herr Roller wird bis zum Februar nächsten Jahres (s. u.) eine Präsentation vorbereiten.

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Während einer späteren Begehung des Patrizierhauses durch Bgrmstr. Lange, bei der es auch um den baulichen Zustand des Gebäudes nach seiner Instandsetzung nach über 25 Jahren geht, schlägt es vor, diesen Teil des Regionalmuseums in einiger Zukunft als Archiv zu benutzten. Zum Verbleib der geologischen Abteilung und der Sammlung Guhr äußert er sich, trotz Nachfrage, nicht.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(1. Februar): Dr. Jürgen Kneipp und seine Frau Susan stellen die letzten Dioramen in der Ur- und Frühgeschichte fertig) und schließen damit die Neugestaltung der Abteilung ab.

(22. Februar): „Auch im Winter ist die Türkei eine Reise wert“. Die Südküste und Pamukkale. Diavortrag Fam. Marianne und Otto Schrammel, 19:30 Uhr, in der Museums­galerie/­Patri­zier­haus.

(5. und 6. März): „Kunsthandwerklicher Ostermarkt“. Kunsthandwerk und Museum­scafé. Eröffnung der Ausstellung historischen gusseiserner Öfen im Hochzeitshaus, jeweils 11-17 Uhr. Das Plakat wird in Zusammenarbeit mit Peter Fischer entworfen.

(5. März – 30. April): „Nachwirkungen – Gesehen – Empfunden“. Gemäldeausstellung von Herrn Heinrich Richberg, Fritzlar, in der Museumsgalerie/Patrizierhaus.

(20. April – 1. Mai): „Mit dem Glauben Staat machen“. Landgraf Philipp der Großmü­tige 1504-1567. Wanderausstellung mit Rahmenpro­gramm in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchenge­meinde Fritzlar vom 20. April bis 1. Mai in den Räumen der Ur- und frühge­schichtlichen Abteilung im Hochzeitshaus, tägliche Führungen nach Anmeldung. Mittwoch, 20. April, 19:00 Uhr: Eröffnung, Vortrag und Führung durch Herrn Dr. Norbert Stieniczka, Darmstadt.

 (22. April): 19:30 Uhr: „Philipp der Großmütige und die Reformation in Fritzlar“. Vortrag von Herrn Pfarrer i. R. Paulger­hard Lohmann, Fritzlar.

(27. April): 19:00 Uhr: „Die Frauen um Landgraf Philipp“. Vortrag von Frau Sabine Koettelwesch, Kassel.

 (8. Mai): Internationaler Museumstag. „Museen bauen Brücken – Vor 60 Jahren“. Ausstellung von Spuren aus dem Hochzeitshaus aus dem Jahre 1945 ff.). Interessante Funde aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.

 (17. Mai – 14. Juni): „Der kleine König der Lüfte“. Wanderausstellung über den Mauer­segler in Zusammenarbeit mit dem BUND (Herr Gerd Kipper). In den Räumen der Ur- und frühgeschichtlichen Abtei­lung im Hoch­zeitshaus.

(19. Juni – 6. August): Ausstellung „Licht und Landschaft“ mit Werken von Ursula Knierim, eine Schwälmer Malerin.

 (25. – 29. Juli): „Märchen von Hans-Christian Andersen für Kinder“. Lesung und Malstunde mit Frau Marlies Heer, Frau Silvia Penka sowie den Herren Heiko Fenzel, Felsberg, und Dr. Johann-Henrich Schotten, jeweils 15-17 Uhr.       

(3. September – 5. Oktober): Ausstellung „Caras e Cores / Gesichter und Farben“. Gemälde und Skulp­turen von Rui Pinto, Rothhelmshausen, in den Räumen der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung im Hochzeitshaus. Der portugiesische Schwiegersohn von Adolf Dubielzig in Ungedanken zeigt sehr eigenständige Werke mit südländischer Ausdruckskraft

(8. und 9. Oktober): „Herbstmarkt“. Kunsthandwerk im Hochzeitshaus, Flohmarkt (in der Geologischen Abteilung und Museumscafé in der Galerie im Patrizierhaus, jeweils 11 bis 17 Uhr.

(8. Oktober – 20. November): „Von Fritzlar zum Edersee“. Photographien entlang der Eder von Ute Will und Walter Meier, Edertal, in Museumsgalerie im Patrizierhaus.

(5. November): „Wohnkultur in einer mittelalterlichen Stadt“. Rundgang mit Führung durch Fritzlar, Treffpunkt Grauer Turm 15:00 Uhr, Kosten 2,50 €uro.

 (27. November 2005 – 30. Januar 2006): „Stationen eines langen Lebens“. Scherenschnitte von Frau Ursula Kühlborn, Niedenstein. Vernissage am Sonntag, den 27. Novem­ber (1. Advent) um 11:30 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus.

Museumpädagogik:

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: Donnerstag, 15:00 Uhr. Für Kinder ab 10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

(29. August . 1. September): Kinderakademie. Projekt in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium König-Heinrich-Schule, jeweils vormittags.

2006

Personalien:

(9. November): Klaus-Dieter Schäfer stirbt nach längerem Leiden. Er hat einigen gemeinnützigen Vereinen den Weg ins Internet geöffnet. Dabei stand er jederzeit hilfsbereit und kompetent bei technischen Problemen mit Rat und Tat zur Seite, leistete stets gute Arbeit zu einem fairen Preis.

Museumsplanung:

(31. Januar): Dipl.-Ing. Friedemann Roller BDA stellt die Themen seiner Präsentation vor. Dabei berücksichtigt er die Vorschläge von Dr. Kneipp und Dr. Schotten (s. o.).

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

 (11. und 12. März): „Kunsthandwerklicher Ostermarkt“. Hochzeitshaus und Patrizier­haus, Museumscafe in der Museumsgalerie, Flohmarkt, Sa. u. So., 11.u.12.März 11 bis 17 Uhr.

(6. März): „Israel, Impressionen einer Israelreise“. Ausstellung von Aquarel­len. Montag., den 6.März, 19.30 Uhr, Museumsgalerie, Eröff­nungs­vortrag von Prof. Wagner, Krefeld.   

 

(6. März): „Israel, Impressionen einer Israelreise“. Ausstellung von Aquarel­len. Montag., den 6.März, 19.30 Uhr, Museumsgalerie, Eröff­nungs­vortrag von Prof. Wagner, Krefeld.   

(15. März): „Hilfe für traumatisierte Palästinenser in Bethlehem“.  19.30 Uhr, Museumsgalerie, Vortrag von Elisabeth Lohmann, Fritzlar.

(01. April): Werkstattgespräch und Führung durch die Ausstellung, mit Prof. F. Wagner Krefeld, 15.30 Uhr.  

(21. Mai): „Internationaler Museumstag“, Museum und Jugend. im Hochzeitshaus.

(25. Juni): Exkursion entlang des „Ars-Natura“-Wanderwegs und des Auen­lehrpfades, um 14 Uhr, Führung ab Malerwinkel/Heilig-Geist-Kapelle. In Zusammenarbeit mit dem Ecomuseum Habichtswald. 

(1. Juni – 01. September): Ausstellung „Vielfalt aus der Kunstwerkstatt“, Ölbilder, Acrylbilder, Pastelle.Birgit Kuhley-Tichy, Homberg, Norma Krause-Tichy, Wilhelms­haven. Eröffnung 1. Juni 19 Uhr, Museumsgalerie.

(1. Juni – 01. September): Ausstellung „Vielfalt aus der Kunstwerkstatt“, Ölbilder, Acrylbilder, Pastelle.Birgit Kuhley-Tichy, Homberg, Norma Krause-Tichy, Wilhelms­haven. Eröffnung 1. Juni 19 Uhr, Museumsgalerie.

(10. und. 11., 17. und 18., 24. und 24. Juni sowie 15. und 16. Juli): Das Regionalmuseum beteiligt sich an den kreisweiten Tagen „Einladende Gärten“, an denen Marlies Heer dem interessierten und freudig diskutierenden, sachkundigem Publikum unsere Anlagen zeigt.

(7. Juli – 15. August): Ausstellung „125 Jahre Pferdemarkt. Ein historischer Rückblick durch 125 Jahre Fritzlarer Pferdemarktsgeschichte“. Eröffnung: Freitag, den 7.Juli um 19 Uhr im Hochzeitshaus.

Das zugehörige Plakat von Jochen Müller, gedruckt von Johannes de Lange wird zum Sammlerstück und regt Marlies Heer zur Abfassung der Kindergeschichte „Das rote Pferd“ an, das später beim jugendlichen Publikum großen Anklang findet (s. Veröffentlichungen).

(20. September): Die Kreissparkasse Schwalm-Eder spendet 1000,-Euro für die Erneuerung des Bodenbelages im Regionalmuseum (Patrizierhaus/Museumgalerie)

(30. September und 1. Oktober): “ Herbstlicher Kunsthandwerkermarkt“. 10 bis 17 Uhr im Hochzeitshaus, Museumscafé in der Galerie und Gemäldeausstellung von Burkhard Niebert, Geologie geöffnet mit Flohmarkt.

(9. November): „Starke Mauern schützten Schätze aus Fritzlars früher Zeit“.    Vortrag von Herrn Dr. Jürgen Kneipp, Archäologe aus Fritzlar, um 19.30 Uhr in der Galerie des Patrizierhauses. 

(17. November): „50 Jahre Museum“.  Festakt im Rathaussaal. Der 1. Vorsitzende Dr. phil. Johann-Henrich Schotten hält den Einführungsvortrag, in dem er die Geschichte des Museums und seiner Gründer Revue passieren läßt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Sehr geehrter Herr Heintel! Sehr geehrte Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kirche und Kultur! Liebe Kollegen, Vertreter kooperierender Vereine und Institutionen, Freunde, stille Helfer und Mitarbeiter des Regionalmuseums! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Heute spreche hier zu Ihnen als Vorsitzender des Museumsvereins Fritzlar e. V., Geschäftsführer der Stiftung Museums Fritzlar und Betreuer der Einrichtung und danke Ihnen, daß Sie unserer Einladung zu einem kleinen Festakt anlässlich des 50. Jubliäums der Museumseröffnung im Hochzeitshaus gefolgt sind. Wir haben Verständnis, wenn einige von Ihnen diese Nachricht etwas knapp -um nicht zu sagen „plötzlich“- erreicht hat. Aber in der heutigen Zeit, in welcher einer Ereignis oder „Event“ das andere jagt, kann man froh sein, wenn wenn man überhaupt noch ein Datum findet, und sei es gerade auch noch zwischen „Martinsgans“ und „Weihnachtsfeier“. Umso größer ist unsere Freunde über jeden, der den Weg zu uns gefunden hat. Vielen Dank dafür!

      Der über viele Jahre auch als Vorsitzender aktive Hans Heintel hat bereits vor 20 Jahren die Möglichkeit wahrgenommen, Beginn und Entwicklung zunächst der Arbeitsgemeinschaft, dann des Museums ab 1956, des zugehörigen Vereins ab 1959 und der Stiftung ab 1980 mustergültig nachzuzeichen und öffentlich zu machen, so daß bei gelegentlichen Anzeichnen von Amnesie in letzter Zeit da­rauf zurückgegriffen werden kann, was ich Ihnen aber heute nicht in allen De­tails zumuten möchte. Daher werden Sie von mir jetzt auch keine eigent­liche Chronik hören.

      Mir geht es eher darum Ihnen verständlich zu machen, welchen Denk- und Lebens­traditionen ­sich jene zwölf  Herren und eine Dame (die ehem. Erste Beigeordnete Frau Gudrun Euler) verpflichtet fühlten, als sie es unternahmen, die kulturge­schichtlichen Sammlungen, welche wir heute im Regionalmuseum finden, auf­zubauen, und das nicht nur unentgeldlich, sondern -wie bei Durch­sicht der Unterlagen täglich deutlicher wird- unter Einsatz aller geistigen, kör­perlichen und eigenen finanziellen Mittel. Dies als Hinweis für Öffentlichkeit und politische Gremien, die heute zwar -sehr modisch- das „Ehrenamt“ zu for­dern und fördern verkünden, aber die diesbezüglichen Praktiker in Wirk­lichkeit bisweilen doch ein wenig als „weltfremde Spinner“ einzuordnen neigen.

      Als erste möchte ich zwei Personen nennen, die Sie wahrscheinlich zunächst nicht in der „Ahnengalerie“ des Museums erwarten würden. Einmal jener für die Fritzlarer Lokalforschung so wichtige Landrat Weber aus der Mitte des 19. Jahr­hunderts, dem wir die sorgfältigen Beobachtungen älterer Baureste in der Alt­stadt verdanken, die, wie sich erst vor einigen Jahren wieder erwies, bis heute ihre Bedeutung nicht verloren haben. Zum zweiten Wilhelm Jestädt (1865-1926), der von 1905 bis zu seinem Tode Dechant in Fritzlar war. Kurz nach seinem Amtsantritt begründete er den hiesigen Zweigverein des Hessischen Ge­schichtsvereins, immerhin um die 100 Jahre nach dem Entstehen gleich­artiger Gruppierungen im Rheinland (z.B. in Bonn). Auf ihn geht wahrschein­lich auch ein erstes Museum in der Stiftskirche St. Peter zurück, das -kurz vor dem 1. Welt­krieg erwähnt aber sonst nicht bekannt- neben sakralen Gegenstän­den auch bereits mittel­alterliche Keramik enthalten zu haben scheint. Vielleicht handelte es sich dabei auch um Material, das uns aus dem Hause des Pfarrers Drissel im Steinweg über­liefert worden ist.

      Eine Generation später sind dann die Schöpfer unseres Museums geboren: Willi Matthias, dessen Sohn Robert ich heute hier begrüßen darf, Theo Ziegler, Martin Kliem, Rudolf Haarberg und August Boley, als letzter Emil Kowalsky,  ent­stamm­ten alle noch dem späten 19. Jahrhundert und waren geprägt -heute sagt man „sozialisiert“- von der preußisch-deutschen Kaiserzeit. Das heißt: eine Sache, die man für richtig hält auch richtig tun, korrekt, akkurat, verantwor­tung­svoll, mutig oder tollkühn, diszipliniert und beständig, notfalls bis zur Erschöpfung (s. Matthias). Zugleich haben einige von ihnen auch den Idealismus der Jugend­bewegung wie des Wandervogels erlebt. Ich weiß, „Sekundärtugenden“, damit kann man auch andere Dinge zustande bringen als Sammeln, Forschen und fast aus dem Nichts der Öffentlichkeit, Stadt, Land und Volk ein schönes Museum aufbauen. Aber das ist ein anderes Kapitel.

      Sie er- und überlebten den 1. Weltkrieg, z. T. sicher traumatisiert, desillusioniert aber mit gewissen Hoffnungen. Ich kenne diese Lebensläufe nicht im Detail, da ich die meisten nur in ihren Altersjahren erlebt habe; von August Boley wissen wir immerhin, daß er als junger Lehrer bereits in Dillich und um Großenritte, also in einem Raum, der im wesentlichen vom Kreis Fritzlar-Homberg und dem südlichen Landkreis Kassel einge­nommen wurde, die Spuren des vor- und frühgeschichtlichen Menschen suchte, verfolgte und erforschte. Zu seinem Verwandten- und Bekanntenkreis gehörten Wilhelm Jordan und Johannes Herdmenger. Sein Engagement machte ihn dann in den 30er Jahren, auch dank eines eher oberflächlichen Arrangements mit der neuen Politik, auch noch zum Pionier der hiesigen Luftbildarchäologie, also eine Art „Avantgardist“, wenn man so will. Eine Forschungsrichtung, die nach dem 2. Weltkrieg Hans Heintel, dann mit Hilfe der neuen Bun­deswehr (Alouette) vorantreiben konnte.

      Zu nächsten Generation gehörten der Bauingenieur Walter Knapp, der Bäcker­meister Hans Josef Heer, Frau Gudrun Euler, Hugo Mohr, der Uhrmacher- und Goldschmiede­meister und spätere langjährige 1. Vereinsvorsitzende Ludwig Köhler, der Bankbeamte Konrad Hohmann aus Maden und der Thüringer Fritz Rödde, den viele noch als Guts­verwalter auf dem Hofe Seibel kennen. Sie wurden zumeist kurz vor dem 1. Weltkrieg geboren und verbrachten ihre Jugend in der Weimarer Republik und dem 3. Reich. Ihr Geschichtsbe­wußt­sein und -ver­ständ­nis entsprach sicher überwiegend noch dem ihrer älteren Kollegen. Es war eine Zeit des „Wollens“ und „Machens“, sicher politisch gefördert aber ohnedies in den Köpfen. Das zunehmende Technikverständnis belegen die planmäßigen Geländebegehung von Herdmenger z. B. in Metze 1938, der präzise Umgang mit den Medien Photographie und Tonaufzeichnungen durch L. Köhler und die systema­tische Literaturerschließung wie die durch den Domarchivar K.-J. Thiele vor dem Krieg und H.-J. Heer seit 1948.

      Erst nach dem Krieg fanden diese Mitglieder der späteren Arbeitsgemeinschaft allmählich zusammen. 1946 August Boley und der viel jüngere Hans Heintel (geb. 1922), gewissermaßen der „Jungspund“, frisch zurück aus Norwegen, der Heimat im Sudentenland beraubt; 1948 Ludwig Köhler mit ersten Veröffentli­chungen, 1949 das erste Zusammentreffen von Heintel, Köhler, Boley und dem Archäologen Dr. Otto Uenze in Dillich, und im Dezember des gleichen Jahres Köhler, Heer, Heintel und der Archivar Thiele mit der Idee einer organisierten Arbeit. Die „Arbeitsgemeinschaft“ wurde geboren (also Vorsicht, in drei Jahren schon wieder ein –dieses Mal 60jähriges- Jubiläum!).

      Die Jahre 1950/51 führten schließlich fast alle Protagonisten erstmals zu­sam­men. Auch ein „Heimatmuseum“ wurde gegen Jahresende schon -wie man heu­te sagt- „angedacht“. Mitte der 1950er Jahre kamen noch der Photograph Helmut Busch mit seiner Gattin Maria Clausius und das Ehepaar Klisch später die Herren Donth und Mersch hinzu. Der Rest ist Geschichte. Man hat angesichts der Akti­vitä­ten bisweilen den Eindruck, daß die Beschäftigung mit ferner Vorzeit auch eine Art therapeutischen Effekt bei der Bewältigung der jüngsten Ver­gangenheit ge­habt haben mag (Wieder­aufbau, viell. auch Verlustausgleich durch Sammel­wut). Die Moti­va­tion für das Projekt blieb aber -gegen alle Wider­stände- wie z. B. im Landes­mu­seum Kassel und beim Hessischen Museums­verband (bis zum segensreichen Wirken von Hans Mangold) auch darüber hinaus erhalten, nicht zuletzt der Zustimmung des Landrats August Franke und der milden aber bestimmenden Hand des damaligen Bür­germeisters Emil Geismar. Hier im übrigen eine Kontinuität, bis heute. 1956 bezog man nach einer provisorischen Unterbringung den unteren Saal des Hoch­zeithauses, nach weiteren Mühen war dieses Gebäude 1974 zum 1250. Stadtjubiläum im ganzen erschlossen, die letzten Arbeiten erfolgten 1976.

      Auch die museale Präsentation hat sich geändert. Das Netz der Attraktionen und Ereignisse („Events“) ist in den letzten 20 Jahren dichter und moderner gewor­den auch unseres, damit die Zahl der konkurrierenden Anbieter, die alle auf ihre Kosten kommen wollen, die Zahl der interes­sierten Besucher jedoch nicht. Es scheint die Spätfolge einer ideologi­schen Neuorien­tierung nach 1968 zu sein, die, auch in Kindergärten, Kirchen und Schulen, dazu geführt hat, daß z. B. heu­tigen Kindern nur mit großer Mühe ein heimatliches und traditionelles „Basis­wissen“, wie ich es einmal nennen will, zu vermitteln ist. Etwa in der Art, wie Frau Schrammel es seit fast dreißig Jah­ren tut, Frau Heer,  ich und andere es in der Schülerakade­mie mit der KHS und bei der Betreuung der sog. „Museumsjugend“ versuchen oder als Teil des Geschichts­unter­richts be­trachten. Eine neue Pädagogen­gene­ration ist angetreten, viel­leicht gibt es noch Hoff­nung auf kulturelle Erholung und Gesundung, denn das ist eine unserer Aufgabe heute. Bis dahin brauchen wir, ich spreche von Land, Kreis- und Stadtver­wal­tung, Banken, Handel, Industrie, Sponsoren aller Art, interessierte und kompe­tente Gruppen, weiterhin Ihre wertvolle Unterstützung auf mancherlei Art.

Vielen Dank!

Der eigentliche Festvortrag umreisst den programmatischen Umfang der Arbeiten im Regionalmuseum und zeigt die Spanne des Interesses der dort aktiven Mitglieder und Mitarbeiter: „Die Erd­geschichte um und unter Fritzlar“ (Geologischer Vortrag von Prof. Dr. Greiling, Waltersbrück/ Universität Heidelberg), um 19.30 Uhr. Das Ereignis findet unter großer Anteilnahme kommunaler und gesellschaftlicher Prominenz im Rathaussaal statt.

(22. November): Theater im Hochzeitshaus. „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka, Stadttheater Kassel/Regie Peter Manteuffel, um 19 Uhr im Hochzeitshaus. Das erlesene Publikum erlebte eine intensive und berührende schauspielerische Leistung in den Räumen der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung.

(1. Dezember): „Krippen, Gemälde und Weihnachtliches“. Ausstellung in der Museums­galerie/Patrizierhaus, Eröffnung um 19 Uhr.

(6. – 20. Dezember): „Krone, Brot und Rosen – 800 Jahre heilige Elisabeth von Thüringen“. Wanderausstellung mit Vorträgen, im Hochzeits­haus.  Eröffnung Mittwoch den 6.12. um 13:30 Uhr (Konzept Hessisches Staatsarchiv Marburg in Zusammenar­beit mit den evangelischen Kirchen und diakonischen Werken in Hessen).

Die katholische Kirchengemeinde stellt dankenswerterweise eine Dalmatika mit dem entsprechenden Motiv zur Verfügung, das in der Mammut-Vitrine (Schutz!) plaziert wird.

Museumspädagogik:

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: Donnerstag, 15:00 Uhr. Für Kinder ab 10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

(21. – 24. August): „Kinderakademie 2“. Projekt der Begabtenförderung durch die König-Heinrich-Schule Fritzlar, in Zusammen­arbeit mit dem Regionalmuseum Fritzlar (Leitung Dr. J.-H. Schotten und M. Heer).

2007

Personalien:

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(3. -23. März): „Gemäldeausstellung Vladimir Baranov“. Der russische Künstler, der zum Freundeskreis von Johann Steffen gehört, lebt heute in der Eifel. Sein farbenpraller Stil erinnert bisweilen an Hyperrealismus, kann aber auch surreale Züge tragen. Die Fritzlar-Bilder, speziell für diese Ausstellung geschaffen, finden Anklang, eines findet sofort einen Liebhaber.

(März): Das neue Werbeblatt für das Regionalmuseum erscheint, gestaltet von Marlies Heer, Dr. J.-H. Schotten und dem Graphik-Designer Johannes de Lange.

(10. und 11. März): 17. österlicher Kunsthandwerkermarkt (Ostermarkt).

(21. April – 1. Juni): „Mit Pinsel und Stift“. Aquarelle und Ölbilder von Roswitha Lange, Frielendorf, Vernissage am Samstag, den 21. April, 11:00 Uhr.

(24. April): „Italien: VuIcano, Lipari und Stromboli“. Eine Erlebnistour zu den Äolischen Vulkaninseln. Dia-Vortrag von Fam. Otto und Marianne Schrammel, Borken, um 19:00 Uhr im Patrizierhaus in der Museumsgalerie.

(11. – 31. Juli): „Fritzlar im Cartoon“. Zeichnungen von Jochen Müller, in den Räumen der Ur- und frühgeschichtlichen Ab­tei­lung im Hochzeitshaus. Die Karikaturen mit den witzigesten Fritzlar-Bezügen gibt anschließend der Geschichtverein in der Form einer Broschüre heraus (s. Veröffentlichungen).

Es bleibt Jochen Müller, der zuvor viele Jahre den „Dörnberghof“ betreut hat, noch Dank zu sagen für seine sehr gelungenen Kinderführungen durch die Ausstellung.

(21. Mai): Internationaler Museumstag – Museen und universelles Erbe. Von der Steinzeit zur Jahrhundertwende, 10:00 bis 18:00 Uhr. Eintritt frei.

(5. Juli): Teilnahme an der Veranstaltung „Vereine stellen sich vor“ iIn Zusammenarbeit mit der Ursulinen­schule, auf dem Gelände der Ursulinen- und der Wigbertschule.

(15. Juli): Der Vorstand des Museumsvereins betreibt einen Werbestand auf dem Pferdemarkt und verkaufen dort schon den Kalender für das Jahr 2008.

(11. August – 1. Oktober): Frau Maria Schwarz zeigt „Märchenlandschaften der Gebrüder Grimm“ mi handgefertigten Puppen. Diese Ausstellung findet bei Kindern großen Anklang.

(15. August): Der Museumsverein bietet Themenführungen zur Renaissancezeit in den zeitgenössischen Gebäuden des Regionalmuseums an:

(3. Oktober): Tag der Deutschen Einheit, Vortrag Wolfgang Reinhardt, Ober­aula: „Tourismus in der DDR“. 19:00 Uhr, Museums­galerie/Patrizierhaus. Ein sehr bewegender Erlebnisbericht vor einer relativ kleinen aber engairten Zuhörerschaft.

(6. und 7. Oktober): „Herbstlicher Kunsthandwerkermarkt“.

(6. Oktober – 4. November): „Blütenlese“. Kunstausstellung Astrid Warzlberger, Gudensberg

(2. November – 15. Dezember): „Die Chroniken des Wigand von Gerstenberg aus Frankenberg“. Ausstellung des Hessischen Landesamtes für ge­schichtliche Landeskunde, Marburg.

(10. November 2007 – 25. Februar 2008): „Astrid Lindgren. Ausstellung zu ihrem 100. Geburtstag“. Museumsgalerie/Patri­zierhaus. Wie zahlreiche Besuche von Eltern mit ihren Kindern zeigen, ist die nachempfundene Welt der Autorin gut getroffen; die Kinderkurse werden nie langweilig.

Museumspädagogik:

Fort- und mögliche Neuausbildung von weiteren bzw. neuen Mu­seums­führern im Rahmen von Museumskursen, Kursleitung: Dr. Johann-Henrich Schotten, Frau Marlies Heer.

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: jeden Donnerstag, 15:00 Uhr. Für Kinder ab 10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

(13. – 16. August): Themenbezogene Kinderkurse durch Frau Marlies Heer im Rah­men der sog. Kinderakademie. „Aus dem Mittelalter“ : Schreiben, Kneten, Sägen, Schmieden, Spinnen, Färben, Kochen und Schmecken“. Für Kinder von 10-11 Jahren. In Zusammenarbeit mit der König-Heinrich-Schule.

Personalien (5. August): Mit Genehmigung der Stadt feiert der Verein den 60. Geburtstag des 1. Vorsitzenden auf dem Museumsgelände. Das Fest ist auch als Dank für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter, Helfer und Freunde des Museums gedacht. Zuvor war Bgrmstr. Karl-Wilhelm Lange mit einem Blumenstrauß im Sekretariat im Patri­zierhaus erschienen und hatte die Bemerkung fallen lassen, er könne ja jetzt schon in Rente gehen. In der Folge gab es mehrere Diskussionen mit dem Leiter des Amtes für Zentralangelegen­hei­ten Gerhard Schütt zum gleichen Thema, bei denen Dr. Schotten erklärt bis zum Ende seiner regulären Dienstzeit weiter in seiner Stel­lung arbeiten zu wollen.

Der Kunsttischler Johann Steffen gebürtig aus Kasachstan, der­zeit wohnhaft in Wabern, beginnt nach Vermittlung von Klaus Leise seine Tätigkeit im 2. OG. des Hochzeitshauses. Er wird zu­künftig das volkskundliche Mobiliar durchsehen, überprüfen und gegebenenfalls restaurieren.

2008

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(29. Februar-13. April): „Künstler aus der Kunstwerkstatt Kuhley-Tichy“. Vernissage am um 19:00 Uhr in der Museums­ga­lerie/Patrizierhaus.

(1. und 2. März): „18. Kunsthandwerklicher Ostermarkt“ im Hochzeitshaus, jeweils von 10:00-17:00 Uhr, zugleich geologische und mineralogische  Abteilung im Patri­zier­haus geöffnet, Museumscafé in der Museumsgalerie geöffnet von 14:00-17:00 Uhr.

(13. April bis 1. Juni): Nachdem aus Sachsen durch Dr. Günter, den Direktor des Museums Schloss Burgk in Freital, die Bitte an die Leitung des Regionalmuseums herangetragen wird auch in der künstlerischen Heimat des Malers Richard Guhr eine Ausstellung seiner Werke zu ermöglichen, leiht die Stiftung Museum Fritzlar einige ausgewählte Werke vorübergehend an die Städtischen Sammlungen dort aus, wo die Exposition mit großem Enthusiasmus und Aufwand eröffnet und beachtet wird. Die daraus folgenden freundschaftlichen Kontakte führen zu einer intensiven Diskussion über den langfristigen Verbleib des Nachlasses Guhr z. B. im neu errichteten Zentralarchiv des Orterzgebirgskreises in Pirna, die aber -aus persönlichen wie auch bürokratischen Gründen- nach 2012 versandet.

(19. April.22. Juni): Eine Sonderausstellung: „Grammophone, Radios, Computer, Apparate und Geräte…….“.   Ausgediente und altbewährte Geräte in Funktion und Geschichte. Das Projekt gelingt nur Dank der tätigen Mithilfe des Musikaliensammlers Robert Matthias (Sohn des Vereinsgründers Willi Matthias) und vor allem der Familie Fischer-Kramer, die als Bürofachgeschäft über eine umfangreiche Sammlung von historischen Schreibmaschinen verfügt.

Es sind vor allem auch jugendliche Besucher und Kinder aus dem CD-Zeitalter, die zum ersten Male in ihrem Leben Schallplatten und Telephone mit Wählscheibe sehen. Diese Tatsache bildet die Grundlage für einen Kinderkurs mit Marlies Heer, der sehr erfolgreich verläuft.

(18. Mai): „Internationaler Museumstag“ Kulturelle Vielfalt im gesell­schaftlichen Wandel. Beide Häuser sind von 10:00-17:00 Uhr geöffnet.

(15. Juni): Teilnahme am Festzug währen des Hessentages in Homberg/Efze.

„Kelten oder Chatten – Wer bewohnte unsere Heimat?“ Vortrag von Herrn Dr. Jürgen Kneipp, Archäologe aus Fritzlar-Züschen. Freitag, den 20. Juni um 19:30 Uhr im Hochzeitshaus.

(25. Juli) Dr. Schotten publiziert als Band 1 den 68-seitigen „Füh­rer zur Ur- und Frühgeschichtlichen Abteilung“ im Regional­ museum Fritzlar und stellt ihn im Rahmen einer Veranstaltung unter Be­tei­li­gung von Lokalpolitikern im EG. des Hochzeitshauses vor (s. Veröffentlichungen).

(12. August): „70 Jahre Flugplatz in Fritzlar“. Vortrag von Oberstleutnant a. D. Jürgen Preuss, Gudensberg, im Soldatenheim Fritzlar um 19:30 Uhr.

(22. August-12. Oktober): „Im Fluss des Lebens“. Kunstausstellung mit Werken von Frau Carola Justo, Kassel. Vernissage am Freitag, den 22. August um 19:30 in der Museumsgalerie.

(23. August-1. Oktober): „Die Brüder Grimm –Leben und Wirken -.“ Sonderausstellung in den Räumen der Ur- und Früh­ge­schichte im Hochzeitshaus. In Zusam­menarbeit mit dem Brüder-Grimm-Museum in Kassel und der Stadtmarketing Fritzlar e. V.

(14. September): „Tag des offenen Denkmals“. Führungen vormittags und nachmittags.

(4. und 5. Oktober): „Herbstlicher Kunsthandwerkermarkt“ im Hochzeitshaus, dazu Café in der Museumsgalerie und Flohmarkt in der Geologisch-mineralo­gi­schen Abteilung im Patrizierhaus.

(21. November): „Buch & Blech – Blechbläser und Literatur“. Ein heiterer Abend mit einer Autorenlesung und der „Wedding Brass Band“ aus Fritzlar, um19:30 im Hochzeits­haus.

(5. Dezember 2008-25. Februar 2009): „Bettina von Arnim, geb. Brentano (* 4. April 1785 – + 20. Januar 1859)“. Sonderausstellung zum 150. Todestag. Eröffnung um 19:30.

Fortbildung:

Fort- und mögliche Neuausbildung von weiteren bzw. neuen Museumsführern im Rahmen von Museumskursen, Bearbeitung des Archivs im Hofe W. Türich. Kursleitung: Dr. Johann-Henrich Schotten, Frau Marlies Heer. (am 22. September z. B. in der Ofensammlung) bis zum Novem­ber.

(ab 25. Oktober): „Historisches Latein – Lebendiges Latein“. Für Anfänger, Ge­schichts­in­te­ressierte, Wiederholer, Archivare usw. In Zusammen­arbeit mit der VHS Schwalm-Eder. (8 Abende), jeweils Donnerstag um 18:38 Uhr. Kursleitung: Frau Elfriede Grein.

(ab 27. Oktober): „Kunstgeschichte – Kunst lebendig gemacht“. Malkurse im Hoch­zeitshaus mit Frau Kuhley-Tichy. In Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Fritzlar.  Für Kinder von 6 bis 14 Jahren, 4 Samstagvormittage

Museumspädagogik:

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: Donnerstag, den 23. August, 15:00 Uhr. Für Kinder ab 10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

Themenbezogene Museumskurse führte Frau Heer zur Geräte­aus­stellung, der Brüder Grimm-Ausstellung und in den Herbst­ferien durch.

Museumsplanung: Während einer Hilfeleistung für Restaurierungsarbeiten erwähnt ein Mitglied des Magistrats eher zufällig und ganz nebenbei zum ersten Male wie ein Gerücht die Absicht der Stadt das Patrizierhaus zu ver­kaufen, was ja nach dem Stiftungsvertrag gar nicht möglich ist. Diesbezügliche Auskünfte in der Folge werden verweigert.

Gebäudeschäden, laufende sowie zukünftige Sanierungs- und Pflegearbeiten:

Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten an der Nordfront des Hoch­­zeitshauses sind nun auch die Putzarbeiten abgeschlos­sen.

Was die Pflege und die Beseiti­gung der übrigen Schäden angeht, so bereitet uns jetzt auch das Patrizierhaus gewisse Sorgen. Es zeigen sich neben den bekannten Fäulnisschäden an den Fen­stern dort und im Schornsteinbereich Undichtig­keiten. Der Zustand des Fachwerks, insbes. an der SO-Ecke, gibt zur Besorg­nis Anlass. Aus finanziellen Gründen können die Grabungen und Untersuchungen im alten Archäologischen Archiv nicht fort­ge­setzt werden. Ein Pflege­plan von Seiten des Bauamtes und der Liegenschaftsverwaltung wird immer dringender.

2009

Gebäudesanierung (Februar): Einsatz letzter Fenster an der Nordfront. Nun ist die Be­en­digung dieser Abschnittes der Restau­rierungs­maßnahme in Sicht. Anschließend sind die Innenwände instand zu setzen, da­mit die Ofensammlung ihren endgültigen Platz erhalten und mit der Ein­richtung der Stadtgeschichte begonnen werden kann. Neben einer Ent­scheidung für die evtl. Neueinrichtung eines Ein­gangs­bereiches steht auch dringend der Einbau von Toiletten dort an, da weder der Belegschaft noch Besuchern (darunter auch fernen Touristen) die parallele Benutzung der beiden bis­herigen Be­triebs­anlagen zugemutet wer­den kann!

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(30. Januar – 25. Februar): „Bettina von Arnim, geb. Brentano (* 4. April 1785, + 20. Januar 1859). Sonderausstellung zum 150. Todes­tag“. Eröffnung am Freitag, den 5. Dezember um 19:30. Die Aus­stel­lung läuft bis zum 25. Februar 2009 und wird sogar vom Lei­ter des Hochstifts Frankfurt in der FAZ besprochen.

(28. Februar und 1. März): „Österlicher Kunsthandwerkermarkt“ Sa. u. So. 10 -17 Uhr im Hochzeitshaus, Geologie im Patrizierhaus geöffnet Museumscafé geöffnet von 14 – 17 Uhr.

(28. Februar): Eröffnung der Sonderausstellung 14 Uhr „Fritzlarer Ansichten“ in der Museumsgalerie. Es werden Gemälde der Stadt gezeigt, die von verschiedenen auch internationalen Künstlern geschaffen worden.

(07. März): „Die Wildkatze im Visier“, 19:30 Uhr, Eröffnung der Sonderausstellung, Vortrag von Dipl. Biol. Sabine Jantschke, Pro­jektkoordinatorin Rettungsnetz Wildkatze BUND Thüringen, Erfurt Ausstellung bis 01. Mai.

(01. April): Jahreshauptversammlung des Museumsvereins. 19 Uhr, Kurzvortrag von Herrn Dr. Schotten, mit musealem Imbiss in der Museumsgalerie.

(24. April): „Der historische Klostergarten, 19 Uhr – alte Heil- und Gewürzpflanzen – wieder neu entdeckt“. Vortrag von Marlies Heer, Museumsverein Fritzlar, Museumsgalerie Patrizierhaus. Johannes de Lange entwirft das Plakat.

(17. Mai): 32. Internationaler Museumstag, 10 – 17 Uhr, „Museen und Tourismus“. Die Vorführungen von Draisine, Hochrad, Flugapparat und allerlei Transportgerät erfreuen sich regen Interesses bei den zahlreichen Besuchern.

(27. Mai):  „Vom Flachs zum Leinentuch“, 19:30 Uhr, Vortrag von Herrn Joachim Hübner, Bad Emstal-Sand, Museumsgalerie Patrizierhaus.

(26. Juni): „Stadtbefestigung und Kaiserpfalz. Der mittelalterli­che Stadtplan von Fritzlar“. Vortrag von Dr. J-H. Schotten, Museums­verein Fritzlar, Museumsgalerie Patrizierhaus.

(31. Juli bis 30. September): „Durchbruch, fantastische Welt aus Formen und Farben“. Kunstwerke von Katrin Zettermann-Wawrzinek, Bas­sum­-Nordwohlde bei Bremen, Mu­seums­­galerie im Patrizierhaus.

(04. September): Katharina von Westphalen. Gemahlin des Jerome Bonaparte und Königin in Kassel. Lesung mit den Autoren Sabine Koettelwesch und York-Egbert König, Kassel, Museums­gale­rie/Patrizierhaus, 19:30 Uhr.

(03. und 04. Oktober): „Kunsthandwerklicher Herbstmarkt“. 10-17 Uhr. Im Hochzeitshaus und im Patrizierhaus: Museumscafé ab 14 Uhr geöffnet, Flohmarkt in der Geologie ab 10 Uhr geöffnet.

(30. Oktober bis 1. November): „Motive in Öl – Natürliche Ansichten“. Gemäl­deausstellung von Werner Klier, Malsfeld. Museumsgalerie im Patrizierhaus, Vernissage am 3. Oktober um 11 Uhr.

(25. November):  „Die Garvensburg in Züschen“. Ein `Schlotbaron´ aus Hannover baut ein Jagdschloss. Vortrag von Marlies Heer. Mu­seums­galerie Patrizierhaus, 19:30 Uhr.

(19. und 20. Dezember): Weihnachtliches Fritzlar „in den Höfen“. -Weih­nachtliche Klänge mit einer klassischen Musikgruppe und Chor, div. Veranstaltungen mit Kindern und Bewirtung, Beamer-Show in der Halle mit alten Fritzlarer Stadtansichten, Museumsshop geöffnet.

Museumspädagogik:

Fort- und mögliche Neuausbildung von weiteren bzw. neuen Mu­seums­führern im Rahmen von Museumskursen, Kursleitung: Dr. Johann-Henrich Schotten, Frau Marlies Heer.

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: jeden Donnerstag, 15:00 Uhr. Für Kinder ab 10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

Themenbezogene Kinderkurse durch Frau Marlies Heer im Rah­men der sog. „Kinderferienspiele“ in Zusammenarbeit mit VHS und KHS.

Museumsplanung: Um Zuschüsse für die weitere Einrichtung der Sammlungs­prä­sen­tation vom Museumsverband und anderen öffentlichen Quel­len (Hessisches Städtebauförderungsprogramm „Aktive Kern­be­reiche“ seit 2008) zu erhalten, wird seitens der Stadt eine Firma für Museumsplanung  hinzugezogen, deren Vorschläge im Verlauf des Jahres 2009 diskutiert werden sollen. Es wird die bekannte Fa. Fritzsche & Weißbrod (AHB) aus Gustavs­burg beauf­tragt.

(19. August): Fritzsche & Weißbrod legen dem Stiftungsvorstand ein erstes Rahmenkonzept vor, das nach Möglichkeit die Ausstellungsfläche (nach Vorgabe der Stadt?) auf das Hochzeitshaus beschränken soll. Der Satz „Das neue Museum mit dem Schwerpunkt Stadtgeschichte wird kein stiller Ort der Bewunderung und schweigender Betrachtung sein“ löst bei den Aktiven des Vereins Verwunderung aus und wird ob seiner Realitätsferne skeptisch betrachtet. Dr. Schotten behandelt die Vorschläge in einem ausführlichen Kommentar und weist darauf hin, daß man im Verein für die sinnvollen, von Kontinuität geleiteten, Neuerungen ja vor vielen Jahren (2001) bereits eigene Entsprechungen ausgearbeitet hat, die nun wie (wohl bewusst nicht zitierte) Vorlagen wirken. Die Neukonzeption wird die im Oktober/ Novem­ber vor­liegen.

(November): Hans Heintel beteiligt sich an der Diskussion über das Konzept Dr. Fritzsche & Dr. Weißbrod in einem Brief an Bgrmster. Lange, schildert den bisherigen Pla­nungsverlauf durch den Verein und formuliert einige kritische An­merkungen. Lange antwortet und versucht Heintel mit der sinngemäßen Bemerkung zu be­ruhigen, man habe ja nicht vor „…das Museum auf den Kopf zu stellen“.

(11. Dezember) Bgrmstr. Lange sieht in seiner gleichzeitigen Dienst­­stel­lung und dem Vorsitz der Stiftung Museum Fritzlar, die Gefahr eines Interessenkonfliktes, da er eine wegen der finan­ziellen Beteiligung an der Hausinstandsetzung eine Mitent­schei­dungs­­fin­dung in den Angelegenheiten des Museums (wohl auch inhaltlich?) durch die Stadt befürwortet. Er möchte sich daher aus dem Vor­stand der Stiftung zurückziehen.

2010

Museumsplanung:

(11. Januar): Die Stiftungsaufsicht (Frau Pfeiffer und Frau Abel, zugleich die Schwiegertochter von August Franke) am Regierungs­präsidium in Kassel lehnt dieses Ansinnen ab und will sich ein eigenes Bild von der Si­tuation machen.

(09. März): Dr. Schotten fragt bei RA Roland Hoyer wg. einer von der Stadt Fritzlar beabsichtigten Änderung der bislang privat­rechtlichen gesicherten Stiftungssatzung an, in wel­cher er die Ge­fahr der politischen und damit auch inhaltlichen Einflussnah­me auf die Einrichtung befürchtet. Hoyer bedauert nicht helfen zu kön­nen, der er vertraglich an die Stadt gebunden sei.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(5. und 6. März): „Kunsthandwerklicher Ostermarkt“ im Hoch­zeitshaus, 11 -17 Uhr. Im Patrizierhaus ist das Museumscafé geöffnet von 14 – 17 Uhr und die geologische Abtei­lung mit Flohmarkt.

(30. März): Vortrag Carmen Schlosser/Steinparadies: „Hildegard von Bingen und die Kraft der Steine“. 19.30 Uhr in der Museumsgalerie/Patrizierhaus.

(24. April – 30. Mai): Ausstellung von Feuerwehrhelmen und div. Zubehör. Eröffnung durch den städt. Brandmeister und Sammler Hartmut Hucke, Fritzlar-Cappel: Eröffnung 11 Uhr.

(28. April): Jahreshauptversammlung ,19:00 Uhr in der Mu­seums­galerie im Patrizierhaus, anschließend: Vortrag von Frau Marianne Schrammel: „Das Heinrichskreuz“.

(8. Mai): Kunstausstellung Wolfgang Halfar: „Zwischen Island und Altvater, Lofoten und Apulien – Arbeiten aus vielen Jahrzehnten“. Eröff­nung um 15 Uhr, danach Eintritt 1,00 Euro.

(19. Juni): Erzählcafe: „Alte und neue Ansichten von Fritzlar“. Beamershow mit Dr. Johann-Henrich Schotten, um 16. Uhr in der Museumsgalerie im Patrizierhaus, Eintritt 1,00 €uro.

(2. und 3. Oktober): „Kunsthandwerklicher Herbstmarkt“ im Hochzeitshaus ,11-17.30 Uhr, Eintritt ins Hoch­zeitshaus 1,00 Euro, Patrizierhaus: Geologie geöffnet, Museums­cafe mit selbstgebackenem Kuchen von 14 – 17 Uhr geöffnet.

(2. – 28. Oktober): „Tempus Fugit (Die Zeit vergeht)“. Kunstausstellung mit Ursula Knierim, Schrecksbach-Rölls­hausen und Maria Weidemann, Bad Hersfeld, Venissage am Sa., d. 2. Okt um 11 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus, Eintritt 1,00 Euro.

(30. Oktober): „Die schönsten Märchen der Brüder Grimm“. Eröffnung: um 11 Uhr, Ausstellung mit Modellen und Jutepuppen von Maria Schwarz Märchen, Bücher und Lesungen für Kinder u. Erwachsene Eintritt 1,00 Euro, Ausstellungsende: 30. Januar 2011 Museumsgalerie/ Patrizier­haus.

(19. November): „Die Geschichte des Hochzeitshauses“. Vortrag um 19:00 Uhr von Marlies Heer, Museumsverein Fritzlar e. V. , Museumsgalerie/Patrizierhaus, Eintritt 2,50 Euro.

(25. November): Zur Gestaltung der Bettina von Arnim – Ausstellung (s. o.) entdeckt Marlies Heer im Archiv einen echten Biedermeier-Tisch. Der Kunsttischler Johann Steffen arbeitet ihn dann so auf, daß er beinahe schöner als zu seiner Entstehungszeit wirkt. Das Möbel findet großen Beifall bei den Besuchern, aber Frau Friedgard Trosse meint, er könne doch noch viel prächtiger gestaltet werden. So macht sich Steffen daran eine entsprechende Auflegeplatte mit einer Holzintarsie, angelehnt an einen Kupferstich von Braun-Hougenberg (2. Hälfte 16. Jahrhundert) zu verzieren. Die Vertreter der VR-Bank Dieter Rembde und Ingo Päschke lassen es sich nicht nehmen das Vorhaben zu unterstützen.

(18. und 19. Dezember): „Advent in den Höfen“. 12 – 19 Uhr Ausstellung und Glühwein im Hochzeitshaus (Programmin­halte siehe Faltblatt im November).

Museumspädagogik:

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: jeden Donnerstag, 15:00 Uhr. Für Kinder ab 8 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

Themenbezogene Museumskurse für Kinder ab 6 Jahren führt Frau Heer jeweils am Dienstag um 15:00 Uhr, in den Ferien und im Rahmen der Kinderakademie im Auftrage der König-Heinrich-Schule, Fritzlar, durch. Dazu kommen Führungen im Kräuter­garten.

Gebäudesanierung (15. November): Dr. Schotten berichtet über diverse Schäden an den Museumsgebäuden.

Museumsplanung (07. Dezember): Der 1. Vors. des Stiftungsvorstandes Brmstr. Lange erklärt, daß die Stadt und ihre Gremien nicht für eine Neukonzeption zuständig seien sondern die Stiftung und der Mu­seumsverein, der auch die Museumsarbeit verrichtet. Aus der Er­war­tung städtischer Gelder für Umbau­maßnahmen ergäbe sich aber das Recht zur städtischen Mit­sprache. Es wird erstmalig auf einen Beschluss der Stadtverord­netenversammlung mit dem Ziel verwiesen im Rahmen einer Haus­haltskonsoli­die­rung Museums- und Archivverwaltung zu­sam­men­zulegen und auf das Patrizier­haus zu verzichten. Dr. Schotten widerspricht deutlich, mahnt die fehlende Rücksprache mit dem Verein an, der das bislang ja überwiegend ehrenamtlich erledigt hat, und weist auf die rechtliche Bin­dung des Stiftungsvertrages hin.

2011

Baumaßnahmen und Museumsplanung:

(26. Januar): Nach langer Lagerung im Innenhof des Kranken- und dann des Hochzeitshauses wird das steinerne Fußbodenmosaik aus der Grabung am Jordan (Bereich des Krankenhausneubaues), für dessen Erhalt sich vor allem die Drr. Trosse und Skubella eingesetzt haben, nach einem Vorschlag von Dr. Schotten in das Innere des Hochzeitshauses verbracht. Es findet unter der Anteilnahme zahlreicher Zuschauer und Projektbeteiligter seinen Platz im zukünftigen Einhangsbereich des Museums im straßenseitigen Erdgeschoss. Da das Gewicht des Objektes zunächst unterschätzt wurde, kommt es fast zu einem Unfall mit einem überlasteten Kran.

(31. Januar) Dr. Schotten stellt seine überarbeitete Stellungname des Museumsvereins zum Konzept Dr. Fritzsche & Dr. Weißbrod fertig: „Entwicklung des Regionalmuseums Fritzlar. Planungsvorschläge, Stand“, der auch die Bereitschaft zur Kompromissbereitschaft und Zusammenarbeit signalisiert. Anlass ist das Treffen des Arbeitskreises Re­gio­nalmu­seum im Rahmen der „Stärkung der Kernbereiche“. Der inzwischen berufene Geschäftsführer der Stiftung Museum Fritzlar, Gerhard Schütt, ist auch Geschäftsführer der sog. „Aktiven Kernbereiche“ und folgt keinen museumsfachlichen Erwägungen.

(27. April): Bgrmstr. Karl-Wilhelm Lange erscheint überraschend mit Herrn Dr. Thomas Wurzel, dem Nachfolger von Hans Mangold als 1. Vors. des Hess. Museumsverban­des und der Sparkassen-Kultur­stiftung Hes­sen-Thüringen im Museum und fordert Dr. Schotten auf, im Rahmen der Neukonzeption die Bibliotheken zu räumen und zu sich mit nach Hause zu nehmen. Schotten ver­weist auf die Tatsache, dass er zwar die Bestände mitfinanziert habe, sie aber jetzt Teil des rechtlich gesicherten Stiftungs­ver­mögens dar­stel­len, ganz abgesehen von der räumlichen Un­mög­lichkeit sie bei sich unterzu­bringen. Hier liegt der Kern der Büchervernichtung durch Herrn Brügge­meier unter Spogat ab 2012 (s. u.) und es zeichnet sich zum ersten Mal der politische Wille zur Eliminierung des Regional­museums ab.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(14. Januar): „Fritzlar und Mainz“. Vortrag um 19 Uhr, von Dr. Johann-Henrich Schotten, Museumsverein Fritzlar e. V., Museumsgalerie/Patrizierhaus, Eintritt 2,50 Euro.

(26. und 27. März): „Österlicher Kunsthandwerkermarkt“. Sa. u. So., 11 – 17 Uhr im Hochzeitshaus, Geologie im Patrizierhaus geöffnet Museumscafe geöffnet von 14 – 17 Uhr.

(6. März – 13. Mai):   „Mit Farbe und Pinsel in Fritzlar… und an­ders­wo“. Kunstausstellung mit Heinrich Richberg, Eröffnung: Samstag, d. 26. März,11 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus.

(6. April): „Island – Insel aus Feuer und Eis“. Dia-Vortrag von Frau Marianne Schrammel, Borken, 19:30 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus, Eintritt 2,- €.

(14. April): Jahreshauptversammlung des Museumsvereins, Beginn 19:00 Uhr, anschließend Vortrag von Dr. J.-H.Schotten über: „Lokalitäten u. Gaststätten in Fritzlar in den 50er u. 60er Jahren“.

(2. Mai – 8. Mai): „Kräuterwoche im Museum“. Mo – So 15 – 17 Uhr Heilkräuterführungen im Klostergarten und Hof täglich (Frau Marlies Heer).

(15. Mai): „Internationaler Museumstag“. (15. Mai – 30. Juni): „Ein Leben auf Reisen­“. Buchausstellung der E.-A. Johann-Gesellschaft, Eröffnung im: So. 15. Mai um 11 Uhr durch Rudi Zülch, Knüllwald, 1. Vors. der A.-E. Johann-Gesellschaft (hier die Einladung zur vorausgegangenen Homberger Ausstellung am 4. Februar – 4. März).

(10. Juni): „Neue Erkenntnisse zur Vor- und Frühgeschichte des Fritzlarer Raumes“. Vortrag von Dr. Jürgen Kneipp, Fritzlar-Züschen, 19:00 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus, Eintritt 2,50 €.

(17. Juni): Alfons Brüggemeier beantragt den Beitritt zum Verein. Die Mitgliedschaft ist dem Vorstand aus formalen Gründen lange nicht geläufig.

(01. -05. August): König-Heinrich-Schule (KHS), Kinderakademie, Thema: „Leben im mittelalterlichen Kloster“. (s. Kinderkurse).

(11. September): „Tag des offenen Denkmals“. Besichtigung des mittel­alterlichen Fußbodenmosaiks mit Führungen um 11, 14 und 16 Uhr durch Dr. Johann-Henrich Schotten. Für Kinder: Malaktionen und Museums-Rallye.

(18. -25. September): Ausstellung von märchenhaften Federzeichnungen aus der Hand von Udo Dretschak.

(28. September): „Alles in Butter! Einen Zahn zulegen! Genug auf der hohen Kante haben!“ Redewendungen von einst bis jetzt. Vortrag von Heinz Hause, Homberg. In Zusammenarbeit mit der VHS Schwalm-Eder. 19:00 Uhr, Museumsgalerie im Patrizier­haus, Eintritt 5,- €.

(01. und 02. Oktober): „Herbstlicher Kunsthandwerkermarkt“. Eintritt 1,- €. Sa. und So. 11-17 Uhr Museumscafe im Patri­zierhaus ab 14. Uhr geöffnet Geologisch-mineralogische Abteilung geöffnet.

(01. Oktober): „Beliebte Fachwerkpartien aus dem Schwalm-Eder-Kreis“. Besondere Motive in Federzeichnungen und Bleistift. Kunst­ausstellung von Udo Dretschak, Kassel. Vernis­sage/Eröff­nung um 11 Uhr in der Museumsgalerie.

(05. November): Eröffnung der Sonderausstellung „Stadtgeschichtliche Bestände“. 11:00 Uhr aus dem Regionalmuseum, im Hochzeits­haus 1. OG., Einführungsvortrag von Dr. Johann-Henrich Schotten.

(01. Dezember 2011 – 28 Januar 2012): „Von Süden nach Norden – Allerlei in Öl“, Aquarell und Pastell. Kunstausstellung von Roswitha Lange, Frielendorf, Vernissage um 18. Uhr in der Museumsgalerie.

(17. und 18. Dezember): „Advent in den Höfen“. 13-19 Uhr, Weihnachtliche und historische Exponate in den Vitrinen der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung im Hochzeitshaus. Glühwein, Kinderpunsch, Bücher- und Weih­nachtskarten­verkauf. Musika­lische Darbietungen lt. Programm (in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Fritzlar e. V.).

Museumspädagogik:

Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Laufender Kurs, Beginn: jeden Donnerstag, 15:00 Uhr. Für Kinder von 8-10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka.

Themenbezogene Museumskurse für Kinder ab 5-7 Jahren führt Frau Heer jeweils am Montag um 16:00 Uhr und Dienstag um 15:00 Uhr, in den Ferien und im Rahmen der Kinderakademie im Auftrage der König-Heinrich-Schule, Fritzlar, durch. Dazu kommen Führungen im Kräutergarten und im Museum].

2012

Die Verwirklichung der Neukonzeption zum  Museum Hochzeitshaus und die Zerschlagung der Sammlungen

Personalien:

(6. Januar): Dr. Schotten erkrankt schwer und ist erst im März wieder aktiv, muss sich allerdings bis Mai erneut einer Behandlung unterziehen. In der Zwischenzeit hält Frau Marlies Heer den Museumsbetrieb aufrecht; auch Frau Schrammel und Klaus Leise kümmern sich weiter um das Museum.

(20. Februar): Egon Schaberick kommt bei einem Unfall im 73. Lebensjahr zu Tode. Sein Nachlass gelangt z. T. in den Besitz des Museums.

(Frühjahr): Alfons Brüggemeier, ein ehemaliges Ma­gi­strats­mitglied für die Freien Wähler, wird von der Stadt ohne Ausschreibung und fach­liche Qualifikation zum Nachfolger von Dr. Schotten an­ge­kündigt. In einem persönlichen Ge­spräch erklärt er diesem, daß jetzt nur noch um die „Macht“ geht, und fachliche Belange keine Rolle mehr spielten.

(6. Juni): Dr. Schotten wird auf der JHV des Vereins im sei­nem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt, sein Stellvertreter an Stelle von Marlies Heer wird Alfons Brügge­meier.

(28. Juni): Hans Heintel stirbt im 91. Lebensjahr. Er kämpft bis zu seinem Tode für den Erhalt der Sammlungen und des Regio­nal­museums (Briefwechsel mit Bgrmstr. K.-W. Lange). Sein Nach­lass ist auf seinen Wunsch z. T. schon vorher in den Besitz des Museums gelangt und dort inventarisiert, ein Ausdruck der Stiftung vorgelegt wor­den.

(1. Oktober): Dr. Schotten geht mit 65 Jahren in Rente, es wird von ihm aber von Bgrmstr. Helmut Spogat die weitere Mitarbeit im Museum erwartet und ihm zugesichert. Er habe überdies jederzeit Zutritt, wenn es diesbezügliche Fragen gäbe.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

(03. u. 04. März): „Kunsthandwerklicher Ostermarkt“ im Hoch­zeits­haus Sa. u. So. 11 – 17 Uhr Museumscafe und Geolo­gisch-mine­ralogische Abteilung im Patrizierhaus, Mu­seums­cafe geöffnet von 14 – 17 Uhr.

(03. März):   „Kaleidoskop der Kunst“. Der Kunstverein „Neue Brücke Schwalm­ Eder e. V.“, 10 Künstlerinnen und Künstler stellen Ihre Werke vor. Musikalische Umrahmung: Mandolinengruppe des Vereins. Eröff­nung: Samstag, d. 26. März 11 Uhr.

(31. März):    Museumsrundgang. „Stadtgeschichte im Hoch­zeits­­haus“. Präsentation aus der eigener Sammlung. 19:30 Uhr Füh­rung: Herrn Dr. Johann-Henrich Schotten, Eintritt 2,00 €.

(27. April): „Der Lehrer August Boley aus Fritzlar- ein eifriger Samm­­ler und Naturfreund-„. Biographischer Vortrag von Dr. Thilo Warnecke, Ahnatal. 19:30 Uhr in der Ur- und frühge­schichtliche Ab­teilung im Hochzeitshaus. Der Lebenslauf des Nestors und Mitbegründers des Museums ist sehr bezeichnend für seine Zeit. Warnecke bringt auch bislang unbekannte Aspekte seines Lebens ans Licht.

(17. Mai – 2. Juni): Die Ausstellung über die japanische Textilkunst soll ursprünglich im „Regionalmuseum der Schwalm“ stattfinden, da dieses aber durch Bauarbeiten blockiert ist, fragen unsere Kolleginnen aus Ziegenhain an, ob wir in der Lage wären vertretungsweise einzuspringen. Die Ausstellung wurde, natürlich vor allem bei den handwerklich versierten Damen der Umgebung ein großer Erfolg. Der Abschlussabend im „Bürgerhaus“ wird durch seine unkomplizierte Herzlichkeit (wer kann schon japanisch?) allen in guter Erinnerung bleiben.

(25. Mai): „Am Markt und in der Kirche. Aktuelle Aus­gra­bungs­er­gebnisse aus der Heimat“. Vortrag von Dr. Jürgen Kneipp, Fritz­lar-Züschen, 19:30 Uhr, Museumsgalerie im Patrizierhaus, Ein­tritt 3,00 €.

(8. August): Dr. Sven Hilbert berichtet für die Heimatnachrichten von Dr. Skubellas neuem Projekt eines „Stadtbaukastens“, das Johann Steffen unter fachlicher Beratung von Klaus Leise und Dr. J.-H. Schotten auf gewohnt qualitätvolle Art realisiert.

(Anfang November): Da der schon längere schwelende Konflikt zwischen Stiftung oder Stadt (für manche offenbar kein Unterschied) sowie dem Verein zu eskalieren droht, wird dieses Thema erneut erneut, aber nicht zum letzten Male, von der örtlichen Presse aufgenommen.

(02. und 03. November): Veranstaltungen zum 10jährigen Bestehen des „Steinparadies“ von Carmen Schlosser, mit: Ashlati El Fantadu, Iris David, Marianne Schrammel, Sabine Grunewald, Silvia Penka, Holger Schäfer, Dr. Johann-Henrich Schotten, Kersten Schlosser, Marlies Heer, Wolfgang Schlosser und Eva Chaboune (Details s. Festprogramm).

(24. November): „Fritzlars bebauter Untergrund, Teil 1“. Ergebnisse jüng­ster Ausgrabungen im Stadtgebiet. 1. Vortrag von Dr. Jürgen Kneipp, Fritzlar-Züschen, 16:00 Uhr in der Museums­­ga­lerie im Pa­tri­zierhaus.

(07. Dezember 2012 – 15. Januar 2013): Tierleben in Nordhes­sens Wald und Flur. Gemäldeausstellung von Burk­hard Niebert, Naumburg­-Elbenberg, in der Museums­galerie im Patrizierhaus.

(15. und 16. Dezember): „Küchengeräte aus vergangenen Zeiten“. Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Fritzlar e. V. aus Anlass der Veranstaltung „Fritzlar in den Höfen“ in der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung im Hochzeitshaus.

(Oktober-Dezember) Der neue Museumsverwalter beginnt –ohne Absprache mit seinem Vorgänger- mit der Durchsicht und dem Aussortieren der Museumsakten, die er, ohne Kenntnis der zugehörigen Abläufe, neu zuordnet oder vernichtet. Dazu gehören auch –ohne Wissen der aktiven Vereinsmitglieder- die Plakat­samm­lung Schaberick und die ersten Fachbücher. Auf Kosten der Stadt wird ein Apple-Computer angeschafft, zu dem aber nur der aktuelle Verwalter einen Zugang hat.

Museumspädagogik: Kinderkurs in der Geologie/Patrizierhaus. Lau­fender Kurs, Beginn: jeden Donnerstag, 15:00 Uhr von 6-10 Jahren. Kursleitung: Frau Marianne Schrammel, Frau Silvia Penka. Letztere veranstaltete in diesem Jahr auch einen Ägypten-Kurs im Rahmen der Kinderakademie im Auftrage der König- Heinrich-Schule Fritzlar.

Themenbezogene Museumskurse für Kinder ab 5-7 Jahren führte Frau Heer jeweils am Montag um 16:00 Uhr und Dienstag um 15:00 Uhr, in den Ferien und im Rahmen der Kinderferienspiele, durch. Dazu kamen Führungen im Kräutergarten und im Regionalmuseum.

2013

(Januar): Bei einem Versuch, den sog. „franko-syrischen“ Glasbecher aus der Vi­trine der provisorischen Stadtgeschichtsausstellung zu entneh­men, zerbricht wahrscheinlich das Stück. Der Vor­gang wird, da ein Diebstahlsversuch nicht auszuschließen ist, polizeilich gemeldet. Anschließend muss der Becher für viel Geld in Mainz erneut restauriert werden. Für den Urheber hat das aber offenbar keine Folgen.

Unter der neuen Führung verschwindet das gut erhaltene, wertvolle Mobiliar (mit Designer-Schalenstüh­len), das seit 1974 als Dauerleihgabe der Hessischen Brandkasse in der Ur- und frühgeschicht­li­chen Ab­tei­lung. stand. Eine Meldung durch Dr. Schotten (zu diesem Zeitpunkt immer noch 1. Vors. des Museumsvereins) an Bgrmstr. Spogat beant­wortet dieser mit der Zusage sich darum kümmern zu wollen. Tat­sächlich beauf­tragt er aber ein Mitglied des Stiftungs­vor­standes die Nach­frage der Versicherung mit der Be­hauptung zu beschei­den, das Mobiliar sei verschlissen gewe­sen, was nicht zutrifft. Der Verbleib der Stücke ist bis heute nicht auf­ge­klärt.

In der Folgezeit werden die Vereinsakten mit den Abrech­nungsbelegen und Kassenbüchern seit den 1950er Jahren bis 2006 vernichtet. Sie belegten die hohen privaten finanziellen Aufwendungen des Vereins und seiner Mitglieder für die Beteiligung an den Sa­nie­rungsarbei­ten am Hochzeitshaus und für die Gestaltungen des Museums sowie die betreffenden Zuschüsse des Hessischen Museumsverbandes und des Landkreises. Hans Heintel hatte bis zu seinem Tode großen Wert auf diese Unterlagen gelegt und auf ihre unbedingte Erhaltung plädiert. Dabei helfen neue unbekannte, nicht auf dem vorge­schrie­benen Weg neu eingetre­te­ne Vereinsmit­glieder.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen:

( 23. und 24. März): Kunsthandwerklicher Ostermarkt im Hochzeits­haus. Sa. u .So. 11 – 17 Uhr Museumscafé und Geologisch-mine­ra­logische Abteilung im Patrizierhaus, Museumscafé geöffnet von 14 – 17 Uhr. Zum letzten Male ist auch die Gemäldeausstellung von Richard Guhr öffentlich zugänglich, es folgt ein Verwirrspiel zwischen Stiftung und fachlichen Gremien in Dresden, das aber keinen wirklich realistischen Fortschritt erbringt.

(21. Juni): Vortrag von Dr. Jürgen Kneipp, „Fritzlars bebauter Untergrund, Teil 2“ um 19:30 Uhr in der Galerie im Patrizierhaus. Es ist der letzte Vortrag dieser Art an diesem Platz und in diesem Rahmen.

(25. August bis 8. September):  Ausstellung zur Palliativ-Medizin, eine Initiativ von Monika Diederich.

(31. August): „Entdecker-Tage“.

(05. und 06. Oktober): Kunsthandwerklicher Herbstmarkt im Hochzeits­haus, Sa. u .So. 11 – 17 Uhr, Museumscafé und Geologisch-mineralogische Abteilung im Patrizierhaus, Museumscafé geöffnet von 14 – 17 Uhr.

(21. Und 22. Dezember): Fritzlar-Bilder und Märchenlesung mit Silvia Penka,.

Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Fritzlar e. V. aus Anlass der Veranstaltung „Fritzlar in den Höfen“ in der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung im Hochzeitshaus. Mu­seumscafé ebd., Bücher- und Kalenderverkauf. Musikalische Auftritte.

2014

(Frühjahr): Es beginnt unter juristischen Drohungen die systematische Abschaltung der bislang gut besuchten privat und aus Vereinsmitteln finanzierten Internet­seite „Regio­nal­museum Fritzlar“ und die geforderte Einstellung des auf den noch auf den 1. Vors. lautenden Internet-Zu­ganges (Kündigung am 11.04.2014). Erst anschließend auftre­tende finanzielle und tech­ni­sche Unregelmäßigkeiten versucht man in einer späteren JHV noch nachträglich dem ehem. 1. Vors. anzu­lasten, was aber vom einem späteren Vorstand 2016 (s. u.) zurück­ge­wie­sen wird].

(10. Mai): Johann Steffen stellt mit seiner Familie wieder das gesamte Kunstschaffen in Holz, Metall und anderen Werkstoffen sowie Stilen vor, darunter auch neueste Intarsien und plastische Schöpfungen. Die Ausstellung findet einen regen Zuspruch.

(Sommer): Im Rahmen der Kinderferienspiele bieten Frau Waage-Gottschalk und Herr Mattheis einen Kurs zum „Goldwaschen in der Eder“ an. Dazu wird eine spezielle Ausrüstung auf Kosten der Stadt angeschafft.

Man organisiert eine Kampagne gegen ehemalige Aktive des Vereins, insbesonders gegen Teile des alten Vorstandes und fordert neuere Mitglieder auf jede Tätigkeit dieser Personen zu protokollieren.

(14. Juli): Dr. Fritzsche zeigt sich verwundert, daß ihm bislang die bisherigen jahrzehntelangen Inventarisationsarbeiten des Museumsvereins und die zugehörige Digitalisierung unter Dr. Schotten verschwiegen wurden. Es kommt zu einer Aussprache, in der dieser ihm den entsprechenden Informationstand vorstellt. Beide vereinbaren eine zukünftige Kommunikation.

Nach der formellen Billigung der Planung von Fa. Dr. Fritzsche & Dr. Weiß­brod durch die zuständigen Gremien (Stiftungsvorstand?), sollen die Ausarbeitungen konkret beginnen, wobei auch Dr. Kneipp und ausdrücklich Dr. Schotten von Bgrmstr. Spogat als Helfer berufen werden. Noch während der ersten Vorbesprechungen und Vorbe­reitungen erfolgt ganz plötzlich ein kompletter Gesinnungs­wandel, und dem Planungsbüro wird unerwartet gekündigt.

(4. und 5. Oktober): Veranstaltung des letzten regulären Herbstmarktes. Die Gestaltung des Plakates aus der Hand des neuen Verwalters soll durch allerlei digitale optische Effekte den „modernen“ Geist der neuen Museumsverwaltung andeuten.

(November): Nach dem Versuch des 2. Vorsitzenden in einer kurz­fristig anberaumten Sonder­sitzung ein Tri­bunal gegen ein Vorstandsmitglied zu veranstalten, bei dem eigenartige, längst überholt geglaubte Methoden offen­kun­dig werden, treten 3 Vorstandsmitglieder, darunter der 1. Vor­sitzen­de, unter Protest zurück. Herr Brüggemeier übernimmt kommis­sarisch den Vorsitz.

(20. und 21. Dezember): Die von der wgf getragende Veranstaltung „Advent in den Höfen“ stellt daraufhin das letzte noch mit Dr. Schotten geplante aber das erste ohne ihn durchgeführte Ereignis in der langen Geschichte des Regionalmuseums dar.

2015

(19. Februar): Nach dem Kündigung der Fa. AHB (Dr. Fritzsche & Dr. Weiß­brod) erhält, alleine vom Stiftungsvorstand (in einer regulä­ren Ent­scheidung?) beschlossen, eine neue Firma nun den Pla­nungs­auftrag. Die Planungsgruppe Hauer & Krause macht ein Angebot.

(Frühjahr): Nach finanziellen (Abrechnungen) und fachlichen Unregelmäßigkeiten, auch in Zusammenhang mit der Goldwaschaktion, gibt Herr Brügge­meier den Vereinsvorsitz wieder ab, und wird aber von der Stadt bis Herbst 2016 weiterbe­schäftigt. Bislang jahrzehntelang aktiven Vereinsmitgliedern wird das Betreten untersagt und eine Mitar­beit ver­hindert. Das bedeu­tet z. B. für die Mitglieder der Ur- und früh­geschichtlichen AG wie die promovierten Prähistoriker Dr. J. Kneipp und J.-H. Schotten, die ehrenamtlich tätigen W. Schütz, Eder­münde, und S. Meyer, Gudens­berg, prak­tisch eine Art „Berufsverbot“. Auch Anfragen des Bezirksarchäologen Dr. A. Thiedmann, Marburg, werden abschlägig beschieden.

Der neue Museumsverwalter und seine Helfer setzen, unbeobachtbar von an­deren Vereinsmitgliedern die Neuinventarisation nach den Vor­ga­ben des „Arbeitskreises Museum“ (zu dem eigentlich ursprünglich Dr. Schotten auch gehört) fort und demontieren damit das alte, über Jahrzehnte ent­stan­dene, legale Inventar. Die Auslagerung der im Hochzeitshaus auf­bewahrten Sammlungen in das „Alte Proviantamt“ beginnt. Die Sammlungen sind für die bishe­rigen Vereins­mitglieder nun nicht mehr zugänglich.

(22. Mai): Dr. Schotten beklagt in einem Schreiben an den Stiftungsvorstand den destruktiven Umgang seines Nachfolgers mit den eigentlich vertraglich geschützten Sammlungen. Er versteht die Darstellung des Standes der bisherigen Inventarisation auch als Beschwerde gegen dieses Verhalten. Eine Antwort erhält er nicht.

Dr. phil. Johann-Henrich Schotten
Geismarstraße 25, 34560 Fritzlar
Tel.: 05622/5106 holzheim@aol.com

Fritzlar, den 22.05.2015

Inventar des Regionalmuseums Fritzlar:

Aus gegebenem Anlass sei hier die Position der bisherigen Inventarisierungsarbeiten dargestellt. Die Basis der Inventarisierung der Sammlungsbestände im Regionalmuseum bildeten mangels hessischer Vorlagen zunächst bayrische Inventarvorschriften und seit den späten 1970er Jahren die jeweiligen Vorgaben des Hessischen Museumsverbandes, die sich bis 1990 mehrfach geändert haben, so dass erst im Juli 1991 durch die Volkskundlerin Ruth Girmes (heute Prof. für Kulturgeschichte in Duisburg-Essen) eine erste Bilanz möglich war. Ihre daraus resultierenden Empfehlungen wurden zur Grundlage der weiteren Planung von Sammlung, Magazinierung und Inventar. Ihre Darstellung hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt, und ihre Kollegen und Kolleginnen haben ihr Vorgehen danach ausgerichtet (Kulturwissenschaftler Axel Lindloff, später Hessenpark Neu-Anspach, und Dr. Stummann-Bowert, sowie Archäologe Jürgen Kneipp u. a.). Für die Ersterfassung wurden weiter die bereits von den Vorgängern bis Herrn Schaberick gepflegten manuellen Einträge ins Eingangsbuch genutzt, auch, weil weitere Änderung seitens des Museumsverbandes nicht auszuschließen waren. Korrekturen bei den eigentlichen Inventarnummern, soweit dies möglich war, führte die dafür beschäftigte Frau Silke Lampp nach Absprache durch. Durch die sich ausbreitenden Baumaßnahmen im Hochzeitshaus änderten sich die räumlichen und finanziellen Bedingungen für die Magazine in der Folge nicht. Daher entschloss sich der Vorstand des Museumsvereins ab etwa 1994 zunächst eine Digitalisierung aller bekannten und zugänglichen Objekte zu beginnen, um den Stand der Dinge zu erfassen, auch wenn das vom staatlichen Betreuer beim Museumsverband Dr. Reher damals noch nicht gern gesehen wurde! Als die volkskundlichen Bestände im „Landhandel Kurz“ am Jordan geräumt werden mussten und durch den Eingang der Photosammlung Busch ein neuer Archivbereich eröffnet wurde, erwies sich diese Arbeitsweise als gute praktikable Lösung.

Es wurden unterschiedliche Dateiverwaltungsprogramme erprobt, wobei sich das heute von der Hessischen Denkmalpflege bevorzugte Programm ACCESS wegen der Probleme bei der Handhabe und der technischen Leistungsfähigkeit als nicht vorteilhaft erwies. Die Flexibilität und Technik des ursprünglich für den englischsprachigen Markt und die Industrie konzipierten Programmes FileMaker, das auch in Bereichen des Deutschen Archäologischen Institutes angewandt wird, entsprach unseren Bedürfnissen und in der Bedienungsfreundlichkeit eher. Auf eine sog. mangelnde Zukunftsfähigkeit gibt es keinen Hinweis, da dieses professionelle Programm die Kompatibilität mit anderen modernen Dateiverwaltungen gewährleistet. Eine private Pro-grammierung halten wir nicht für sinnvoll, auch weil damit eine Ab-hängigkeit des Museums von einer Einzelperson entstünde, von deren Vertrauenswürdigkeit man abhängig und daher nicht immer sicher wäre. Bis dato sind von den etwa 10000 Bücher, Broschüren und Heften etwa 5860 erfasst, von ca. 200000 Nummern des Bild- bzw. Photoarchivs etwa 60000 gescannt. Die Volkskunde-Datei umfasst etwa über 5000 Num-mern, die archäologische über 37000, wobei eine Gesamtfundanzahl, auch aus methodischen Gründen, noch nicht abzuschätzen ist.

Zur Sammlungskonzeption:

Die Stadtgeschichte von Fritzlar ist nicht die Geschichte einer einsamen Insel, nicht gestern, und nicht heute. Seit den Ausstellungen zur Geschichte der „Photodrogerie Busch“, der sog. „Gastwirtschaftsausstellung“ und dem „Karnevals-„ wie „Pferdemarktsjubiläum“ wissen wir, dass eine moderne Präsentation ohne besondere atmosphärische Details, Mobiliar und Alltagsutensilien nicht auskommt, wenn sie den Besucher bewegen will. Es bedarf daher eines gehörigen Maßes an Sachkenntnis und Phantasie, um solche Szenerien zu gestalten. Das Wecken von Besucherinteressen, auch durch die Auslösung „nostalgischer“ Empathie ändert sich gewiss mit jeder Generation. Was heute noch als banal und „unwert“ gilt kann morgen schon als „Dokument“ gewertet werden. Dennoch war der Entschluss des Stiftungsvorstandes, für die kulturgeschichtlichen Sammlungen eine aktuelle Grenze mit dem Auslaufen der bundesweiten Wirtschaftswunderzeit in den 1950er bis 1960er Jahren zu setzten, eine richtige Entscheidung. Denn diese Epoche hat auch in der Stadt Fritzlar deutlichen Einfluss gehabt und Spuren hinterlassen, die zu ihrer Geschichte gehören. Das gilt für die Bevölkerung (z. B. Vertriebene, Flüchtlinge und Gastarbeiter) wie für Kultur und Kultus, Handwerk, Industrie und Wirtschaft. Eine detailliertere Definition des „Sammlungswürdigen“ wäre eine Zwangsjacke, die abseits von wirklich sachlichen Gründen für einen ehrenamtlich arbeitenden Verein eine unerträgliche Zumutung bilden würde. Alle vorzeitigen Beurteilungen als „würdig“ oder „unwürdig“ (allein schon der Anspruch und die Formulierung dieser Wertung!) bedürfen einer fachlichen Überprüfung, besonders wenn es Bestände betrifft, die als Zeichen besonderen Vertrauens und Empathie in das Museum gekommen sind. Zur Beurteilung der Sammlungsbestände sollte ein professioneller Volkskundler bzw. Kulturgeschichtler mit langjähriger Erfahrung, auch im Ausstellungswesen, hinzugezogen werden. Vereinsmitglieder haben mit mir dabei an Dr. Lindloff (s.  o.) gedacht, der sich seinerzeit eine genaue Kenntnis über die Fritzlarer Bestände erarbeitet hat. Für die Arbeitsgruppe Archäologie darf erinnert werden, dass mindestens zwei promovierte Prähistoriker dem Verein angehören, dazu kommt noch Dr. Kneipp aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Unsere Mitarbeit entsprach auch dem Willen des Bürgermeisters.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. phil. J.-H. Schotten

(25. Mai): Frau Marlies Heer, langjährige Stellvertreterin im Vorstand des Museumsvereins, teilt die Meinung ihres Kollegen und wendet sich ebenfalls an die Mitglieder des Stiftungsvorstandes:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                25.5.2015

Sehr geehrte Stiftungsmitglieder,

hiermit möchte ich Ihnen gerne aus meiner (18 Jahre fast täglich ehrenamtlich im Museum tätig) und der Sicht von verschiedenen Vereinsmitgliedern eine kleine Zusammenfassung der Inventarisierung von Kulturgut, also Volkskunde im Regionalmuseum Fritzlar übermitteln. Vielleicht und ich bejahe dies, ist das für die zukünftigen Entscheidungen für weitere neue Konzepte mit der Fritzlarer Geschichte von Wichtigkeit !
       Die vergangenen Arbeiten der Vorgänger/innen bezüglich des Sammelns von kulturgeschichtlichen Gegenständen muss auch zukünftigen Planungen mit einbezogen und berücksichtigt werden. Insofern ist es wichtig, diejenigen Personen, die sich mit dieser Thematik gut auskennen bei dem „Aufräumen“ bzw. Fachkräfte mit hinzuzuziehen.
       Seit der Pension von unserem ehemaligen Museumsleiter beobachten wir nun einen „Abstieg“ von dem mühsam eingerichteten Museum mit seinen Schätzen und auch den vielen Veranstaltungen, also der Grundsätzlichkeit. Ich möchte hier nicht auf alle Einzelheiten eingehen.
       Nun soll also alles aus dem Museum geräumt werden, es gibt hierbei kein richtiges Konzept, keine Absprachen. Im Augenblick arbeiten wohl nur 2 – 3 Personen an dieser Masse von Gegenständen.
       Wie kann es nun z. B. sein, dass Herr Dr. Schotten auch bei den derzeitigen Arbeiten weder gefragt, noch hinzugezogen wird? Er ist doch derjenige, der auch während meiner Tätigkeit als 2. Vorsitzende die Digitalisierung von Karteikarten in die Computer entwickelt hat. Er hat die meisten Kenntnisse bezüglich des Inventars, der Räumlichkeiten und von Geschichte, nicht nur während seiner 20jährigen Tätigkeit.
       Dabei waren zusätzlich Vereinsmitglieder, Praktikanten, Studenten und letztlich Frau Lampp unterstützend tätig. Natürlich ist und war immer etwas zu ergänzen und zu korrigieren. Erschwerend kam hinzu, dass durch die überlange Umbauphase des Hochzeitshauses, erfasste und nicht erfasste Gegenstände, wieder umgelagert werden mussten. So kam es zu erheblichen Verzögerungen dieser Tätigkeiten, zumal der normale Musemsbetrieb, vor allen Dingen (Gästebesuche und -führungen), von Mitgliedern durchgeführt und div. Sonderaus­stellungen sowie Kunsthandwerkermärkte, Ostermärkte, die von verschiedenen Vereinsmitgliedern geleistet wurden.
       Wie kann es nun sein, dass diese mühsame Arbeit nun von einigen Laien in ungeeignete Bahnen läuft! Es ist die Rede von „Entsammeln“ oder ungeigneten und sammlungsun­würdigen Objekten. Auch aus dem Archiv des Patrizierhauses wurden in der Vergangenheit div. Bücher entsorgt, darunter Fachliteratur.
       Wir bitten nun darum, dass Herr Dr. Schotten wieder weiter im Archiv arbeiten kann und ihm auch einen Schlüssel ausgehändigt wird. Dies wurde ihm zu Beginn von Herrn Spogat mitgeteilt und kann deshalb von dem jetzigen „Verwalter“ nicht blockiert werden !
Weiterhin möchten wir uns dafür einsetzen, dass Herr Dr. Schotten, gemeinsam mit Herrn Dr. Axel Lindloff (Spezialist Volkskunde, Hessenpark Neu-Anspach) darüber entscheiden, was denn z.B. „sammlungswürdig“ ist. Alle Gegenstände, die inventarisiert sind (mit Nummer versehen) können nicht einfach weggeben oder „entsorgt“ werden. (siehe auch Stiftungs­aufsicht).
       Viele Gegenstände, besonders auch aus der Nachkriegszeit stehen heute wieder im Mittelpunkt des Interesses, besonders auch die Kinder und Jugendlichen mit den Familien finden diese Thematik ganz spannend. So sollte eben auch bei den Sonderausstellungen, die wir häufig gerne entwickelt hatten, darauf geachtet werden, dass z.B. solche Gegenstände aus dem Archiv geholt und dargestellt werden.
      Wir würden gerne unsere Hilfe anbieten und auch mit Herrn Dr. Schotten und den Erstellern der Neukonzeption mit unserem Wissen aus der Vergangenheit behilflich sein.

Mit freundlichen
Grüßen

Marlies Heer
Museumsverein Fritzlar e.V.

(29. Mai): Die mehrere 10000 € teure Grobplanung für die Neugestaltung des Museums durch die Fa. Hauer & Krause, bei deren Vor­be­reitung die angebotene Mithilfe der bisherigen Aktiven des Museumsvereins und Dr. Schottens in unangemessenem Ton abge­wiesen werden, wird von Stiftung und Stadt unter strengem Verschluss ge­hal­ten, sodass ist eine fachliche Kontrolle der Tätigkeit von seines Nachfolgersund seinen Helfern durch die übri­gen Vereins­mitglieder nicht möglich  ist.

2016

Unbeabsichtigt gelangt das Grobkon­zept der Fa. Hauer  & Krause durch die Unachtsamkeit des Musemsverwalters in die Hände der politischen Opposition, die es an Dr. Schotten weiterleitet. Dem wird die ablehnende Absicht gegenüber dem bis­herigen Regionalmuseum und seinem tragenden Verein sofort deut­lich. Die Schrift ist voller Unverständnis und negiert die bisherige jahrzehntelan­ge Arbeit durch unzutreffende Behaup­tun­gen, die auf gezielten Fehlinfor­ma­tionen beruhen. Ge­spräche mit Dr. Schotten und den ak­tiven Vereinsmitgliedern werden abgelehnt, es kommt nie zu einem Gespräch. Es fällt auf, sieht man den zeitl­ichen Ablauf, daß die Fa. Hauer & Krause versucht die zer­störe­rischen Eingriffe nachträglich als für die sog. „Neukonzeption“ als gut begründet  zu legitimieren. Dabei bietet die Parole „Eine Stadt, ein Museum“ gerade kein sog. „Alleinstellungsmerkmal,“ denn das gilt ja auch für ein jedes, noch so einfache Dorfmuseum!

(14. März): Herr Brüggemeier geht vorzei­tig in Rente. Seine bisherigen Helfer treten seltener in Erschei­nung. Der Betrieb im Museum steht still.

 Dr. Schotten erhält über ein Mitglied der städtischen Verwaltung einen Zugang zum Patrizierhaus, den er dazu nutzt den photographischen Nachlass von Fritz Rödde weiter zu erfas­sen und zu digitalisieren. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich noch alle (CP/M- und MS/DOS-) Rechner und hochmodernen Scanner, die z. T. ganz oder min­destens zur Hälfte von Dr. Schotten finanziert worden waren (s. Abrechung Museumsverein) noch funktionsfähig an ihren Plätzen.

Nach einer Zeit der Unsicherheit, die beinahe zum Untergang des Ver­eins führt, wird durch die überbrückende Mithilfe von Dr. med. Ulrich Skubella und Herrn Erich Gerhold bei einer Sondersitzung des Museumsvereins Herr Dr. med. Richard Gronemeyer (FDP) neuer Vereinsvorsitzender.

2017

Personalien:

Die Vorkommnisse der vergangenen Jahre hinterlassen bei vielen der Aktiven tiefe Spuren, die man beinahe als „traumatisch“ bezeichnen könnte. Ein überaus wichtiger und über viele Jahre engagierter Mitarbeiter, der zeitweilig sogar 2. Vorsitzender des Vereins war, äußert sich darüber in einen offenen Brief:

„Verlustangst ist die Angst ein liebgewordenes Etwas zu verlieren.

So im Alter von über 75 Jahren hat man schon viele solcher Situationen erlebt, befürchtete Verluste traten ein, man verlor die Großeltern oder gar die lieben Eltern. Immer wieder kamen diese Katastrophen unerwartet in den Lebens­kreislauf. Immer zum falschen Zeitpunkt, zu früh, zu brutal und zu hart.

      Aber es gibt oder gab auch Fälle, wo man eine solche Katastrophe niemals erwartet hätte, wie z. B. die Schließung des Kreiskran­ken­hauses in Homberg, es wurde mit großem Aufwand gebaut und versorgte den ländlichen Raum in und um Homberg mit der ärztlichen Fürsorge. Jedoch dann wurde es an einen Investor für wenig Geld verkauft und von dem geschlossen. Es soll abgerissen werden. In Fritzlar und in Schwalmstadt stünden ja noch solche Krankenhäu­ser. Eine Katastrophe für die Landbevölkerung im Homberger Raum.

Eben eine solche Katastrophe ist mir nun widerfahren, mein geliebtes Regionalmuseum in Fritzlar ist am wackeln. Dieses Museum besuche ich seit ca. 60 Jahren, war und bin seit langer Zeiten Mitarbeiter dort und habe Höhen und Tiefen miterlebt. Einer meiner Lehrer in 1954 in der Mittelschule in Fritzlar, der Lehrer Alfred Klisch war einer der Gründungsväter des Museums und des Museumsvereins, er führte uns zu den Fundplätzen der Relikte aus der Steinzeit und lehrte uns Achtung vor der Vergangenheit zu haben, so zogen wir nachmittags nach Schulschluss über die Felder und sammelten voller Eifer und unter der Anleitung unseres Lehrers viele Fund­stücke.

      Es waren da noch mehrere andere Bürger aus Fritzlar und dem Um­kreis, die in dem Verein „Ur- und frühgeschichtliche Sammlungen Fritzlar“mitwirkten und als Gründungsväter gelten können. Da waren der Hans Heintel, Reporter bei der „Hessisch-Niedersächsischen Allge­meinen“ (wie die Zeitung heute heißt) als Triebfeder in der Gruppe und Ludwig Köhler, der als Optiker und Schmucklieferant in Fritzlar bekannt war, sowie der Schulrektor August Boley und unser Lehrer Alfred Klisch, auch der Kaufmann Willi Mathias und Helmut Busch von der Fotodrogerie Clausius waren beteiligt, Konrad Hohmann aus Maden war als Bankbediensteter wohl für die Finanzen zuständig. Es gab sicher noch mehr Teilnehmer in diesem Kreis, aber mein Gedächtnis streikt da etwas. Jedenfalls waren alle sehr rührig und mit Grabungen im Großraum Fritzlar sehr erfolgreich unterwegs.

      Zu diesem Zeitpunkt schlug der damalige Landrat August Franke die Ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen als Kreismuseum vor, doch dann bekam das Museum den Ehrentitel „Regionalmuseum“, just zum Hessentag 1974 in Fritzlar. Diesen Titel trägt das Museum bis heute.

      Und nun kommt das Undenkbare, einige Fritzlarer Lokalpatrioten aus der Politik, wollen aus dem Regionalmuseum ein reines Stadt­mu­seum machen…………ohne die, von den Gründungsvätern erarbei­teten Ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen, die der eigent­liche Brenn­punkt des Regionalmuseums sind. Diese sollten nach den Plänen des Interimsverwalters Brüggemeier abgestoßen werden, zur Not auch mit Ebay, wie ein Insider sich ausdrückte. Eine Abteilung Fritzlarer Stadt­geschichte gibt es ja, man könnte diese jedoch noch etwas aus­bauen, aber ein ganzes Stadtmuseum damit zu füllen, finde ich vermessen. Ein Präparanden-Käppi wird dazu nicht genügen, und die wertvollen Stücke, wie das Kaiserkreuz, stehen im Dommuseum. Unerreichbar für ein Stadtmuseum.

      Nun wird wohl das Regionalmuseum Hochzeitshaus, zu seinem 50. Jubiläum als Regionalmuseum im Jahre 2024, nur noch ein Kleinstadtmuseum sein, denn der Bezug zur Region ist dann nicht mehr gegeben.

Mit freundlichen aber wehmütigen Grüßen

                                                                      Wolfgang Schütz!“

Nach einer Ausschreibung, für die auch der Prähistoriker Dr. Thilo Warnecke kandidiert, der in den letzten Jahren schon mehrere Ortsmuseen wie in Großalmerode und Hasungen neu gestaltet und eingerichtet hat, wird die Kunsthistorikerin Frau Stefanie Mnich M.A. als neue Museumsbetreuerin von der Stiftung Museum Fritzlar ange­stellt. Sie beginnt ihre Stellung im Juni. Ihre anfänglichen Bemü­hungen um eine Kooperation mit dem bisherigen Museumsverein und Vorsitzenden werden aber vom Stiftungsvorstand zunehmend gelenkt.

2018

Gegen die Bitten hin den Mu­seumsgarten wie­der pflegen zu können findet ein Hin- und Hergeschiebe der an­geblichen Verantwortung zwischen Stadt und neuer Museumsleitung statt. Wie zu erwarten endet der Versuch schließlich mit einer Ab­lehnung; der Bauhof erneuert später zwar noch einmal den Zaun zur Straße und rasiert den Bewuchs gleichmäßig, eine weitere Pfle­ge fin­det aber nicht mehr statt.

Johann Stef­fen wird vom Bürgermeister unerwartet aus seiner gerade erst mit großer Anstrengung selbst eingerichteten und bezogen Werkstatt in der Remise hinter dem Patrizierhaus hinausgewiesen. Er kann nur mit Mühe, mit Hilfe seiner Familie und Klaus Leise seine Werk­zeuge und das Arbeits­material in seiner neuen Wohnung am Ecke­­richsweg unter­brin­gen.

Um beim bestehenden Verein mitzuarbeiten weiteren Schaden vom Museum abzuwenden treten einige Mitglieder der „Freien Wähler“ (5), darunter auch ehemalige Angehörige der Museumsjugend diesem bei; dazu gesellt sich Herr Jung von der SPD.

2019

Personalien:

(17. November): Das langjährige Mitglied, zeitweilige 2. Vorsitzende und Expertin für historische Textilien Irmhild Georg aus Metze stirbt nach langer schwerer Krankheit.

Baumaßnahmen:

(2.. Januar): Ein Blick in das 1. OG. des Süd-Flügels (vorher über lange Zeit Platz der Ofensammlung). Der Original-Zustand wie ein angebrochener und provisorisch gestützter Tragebalken und angefaulte Bauteile lösen Bedenken aus. Es kommt zu einem Unfall durch einen Deckendurchbruch.

Der Dachbereich wird im Zustand der nicht abgeschlossenen älteren Reparaturarbeiten belassen. Der Zugang zum Archiv der Volkskunde, der Dachziegelsammlung und der Bibliothek II bleibt verwehrt.

Ausstellungen und andere Ereigniss:

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist HNA-342-201801.18.-Nr.-000-S.-05-Sondersitzung-MuseumsvereinIT-1024x752.jpg.

(18. Januar): Der Antrag der Neumitglieder auf ein Mißtrauensvotum und eine Neuwahl des Vorstandes wird aus formellen Gründen (Tagesordnung) abgelehnt. Es kommt es zu einem massenhaften Eintritt von CDU-Mitgliedern (>40). Die Vorgange beschäftigen auch die lokale Presse, die ausführlich darüber berichtet (18. und 20. Januar).

(17. Februar – März): Johann Steffen und sein Schwiegersohn Alexander Litwinow stellen zum letzten Mal, diesmal aber in der „Lilie“ (Marktplatz 22) ihre Werke vor, da sie seit dem vorigen Jahr im Museum nicht mehr gelitten sind.

(): Diese Parteiformation bestimmt bei der JHV den Ablauf und die Wahl des routinemäßig neu zu wählenden Vorstandes, wobei es gegen ein beruflich abhängiges Mitglieder der „Freien Wähler“ sogar zu einer Drohung kommen soll. Der neue Vereinsvorstand gehört überwiegend einer Partei an Lediglich der 1. Vor­­sitzende Dr. Gronemeyer und der Kassenführer Alexan­der Fau­pel sind Mitglieder der FDP, haben aber praktisch kei­nen Zugang zu einem internen Facbook-Kreis. Von der stv. Vorsitzenden An­na-Maria Bischof (CDU) sind museumskundliche Aktivitäten nicht bekannt und zu erwarten, da ihr ohnedies eine Karriere im Deutschen Bundestag vorschwebt.  Der Museumsve­rein ist damit, ohne Be­tei­ligung einer einzigen Fachperson, nun völlig in der Hand etablierter politi­scher Parteien.

(Anfang August): Wolfgang Schütz erhält für sein vielfältiges und segensreiches Mitwirken bei Heimat- und Denkmalpflege, musealer Arbeit und in der Lokalpolitik den Ehrenbrief des Landes Hessen.

2020

Nach Abschluss der Digitalisierung der Photoalben aus dem Nach­lass von Fritz Rödde wird Dr. Schotten der weitere Zugriff auf das Photoarchiv und die Bibliothek von Frau Mnich verwei­gert. Auch der Ver­such sich für einen Vortrag in Gudensberg (im März 2020) ein be­treffendes Buch aus der Bibliothek zu entleihen, wird unter An­gabe faden­scheiniger Gründe (da es sich nicht um ein „Fritzlar-Thema“ handele) abgelehnt. Weitere Bitten um Ausleihen werden abschlägig beschieden oder bleiben unbeantwortet. Die durch die Teilfinanzierung durch Dr. Schotten vorhandenen Computer (4x MS/DOS und 2x CP/M) mit wichtigen Daten und Dokumentationen sind nicht mehr zugänglich oder angeb­lich nicht mehr vorhanden. Dr. Schot­ten verlangt wiederholt von Bgrmstr. Spogat den Zugang oder die He­raus­gabe der Rechner. Es erfolgt keine Antwort.

Das 1973-74 von Prof. Haarberg restaurierte etwa 400 Jahre alte „Tulpenfresko“ vor dem Zugang zur „Brautkammer“ wird auf An­wei­sung wieder weiß übertüncht. Die Bau­denkmalpflege ist informiert und Dr. Zietz sagt zu sich darum zu kümmern. Die Reaktion ist unbekannt.

(Ende September): Der umstrittene Rettungs-turm am Hochzeitshaus (von seinen Befürwor-tern euphemistisch „Hochzeitsturm“, von den Kritikern auch „Duschka-bine“ oder „Plastikturm“ genannt) gewinnt langsam Gestalt. Ein Zweifel an der neuen Nutzung einiger Räume im Hochzeitshaus wird von den Initiatoren nicht gerne gehört.

2021

(26. Februar): Nach der Pensionierung des Leiters des Amtes für Zentralangelegenheiten und Geschäftsführers der Stiftung Ger­hard Schütt ernennt Bgrmstr. Spogat seinen Nachfolger Bode (zuvor Rechnungsführer der Stadt) auch zu seinem Nachfolger in der Stiftung.

(8. Juli): Frau Doris Hommel-Schäfer, Stefanie Mnich und ein Teil des Vereinsvorstandes präsentieren die neu ausgerichteten Grenzsteine und die zugehörigen Kartenschilder im Museumshof. Dabei wird in der Zeitungsveröffentlichung leider keinerlei Hinweis auf die jahrzehntelange Vorarbeit von Fritz Rödde und Egon Schaberick (s. o.) gegeben. Lediglich ein winziger Hinweis auf einer der Tafeln erwähnt einen Urheber der Dokumentation.

(18. Juli): Beim „Hessischen Tag der Baukultur“, der digital aus einem dürftig eingerichteten Obergeschoss des Hochzeitshauses übertragen wird (27 Interessenten), begründet Bürgermeister Spogat das Abstoßen des Patrizierhauses mit dem Argument, daß sinngemäß das Museum „unübersichtlich“ geworden sei, und man deswegen durch eine Neukonzeption alles in einem Gebäude konzentrieren wollte, wozu nun noch ein Trauzimmer, ein Veranstaltungsraum und eine Möglichkeit für Wechselausstellungen unterzubringen gewesen wären. Dem Magistrat der Stadt liegen bis zu diesem Zeitpunkt keine Informationen vor. Der zukünftige Ver­bleib der im „Hause Orth“ archivierten und gela­gerten Sammlungs­be­stände sowie der Werkstatt und der Bibliothek ist ungeklärt.

(September): Die 2. Vorsitzende des Museumsvereins bewegt ihren Vater für den umgestalteten Innenhof des Hochzeitshauses zwei hölzerne Sitzgruppen aus Tisch-Bank-Kombinationen zu fertigen und zu spenden.

Die Vorstellung der Neuerwerbung erfolgt ohne den 1. Vorsitzenden des Vereins.

Fazit 2021:

Die sog. „Neukonzeption“ des Museums, die über viele Jahre und gera­de­zu penetrant von einer ganz bestimmten interessierten Seite in gera­dezu irreführenden Weise lediglich als „Weiterentwick­lung“ und „Schwerpunkt­ver­lagerung“ in Richtung der Stadtgeschichte proklamiert worden war (s. Briefwechsel zwischen Bgrmstr. Lange und Hans Heintel vom No­vem­ber 2009) erweist sich in der Realität als politisch gewollte Auslöschung und Ignorierung der jahrzehn­telangen ehren­amt­lichen und professionellen Arbeit von stets kollegial kooperierenden loka­len bis inter­nationalen Hei­matforschern und Fach­wissen­schaftlern (von Irland bis Russland, von Skandinavien bis ins Mediterraneum) aus fünf Gene­ra­tionen und ihrer organischen Weiterentwicklung. Dagegen kommt es zur Errich­tung (nicht Ersatz oder Reform!) einer, als „neu“ apo­stro­phierten völlig ande­ren Ein­richtung, die äußerlich und innerlich nicht mehr der regio­nalen For­schung und Lehre sondern nur noch Präsentation eines eitlen lokal- und parteipolitischen Narzissmus dienen soll. Das weckt böse Erinnerungen. Dr. Schotten hatte aber diese Möglichkeit schon bei seinen Planungen 1993/94 ah­nungs­­­voll in den Raum gestellt, weil ihm und seinen Vorgängern Fritzlar nie als Ziel sondern als Ausgangspunkt aller Bemühungen galten. Dies korreliert auch mit einem schon älteren, im Verein ursprünglich scherzhaft umlaufenden Bonmot, daß das Regionalmuseum nicht zu groß für die Stadt, die Stadt vielleicht aber zu klein für das Museum sein könnte (was auch stets metaphorisch gemeint war).

      Dabei erschrecken vor allem die langfristige Strategie der Ableh­nung seit den Anfängen des Museums (s. o. 1956, 1963 und 1974) sowie die über Jahrzehnte (d. h. seit etwa der Mitte der 1980er Jahre erkennba­ren) im Hin­tergrund, also intransparent, prak­tizierten Win­kel­züge, die erst jetzt in der Zusammenschau die Bekämpfung alles „Fremden“ und „Äußeren“ im Nachhinein deutlich und alle idea­li­stischen Bemühungen obsolet wer­den lassen, wenn sie einer bestimm­ten einheimischen Gruppe nicht „in den Kram passen“. Befürchtungen gab es diesbezüglich bei den Aktiven des Museumsvereins durchaus, es sprengte aber ihre Vorstellunsgkraft, daß es dabei bis zur physischen Vernichtung der Sammlungsbestände gehen könnte.

      Das gilt für die Geschichte des Museums im Besonderen, da z. B. Hans Heintel in seiner ersten Chronik (s. o.) für über das Jahr 1972 berichtet, dass Jungsozialisten bei den Umbauarbeiten im 2. OG. mit­geholfen hät­ten, was auf Seiten der herrschenden Partei (CDU) sicher Ablehnung hervorgerufen hat. Auch der offizielle Aufruf zum Aufbau eines Kreismuseums kam ja vom Landrat August Franke (SPD), dsgl. die wohl dank der Initiative seines Freundes Hans Mangold, des 1. Vorsitzenden des Hessischen Museums­verbandes, er­folgte Erhebung zum Re­gionalmuseum im Jahre 1974 durch Ministerpräsi­dent Oswald. Während der Bür­germeister Reinhold Koch anscheinend tatsächlich zumeist über den Parteien stand (wie man auch aus oppositionellen Kreisen immer wieder hört), zeigt z. B. die Ablehnung von „Auswärtigen“ (Marianne Schrammel wohnt in Borken, Wolfgang Schütz, gebürtig in Fritzlar, wohnt aber in Holzhausen/Hahn, weitere Mitarbeiter stammen aus dem Räumen Bad Zwesten, Gudensberg, Neuental und Niedenstein) und eines wirklichen Fachmannes wie des Hochbauingenieurs und Fachwerkspe­zialisten Wolf­­gang Hryčak (SPD), der zuvor eng mit Koch und Hartmut Krüger zusam­mengearbeitet hatte, als „in­teressierten Bürger“ in den Stiftungsvor­stand durch Bgrmstr. Karl-Wilhelm Lange deutlich (vor allem, wenn die folgenden „interessierten Bürger“ im Vorstand alle der Partei des Bürgermeisters angehörten), daß die Präfe­renzen wohl seit jeher nicht im Fach­lichen son­dern im Politischen lagen. Wenn man so will, kann auch der Anwerbeversuch zum Beitritt in eine politische Partei gegenüber dem wissenschaftlichen Museumsleiter (s. o. 1995) als Ausdruck dieser Bestrebungen verstanden werden.

Daß dadurch die Vertrauensbasis zwischen den ehrenamtlichen und anderen aktiven Mitgliedern des Museumsvereins und politisch relevanten Vertretern der Stadt nicht gerade breiter wurde, mag kaum verwundern; allerdings lässt sich diese Einstellung auch außerhalb des Vereins bei diversen Findern, Spendern und Schenkern über die Jahre hinweg immer wieder beobachten, wenn sie häufig ausdrücklich betonen, daß ihre Gaben und Beiträge bewusst an das Regionalmuseum und keinesfalls an die Stadt gehen sollen (ohne daß die Gründe dafür im einzelnen dargelegt werden, so daß der Hintergrund für dieses Misstrauen selten deutlich wird). Ein deutliches Beispiel für diese Haltung bildet der Versuch ein Archiv der ehemaligen Stadt (und des jetzigen Ortsteils) Züschen unbedingt dem Museum und nicht der Stadt zum übereignen, wie der ehem. Bürgermeister und spätere Gemeindevorsteher betont. Das Verfahren kann allerdings, nach Rücksprache mit dem Stadtarchivar C. Lohmann M.A., nicht nur aus Raumgründen und Übersteigen der fachlichen Kompetenz sondern auch aus rechtlichen Vorbehalten so nicht realisiert werden. Es bedarf allerdings eines erheblichen Überzeugungsaufwandes des Museumsbetreuers, damit schließlich die Archivalien ihren geregelten Platz finden. Etwas Ähnliches wird bereits vorher mit den alten Schulakten der 1950er und 1960er Jahren aus Rothhelmshausen versucht, die zwar für die Einrichtung der stadtgeschichtlichen Abteilung sicher nicht uninteressant wären aber aus Gründen des persönlichen Datenschutzes abgewiesen werden müssen. Es bleibt zu hoffen, daß diese Differenzen zukünftig vermieden werden können.

Auch wenn diese Entwicklung, wie man im Kollegenkreise hört, derzeit keine Besonderheit dieser Stadt darzustellen scheint, ist das kein Trost, denn es bleibt ein fader Beigeschmack und eine große Enttäuschung bei allen Aktiven, die sich jahrzehntelang ihrer Aufgabe treu geblieben sind.

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1 Unterlagen im Nachlass Hans Heintel (†2012).

2 Angelika Nold: Gedanken zur Neuordnung der Fritzlarer Museen. Hessische Heimat 4/1974,  187-194.